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Isarnon Stadt über dem Fluss von Vorndran, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.08.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Isarnon

Im Jahre 45 v. Chr., zwei Jahrtausende vorunserer Zeit. Vom Chiemsee bis an die Rhön sind die Völker in Bewegung. Die germanischen Hermunduren sind kurz davor, die keltische Stadt Melkabos einzunehmen. Auch der junge keltische Schmied Mavo will an den Germanen Vergeltung üben. Ihr Fürst Sokulast hat seine Geliebte Noreya geraubt. Wird er sie je wiedersehen? An Samhain, der Nacht der wandelnden Ahnen, lernt Mavo, dass nichts auf der Welt unmöglich ist, denn plötzlich taucht ein seltsamer Fremder auf, der behauptet, aus einer anderen Zeit zu stammen ...Ein Roman über das Leben und den Tod, über die Kultur und den Niedergang der Kelten. Spannend, mystisch, humorvoll.

Helmut Vorndran, geboren 1961 in Bad Neustadt/Saale, lebt mehrere Leben: als Kabarettist, Unternehmer und Buchautor. Als überzeugter Franke hat er seinen Lebensmittelpunkt ins oberfränkische Bamberger Land verlegt und arbeitet als freier Autor unter anderem für Antenne Bayern und das Bayerische Fernsehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 18.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960410744
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3334 kBytes
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Isarnon

Prolog

Mein Name ist Professor Dr. Alexander Konrad. Ich finde mich bestenfalls etwas stur, andere halten mich jedoch für verrückt. Als Leiter der Grabung war ich für alles, aber auch wirklich alles verantwortlich. Konzeption, wissenschaftliche Betreuung und Beschaffung der Gelder. Nun gut, vielleicht muss man ein Stück weit geistesgestört sein, um sich einen solchen Irrsinn aufzuerlegen. Ohne ein Mindestmaß an Beharrlichkeit und Sendungsbewusstsein, ohne ein Quäntchen Wahnsinn im Blut wäre manch historisch bedeutende Stätte, wie etwa die ägyptischen Königsgräber oder Troja, aber niemals entdeckt worden. So etwas vollbringen nur professionelle Irre, die es geschafft haben, für ihre durchgeknallten Thesen einen potenten Geldgeber zu finden. Menschen oder Institutionen mit erklecklichem finanziellen Background, die sich von Personen wie mir, Archäologen mit derlei Visionen, angezogen fühlen. Wahrscheinlich weil sie selbst im Oberstübchen nicht immer ganz rundlaufen und von daher eine gewisse Sympathie für Menschen entwickeln, die ihren schrägen Lebensplan auch noch offen und selbstbewusst zur Schau tragen.

Ich hatte mir genau diesen Ruf hart erarbeitet. Ich hatte so lange gebohrt, gedrängt, gebettelt, gelogen und mit einigen Leuten die Nächte durchgesoffen, bis ich bekam, was ich wollte, nämlich diese eine Ausgrabung. Die Versprechen, die ich deswegen irgendwann einmal wem auch immer gegeben hatte, waren mir schon gar nicht mehr alle im Gedächtnis. Sie waren mir auch fast egal, ich hatte über die Jahre allein mein Ziel vor Augen. Schließlich erreichte ich es. Das Geld war da. Die Grabungsgenehmigung wurde erteilt, nachdem die obere und untere Naturschutzbehörde und vor allem das allmächtige Denkmalamt mir endlich grünes Licht gegeben hatten. So konnten wir ab Anfang August unsere Grabung abstecken, das große Zelt als Wetterschutz darüber aufbauen und wenige Tage später mit dem Abtrag der ersten Bodenschicht beginnen. Neben dem Wetterschutzzelt gab es noch ein zweites, welches wir als provisorisches Auswertungszentrum für eventuelle Funde nutzten. Auf schlichten Bierbänken und -tischen wurde alles untersucht, was von archäologischem Interesse sein konnte, was der durchgesiebte Boden des Hochplateaus hergegeben hatte.

Es war der Beginn der Sommerferien in Bayern, was zur Folge hatte, dass sich in schöner Regelmäßigkeit Touristen aus allen Landesteilen um das Absperrband der Grabung scharten und uns neugierige Fragen stellten. Darum ließ ich schleunigst ein Schild anfertigen, auf dem die wichtigsten Daten unseres Unterfangens standen inklusive eines fetten Hinweises "Bitte nicht stören!" und gemeinerweise derartig viel lateinischem Vokabular und Fachbegriffen, dass sich nach dem Lesen des komplizierten Textes und der strengen Ansage nur noch die wenigsten Bergbesucher eine Frage zu stellen trauten. Es war nicht meine erste Ausgrabung, ich wusste, wie man Abstand herstellte.

Natürlich löcherten mich Kollegen, Studenten und Gott und die Welt mit der Frage, warum wir genau hier, an dieser Stelle gruben und nicht irgendwo anders. Es gab haufenweise andere Flecken auf dem Staffelberg, die aus wissenschaftlicher Sicht vielversprechender waren. Also warum zum Teufel wollte ich unbedingt genau an dieser Stelle graben? Als Antwort bekam der verzweifelte Fragesteller immer die gleiche Antwort von mir zu hören: "Weil ich es so will." Das Basta sprach ich als renommierter Keltologe nie aus, aber es schwang jedes Mal deutlich mit.

Drei Monate waren vergangen, ohne dass wir aus dem kalkigen Boden sonderlich interessante oder gar außergewöhnliche Fundstücke zutage gefördert hätten. Dann, eines Nachmittags, rief mich Tim Behrendt, mein eifrigster Student, zu einem Fund, mit dem er nicht wirklich zurechtkam. Der blonde Hüne aus Erlangen zeigte auf einen flachen Brocken am Boden der Grabung, aus dem an einer Seite etwas herausragte. Ein metallenes Etwas, weniger als einen Zen

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