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Ist das Liebe oder kann der weg? Roman von Maiberg, Anke (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Ist das Liebe oder kann der weg?

Hilft Voodoo gegen blöde Exfreunde? Was macht man mit einer Freundin, die It-Girl werden will? Wenn immer nur die Mailbox rangeht: Darf man dann ein bisschen stalken? - Lauter Fragen, auf die ein vernünftiger Mensch keine Antwort sucht.

Aber Inga Hering hat ihren Freund kürzlich beim Fremdgehen erwischt und daher gerade Zeit. Mit ihrer exzentrischen Tante Lisbeth begibt sie sich auf Männerfang, in Fernsehshows - und so ziemlich jedes Fettnäpfchen. Und dann kommen auch noch Herzrhythmusstörungen dazu ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 431
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732514687
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 478 kBytes
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Ist das Liebe oder kann der weg?

EINS

E r geht zur Maniküre", sagte ich und nippte an meinem Sekt.

Katja verdrehte die Augen und schlug sich mit gespielter Verzweiflung eine Hand vor die Stirn - aber dann schrieb sie den Punkt beflissen auf. Hierzu nutzte sie meine Cosmopolitan . Genauer gesagt, die große Bilderstrecke mit den sexyesten Bond -Szenen aller Zeiten. Noch genauer: ein Foto von Daniel Craig, wie er in Casino Royal nur mit einer himmelblauen Badehose bekleidet aus dem Atlantik steigt. "Da muss man ja damit rechnen, von Frauen zum Objekt gemacht zu werden", hatte Katja gefeixt und Bonds nackte Brust zum Notizzettel umfunktioniert. Mit blauem Kuli entstand darauf eine Liste: Außer dem gerade hinzugefügten "Maniküre" hatte sie schon "untreu", "selbstverliebt", "rücksichtslos" und "kein Balkon" notiert. Das alles galt natürlich nicht für James Bond - was wussten denn wir, ob 007 einen Balkon hat? Nein. Es ging um meinen Freund.

Thema des Abends war, dass Stephan mich im Grunde gar nicht verdient hatte. Um das zu untermauern, erstellten wir diese Sammlung seiner fiesesten Eigenschaften und Negativpunkte, und Katja brainstormte wie eine Weltmeisterin. Gerade platzierte sie mit breiten Buchstaben "triebgesteuert" über dem Saum der Badehose. Der Plan war, dass ich die Liste später an meinen Kühlschrank pappte. Wie die Moppelpo-Fotos bei einer Diät, die auch davon abhalten sollen, wieder schwach zu werden. Oder wir würden sie nachher verbrennen. Zusammen mit der Voodoopuppe, die Sandra gerade bastelte.

Sandra war meine zweitbeste Freundin nach Katja. Rang zwei deshalb, weil sie mich in ihrem Beruf als Zahnprophylaxe-Assistentin einmal im Quartal über die Schmerzgrenze trieb. Ansonsten hatte ich sie beide gleich lieb. Und Sandra gab ebenfalls alles beim Stephan-Exorzieren. Sie hatte alte Sportsocken so ineinandergeknüllt und mithilfe von Haargummis in Form gebracht, dass ein Püppchen mit Armen, Beinen und Kopf entstanden war. Statt Augen hatte sie ihm mit Edding zwei Kreuze gemalt.

Als ich Stephans Maniküre erwähnt hatte, war sie aufgesprungen. Jetzt kehrte sie mit einer Packung künstlicher Fingernägel in den Händen aus dem Badezimmer zurück. "Die benutzt du doch nicht mehr, oder?", fragte sie. Nein. Wie Sandra wusste, lagen die Dinger schon seit Ewigkeiten im Schrank. Ich hatte sie mal im Kaufrausch in einer Drogerie erstanden und eine Zeit lang davon geträumt, auch mal Nägel in Mandel- statt in Zwiebackform zu haben. Aber jedes Mal, wenn ich die Packung dann zu Hause in die Hände genommen hatte, war ich mir albern vorgekommen und hatte sie wieder fortgeräumt. Im Grunde hatte ich sie im Hinterkopf schon fürs nächste weihnachtliche Schrottwichteln vorgesehen. Da konnte ich sie genauso gut auch fürs Voodoopuppe-Basteln hergeben.

Sandra riss die Packung auf und drapierte die Nägel um die Enden der Frottee-Ärmchen. "Holt mal einer Sekundenkleber?", forderte sie dann, als sie sich die richtigen Positionen überlegt hatte.

Katja fühlte sich nicht angesprochen. Sie hatte damit begonnen, Daniel Craig ein kompliziertes Meerjungfrauen-Tattoo auf den Bizeps zu malen, und konnte gerade nicht aufstehen. Ich brummte. Täuschte ich mich, oder kippte hier gerade die Stimmung? Als sie bei mir angekommen waren, hatten die Mädels noch laut geschimpft und Stephans Fehltritt zum Anlass wütender "Männer sind doch alle Schweine!"-Schimpftiraden genommen. Aber allmählich schien der Kriegsrat zu einer heiteren Mal- und Bastelstunde zu verkommen. Na ja. Solange mich keiner bat, einen Roibuschtee zu kochen ... Ich stand auf, kramte den Kleber aus der Küchenschublade und sah dann zu, wie Sandra die Sockenpuppe pimpte. "Lässt er sie nur feilen, oder kriegt er auch Lack?", fragte sie nach.

"Lack ist ihm zu auffällig", verriet ich, was Stephan mir eigentlich im Vertrauen gesagt hatte. Aber Vertrauen konnten wir ja wohl knicken. "Er schwört auf pflegen

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