text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Insel meiner Sehnsucht von Litton, Josie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.12.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Insel meiner Sehnsucht

Kassandra, die schöne Prinzessin von Akora, erfüllt sich einen Traum: Immer schon wollte sie nach London - und einen wahren Gentleman kennen lernen. Der gut aussehende Lord Royce Hawkforte ist allerdings kaum der Mann ihrer Träume: Er ist ungezogen und allzu sehr von sich überzeugt. Doch dann wird der akoranische König gestürzt. Und nur der furchtlose Royce kann Kassandra jetzt unversehrt nach Hause und auf den Thron bringen ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 06.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955303105
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1933 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Insel meiner Sehnsucht

1

R oyce wanderte allein durch die Gärten seines alten Familiensitzes. Die Sonne ging unter und vergoldete jedes Blatt, jeden Grashalm mit dem letzten Licht des Tages. Während er beobachtete, wie die Nacht hereinbrach, wandte er sich zum Meer, und sein Blick folgte der Silberspur des aufsteigenden Mondes. In der Stille dieses Moments gewann er den Eindruck, er würde vor einer schattenhaften, undefinierbaren und zugleich bezwingenden Macht stehen. So stark war das Gefühl, dass er unwillkürlich eine Hand ausstreckte, um nach dem seltsamen Etwas zu greifen. Der lange Tag hatte ihn ermüdet. Und vielleicht glaubte er nur deshalb, über dem Salzgeruch des Meeres den Duft von Zitronen wahrzunehmen...

In der Nachtluft vermischten sich die Aromen von Jasmin, Thymian, Oleander und Zitronen. Diesen Duft hatte Kassandra ihr Leben lang gekannt – hier auf Akora, in ihrer Heimat, ihrem Gefängnis. Wie inbrünstig sie sich danach sehnte, das Inselreich zu verlassen, wie schmerzlich sie es vermissen würde... Sie seufzte, stützte ihr Kinn auf die verschränkten Arme und betrachtete durch ein hohes Fenster des Palastes das Meer, das der aufsteigende Mond versilberte. Schimmernd zeichnete er eine Straße auf das dunkle Wasser. Wohin führte sie? In welche der möglichen künftigen Zeiten, die hinter jedem Atemzug warteten, hinter jedem Augenblick? Ausnahmsweise sah sie nicht und spürte nur, was ihr bestimmt war. Von diesem Gefühl getrieben, streckte sie eine Hand aus.

Und da berührte sie für einen Sekundenbruchteil eine andere.
London, April 1812

Durch die dünnen Sohlen ihrer seidenen Schuhe spürte sie abwechselnd dicke Perserteppiche und blank polierten Boden, als sie ihr Schlafzimmer verlassen hatte und dem Korridor zur Treppe folgte. Das Geländer fühlte sich kühl und glatt unter ihrer Hand an. Im Haus roch es nach Zitronenöl, getrockneten Rosen und nach dem Lavendelwasser, das benutzt wurde, um die Bettwäsche zu beträufeln. Ganz schwach stieg auch der Geruch von Essig in ihre Nase, denn am Vortag waren alle Abflussrohre damit gereinigt worden, so wie jede Woche.

Graues Morgenlicht milderte alle Ecken und Kanten, dämpfte Farben, die im Sonnenschein intensiv leuchteten und im Schatten wieder erloschen, wenn die Dunkelheit hereinbrach und die Lampen angezündet wurden. Erst eine einzige Nacht hatte sie hier verbracht, eine wundervolle Nacht, seit sie in Southwark an Land gegangen war. Der erste Anblick Londons, vom breiten Fluss aus betrachtet, hatte sie an die Grenzen ihrer Fantasie geführt, die vor der Wirklichkeit verblasste. Auch die Fahrt durch belebte Straßen hatte sie tief beeindruckt, ebenso wie die verschiedenen Gerüche, obwohl nicht alle angenehm wirkten. Und der Lärm toste so gewaltig, dass erprobte Klageweiber vor lauter Neid verstummen würden. Nie hatte sie sich eine Stadt von diesen überwältigenden Dimensionen vorgestellt, trotz der Traumbilder von der heiß ersehnten Reise, die sie in Ilius jahrelang vor ihrem geistigen Auge gesehen hatte.

Jetzt hatte sich ihr Wunsch endlich erfüllt. In ihrer maßlosen Freude war sie die ganze Nacht wach geblieben, während die anderen Hausbewohner geschlafen hatten. Schließlich ertrug sie es nicht länger und kleidete sich an – eine mühsame Prozedur, wenn sie es vor ihrer Ankunft auch oft genug geübt hatte. Auf Zehenspitzen war sie die Treppe hinabgeschlichen, und nun stand sie in der stillen Halle und lauschte.

Sie hörte die Geräusche der Stadt, allerdings nur ganz schwach, denn das Haus wurde von großen Rasenflächen, ausgedehnten Gärten und einer hohen Steinmauer umgeben. Aber über dem Zwitschern der Vögel, die bereits e

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen