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Jakob, der stumme Krieger von Wieczorek, Harald (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.04.2019
  • Verlag: EDITION digital
eBook (PDF)
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Jakob, der stumme Krieger

JAKOB, ein Findelkind, wurde in einem Kloster aufgezogen, in jungen Jahren von Räubern, nachdem sie das Kloster überfallen hatten, mitgenommen. Fortan musste er mit den Räubern leben, bis diese gefangengenommen und aufgehängt wurden. Der Gutsherr ließ ihn am Leben mit der Verpflichtung, für ihn zu arbeiten. Jakob verliebte sich verbotenerweise in eine Magd, wurde hart bestraft und tötete in Notwehr den Gutsherrn. Um den Verfolgern zu entgehen, schloss sich Jakob als Söldner Tillys Heer an. In der letzten Schlacht, Ende des Krieges, verlor er durch einen Schwerthieb auf den Kopf seine Stimme. Nach dem Krieg fand Jakob Arbeit auf einem Bauernhof und freundete sich mit Max an, dem zwölfjährigen Sohn des Bauern. Als Max von Gauklern entführt wurde, machte sich Jakob, nachdem er die Ernte eingebracht hatte, auf die Verfolgung der Gaukler ... Viele Szenen in diesem Buch sind hart und brutal. Sie spiegeln die damalige Zeit während und nach dem 30-jährigen Krieg wider. Dadurch treten die menschlichen Attribute wie Liebe, Freundschaft, Treue, Glaube, Hoffnung besonders hervor. Der Autor wurde 1948 geboren. Als gelernter Seemann erlebte er viele Abenteuer auf allen Weltmeeren. 1974 studierte er in Stuttgart Schauspiel und war über vierzig Jahre als Theater- und Fernsehschauspieler tätig. Er schrieb Drehbücher und zwei Theaterstücke. Mittlerweile ist er einem Millionenpublikum durch die Karl-May-Spiele Bad Segeberg bekannt. Seit 2014 lebt er mit seiner Frau in Andalusien. http://www.haraldwieczorek.jimdo.com

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 232
    Erscheinungsdatum: 29.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956559952
    Verlag: EDITION digital
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Jakob, der stumme Krieger

DER HALBE MANN 'Mein Gott, was für ein Gestank!' Wolf blieb angeekelt in der offenen Tür stehen.'Wenn du saufen, fressen, spielen und deinen Schwengel gebrauchen willst, dann bist du dort richtig!', hatte ihm der Bürger gesagt und auf das graue Gebäude gezeigt. Eine Kneipe direkt an der Stadtmauer. Wolf war dem Rat gefolgt. Jetzt stand er in der offenen Tür und das Bild, das sich ihm bot, war so skurril, dass es selbst der verrückteste Maler hätte nicht malen können. Dicke, hässliche, aber auch dünne, grell, die schmutzigen Gesichter überschminkte Weiber, hingen an teilweise gutangezogenen, scheinbar wohlhabenden Geschäftsleuten oder perversen Adligen. Aber auch an grobschlächtigen Kerlen. Sie tranken und rauchten aus langstieligen Pfeifen. Dabei lachten sie schrill und hysterisch. 'Mein Gott, wo bin ich hier!?' Wolf konnte sich der Faszination des Anblicks nicht entziehen. 'Wenn du beten willst, geh in die Kirche! Willst du Spaß, dann komm herein!' Vor Wolf stand eine hervorstechende, junge, hübsche Frau. Aber auch sie war übermäßig grell geschminkt. 'Ich habe schon lange keine fleischliche Lust verspürt, was kostet mich dieses Vergnügen?' Dabei verbeugte Wolf sich elegant. 'Zwei Silberstücke für einen ganzen Mann!' Herausfordernd stand die Hure vor Wolf, der hob seinen Armstumpf nach oben. 'Und wie viel für einen halben?' Die junge Frau lachte, betrachtete den Arm. 'Wenn dein Schwengel nur halb so gut aussieht wie der Stumpf! Na ja, dann nur ein Silberstück.' Sie packte seinen Unterarm und zog Wolf in die Kneipe. Vor dem Stadttor hielt Gustav den Wagen an. Er stieg vom Bock, ging nach hinten und brüllte in den Planwagen. 'Max! Frieda! Kommt raus!' Die Sonne war schon halb über dem Horizont, färbte die sonst grüne Landschaft hellrot und versprach einen schönen Tag. Max, der sich an diese Art zu leben noch nicht gewöhnt hatte, rieb sich seine schmerzenden Glieder. Gustav packte ihn grob am Genick und drehte ihn in Richtung Stadt. 'Zwei Tage wird das Stadtfest dauern. So viel Zeit hast du, um von Frieda zu lernen, wie man den Pöbel und die Kaufleute um ihren Beutel erleichtert. Keine Beute bedeutet Prügel und nichts zu fressen. Verstanden?' Als Max nicht reagierte, bekam er eine schallende Ohrfeige, die ihn zu Boden beförderte. 'Er hat verstanden!', schrie ihn Frieda an. Gustav hob die Hand, doch bevor er auch Frieda schlagen konnte, war Max aufgesprungen und stellte sich schützend vor sie. 'Sieh mal einer an!', sagte er zu Cara, die gähnend ihren Kopf aus dem Wagen steckte, 'wir haben uns einen Ritter eingefangen.''Such einen Lagerplatz, Dummkopf!', herrschte ihn Cara an und zog sich ins Innere zurück. Gustav stieg auf den Bock und trieb den Gaul an, der Wagen setzte sich in Bewegung. Frieda und Max liefen hinter ihm her. Cara schaute auf die ausgebreiteten Karten und zog eine heraus. Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen. 'Es wird Ärger geben!', rief sie Gustav zu. 'Spar dir den Mist für diese Trottel in der Stadt auf, Hexe!' Lauthals lachend trieb er das Pferd an. Aus der Stadt klang hell die Kirchenglocke zu ihnen herüber und weckte ihre Bürger. Es war ein guter Tag für Gustav und Cara. Gustav war, wie immer, die Sensation auf dem Fest. Und wenn diese schlimme Zeit nach dem langen Leidenskrieg jemandem von Nutzen war, dann den Wahrsagern. Alle Menschen, die Not und Elend leid waren, hatten nur noch eins, woran sie sich klammern konnten. Hoffnung! Cara wusste das ebenso wie alle anderen Wahrsager. Doch nicht nur, dass sie durch ihr hexenhaftes Aussehen die Menschen beeindruckte, sie konnte wie kein anderer Hoffnung verkaufen. Obwohl sie die Gabe des Sehens hatte, hütete sie sich, Ungutes weiterzugeben. Die Dummen, in ihren Ängsten und mit ihrem Hoffen, waren großzügiger, wenn sie Glück erwarten durften. Da Geld knapp war, wurde größtenteils in Naturalien bezahlt. Aber das war Cara und Gustav sowieso lieber. Sie hatten immer zu futtern und zu saufen. Für den einen oder anderen

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