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Irmas Erinnerungen Aus meiner Kindheit und Jugend von Jacker, Corrina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.10.2014
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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Irmas Erinnerungen

'Die Idee zu diesem Buch kam während meiner langen Rückenkrankheit (BSV), denn da kam ich endlich dazu, den Karton mit den alten Papieren durchzustöbern, die ich nach dem Tod meines geliebten 'Opas Ralf' in Illertissen in unserer alten Villa fand. [...] Als ich die Bilder meiner Großeltern an die noch leere Wand platzierte, fiel mir urplötzlich 'der Karton' ein. Ich weiß bis heute nicht, wieso, aber magisch ging ich zu dem Büffet, welches ich von meinen Großeltern habe, und nahm diesen 'Karton' heraus. Ich begann darin zu stöbern und fortan konnte ich nicht mehr davon lassen ...'

Corrina Jacker, geboren am 11. September 1962 in Illertissen, Deutschland, absolvierte eine Ausbildung zur Friseurin. Nach Heirat und Geburt von sechs Kindern arbeitete sie in einer Werbeagentur und bildete sich in der Buchhaltung weiter. 2007 hatte sie ihren ersten Bandscheibenvorfall, zwei Jahre später folgte der nächste. In dieser Zeit entstand das Manuskript zu 'Irmas Erinnerungen'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 164
    Erscheinungsdatum: 08.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990389249
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 1383 kBytes
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Irmas Erinnerungen

Tante Anna!

Tante Anna, die Schwester von Mama, die während des Winters in München lebte und die Sommermonate bei Schwager und Schwester verbrachte, betrachtete das Gartenhäuschen als ihre Domäne. Sie kam, sah und war entsetzt über die Verunstaltung des Gartenhäuschens, denn sie fertigte darin ihre herrlichen Handarbeiten: Tischtücher mit schönen alten Kreuzstichmustern, Tischläufer mit wunderbaren Flachstichhirschen, ganze Tagesdecken mit blauen Stilstichblumen und selbst geklöppelten Spitzen. Dies alles kam im Gartenhäuschen zustande.

Zwischendurch erschien auch mal ein Verehrer zu Besuch im Gartenhäuschen, denn Tante Anna war eine sehr hübsche noch junge Dame. Unsere Mama hatte mit neunzehn Jahren geheiratet und Tante Anna war ein Jahr jünger als sie.

Da mussten die Kinder also Höherem weichen, sie mussten ihren Haushalt auflösen. Da half kein heimliches Zähneknirschen und Fäusteballen und leise ausgestoßene, von den Knechten gehörte Schimpfworte nutzten gar nichts. Die ganze Familie, Irma, Oskar und ihre Kinder Gela, Willi und Annele, mussten ihr behagliches Heim verlassen.

Was nun? Die Familie musste doch eine Unterkunft haben?

Also beschloss man, außerhalb der Sehweise und des Bereiches von Tante Anna, außerhalb der Buchenhecke in den Gras- und Obstgarten umzuziehen und sich dort selbst ein Haus zu bauen.

Der Mann Oskar schleppte Pfähle herbei, spitzte sie zu, holte einen Stuhl, auf den er stieg, und schlug diese Pfähle mit einem schweren Holzschlegel in die weiche Grasgartenerde.

Vier Pfähle im Rechteck. Es war eine harte Arbeit und auch die Irma musste abwechselnd mit Oskar ihre ganze Kraft dranwenden.

Als die Pfähle endlich feststaken, wurden sie mit einer Hopfendecke, die man von irgendwo herbeigeschleppt hatte, bedeckt und diese oben an den Pfählen festgenagelt.

Im Inneren des Hauses wurden mit in den Boden gerammten kleineren Pfählen und darauf genagelten Brettern ein Tischchen und ein Bänkchen hergestellt und das Haus war fertig und beziehbar.

Der Mann Oskar hatte sich ein schlankes und elegantes Reitpferd angeschafft. Für gewöhnliche Leute war es eine Bohnenstange, für Oskar und Irma war es ein wunderschönes Reitpferd.

Auf dessen Rücken machte er weite Ritte im Trab und im Galopp, es hatte seine Kapriolen, schlug aus und war schwer zu bändigen. Aber dem gewandten Reiter gelang es, sein feuriges Ross zu gemäßigterer Gangart zu zwingen und mit ihm durch den ganzen großen Garten zu reiten. Dieser reichte bis zur westlichen Straße, die vom Bahnhof nach Norden und dann über die Bahngleise nach Au lief, vorbei an der Mackschen Fabrik, deren Kaiser Borax und Macks Doppelstärke in alle Welt verschickt wurden.

Bei schönem Sommer- oder Herbstwetter gingen die Kinder mit Mama und Tante Anna im Wald spazieren. Zuerst kam man in den Laubwald, der an einem Höhenzug emporwächst.

Da schwangen sich flinke Eichkätzchen von Ast zu Ast, von Baum zu Baum und sangen mit Amseln, Finken, Meisen, Rotkehlchen und anderen Vögelchen um die Wette. Dann kam man in den ernsten Tannenwald, wo die hohen gerade gewachsenen Fichten und Tannen leise und geheimnisvoll im Sommerwinde rauschten.

"Was hör ich rauschen im Walde? Das ist der Liebsten Fuß, das ist der Liebsten Fuß",

... erklang der hübsche Sopran Tante Annas dazwischen.

Durch die Moospolster guckten die gelben Rehlinge, der braune Steinpilz, die schimmernden roten Fliegenpilze mit den weißen Tupfen, die Parasole oder Schirmpilze hervor. Die essbaren Pilze wurden in kleine Rucksäcke, die die Kinder trugen, gesammelt, zu Hause geputzt, geschnitten und gaben zusammen mit leckeren Semmelklößen ein gutes Mahl. Manchmal, wenn man sehr leise war, konnte man die feinen, schlanken, scheue

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