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Japhet, der seinen Vater sucht (Ein Abenteuerroman) von Marryat, Kapitän Frederick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.12.2014
  • Verlag: e-artnow
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Japhet, der seinen Vater sucht (Ein Abenteuerroman)

Dieses eBook: 'Japhet, der seinen Vater sucht (Ein Abenteuerroman)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Ein großer, schlanker, rotwangiger und dabei doch hektisch aussehender junger Mann war hinter dem Rezeptiertische beschäftigt, während ein schmutziger Junge, etwa dreizehn Jahre alt, mit seinem Korbe neben ihm stand, um die Arzneien, sobald sie fertig sein würden, an ihre verschiedenen Besteller zu überbringen. Der junge Mann hinter dem Tische hieß Brookes; er hatte bis zur Vollendung seiner Dienstzeit noch achtzehn Monate, nach deren Ablauf seine Verwandten eine eigene Einrichtung für ihn beabsichtigten. Dies war nämlich der Grund, der Herrn Kophagus bewogen hatte, mich anzunehmen; ich sollte das Geschäft erlernen und dereinst den Abgehenden ersetzen. Mr. Brookes war ein sehr sanfter, liebenswürdiger Mensch, freundlich gegen mich und den andern Knaben, den Herr Kophagus gegen Kost und Kleidung als Arzneiausträger angenommen hatte. Der Portier sagte ihm, wer ich sei, und ließ mich da.' Frederick Marryat (1792 - 1848) war ein englischer Marineoffizier und Schriftsteller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 331
    Erscheinungsdatum: 02.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026826750
    Verlag: e-artnow
    Größe: 909 kBytes
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Japhet, der seinen Vater sucht (Ein Abenteuerroman)

Zweites Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Wie alle Anfänger, finde ich die Rudimente des Lernens ausnehmend schwierig und mühsam, schreite aber dessenungeachtet so schnell vorwärts, daß ich mich bald von meinem Lehrer emancipiere.

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Ein großer, schlanker, rotwangiger und dabei doch hektisch aussehender junger Mann war hinter dem Rezeptiertische beschäftigt, während ein schmutziger Junge, etwa dreizehn Jahre alt, mit seinem Korbe neben ihm stand, um die Arzneien, sobald sie fertig sein würden, an ihre verschiedenen Besteller zu überbringen. Der junge Mann hinter dem Tische hieß Brookes; er hatte bis zur Vollendung seiner Dienstzeit noch achtzehn Monate, nach deren Ablauf seine Verwandten eine eigene Einrichtung für ihn beabsichtigten. Dies war nämlich der Grund, der Herrn Kophagus bewogen hatte, mich anzunehmen; ich sollte das Geschäft erlernen und dereinst den Abgehenden ersetzen. Mr. Brookes war ein sehr sanfter, liebenswürdiger Mensch, freundlich gegen mich und den andern Knaben, den Herr Kophagus gegen Kost und Kleidung als Arzneiausträger angenommen hatte. Der Portier sagte ihm, wer ich sei, und ließ mich da.

"Meinst Du wohl, Du werdest gerne Apotheker sein?" fragte mich Mr. Brookes mit wohlwollendem Lächeln.

"Ja freilich, warum denn nicht?" erwiderte ich.

"Halt ein wenig", sagte der Junge, der mit dem Korbe wartete, und blickte mich schelmisch an: "Du bist noch nicht durch Deine Rudimente durch."

"Schweig' Du, Timothy", sagte Mr. Brookes. "Daß Du den Rudimenten, wie Mr. Kophagus sie nennt, nicht sehr hold bist, das läßt sich begreifen. Nun geh', so schnell Du kannst, mit diesen Arzneien, Junge: Springstreet Nr. 14, Cleaverstreet Nr. 16, da wo Du schon gewesen bist, und dann Johnstreet Nr. 55, zu Mistreß Smith. Verstehst Du wohl?"

"Ei ja freilich versteh' ich! kann ich nicht lesen? Ich lese alle die Aufschriften und Ihren ganzen lateinischen Plunder obendrein, alle Ihre Summen, Dussen, Hores, Dies, coct und cact. Ich denk', ich werd' mich nächster Tage selber etablieren."

"Ich werde Dir nächster Tage eins aufs Dach geben, Mr. Timothy, wenn Du wieder so lange ausbleibst und nach den Bilderläden guckst; darauf kannst Du Dich verlassen."

"Auf diesem Wege erwerbe ich mir meine ganze Gelehrsamkeit", versetzte Timothy, und ging mit seiner Ladung ab, indem er den Kopf rückwärts drehte und mir zulachte. Mr. Brookes lächelte, sagte aber nichts.

Als Timothy hinaus war, trat Mr. Kophagus ein. "He, Japhet - seh' schon!" sagte er, und legte den Knopf an die Nase; "nichts zu thun - schlimm - mußt arbeiten - mmh und so. Mr. Brookes - Bursch' Rudimente lernen - gut - und so."

Hierauf nahm Mr. Kophagus den Stock von der Nase, deutete nach dem großen eisernen Mörser und ging fort ins Hinterzimmer. Mr. Brookes verstand meinen Meister an meiner Statt. Er wischte den Mörser aus, warf einige Sorten hinein, zeigte mir, wie man den Stößel handhabt, und ließ mich bei meiner Arbeit. In der ersten halben Stunde ging mir ein Licht auf, warum Timothy so viel gegen das einzuwenden hatte, was Mr. Kophagus in seinem Humor die Rudimente unseres Berufes hieß. Die Arbeit war entsetzlich schwer für einen Knaben; der Schweiß rann in Strömen an mir herunter, und ich konnte kaum noch die Arme aufheben. Mr. Kophagus ging durch die Apotheke und sah mir zu, wie ich so mit dem schweren eisernen Stößel stampfte. "Gut", sagte er, "wird sich machen - Medicinae Doctor - und so."

Ich dachte, das sei ein sehr rauher Weg zu solcher Würde, und hielt inne, um ein wenig Atem zu schöpfen.

"Ei ja so", fuhr er fort, "Japhet - Taufname und so. Zuname? - he?"

"Mr. Kophagus wünscht Deinen andern Namen zu wissen", sagte Herr Brookes als Dolmetscher.

Ich habe vergessen, dem Leser zu sagen, daß man den Kindern im Findelhause nicht nur einen Taufnamen, sondern auch Zunamen giebt, und daß ich zu Ehren der Banknote, die in meine

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