text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Jeder lügt, so gut er kann Roman von Pauly, Gisa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2018
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)

9,99 €1

2,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Jeder lügt, so gut er kann

Mit sechzig beschließt Anna, sich endlich ihren Lebenstraum zu erfüllen - ein Hotel in Siena! Hier in der Toskana möchte sie ihre Herkunft vergessen, denn Anna stammt aus einer Familie, die mit Gaunereien und Diebstählen traurige Berühmtheit erlangt hat. Doch ehe sie sichs versieht, steckt sie selbst mittendrin in einem Verbrechen: Erst wird bei ihr eingebrochen, dann wird sie in einen Bankraub verwickelt. Und als plötzlich ihre Tochter vor der Tür steht und Anna es zudem mit gleich zwei Männern zu tun bekommt, die in sie verliebt sind, muss sie feststellen, dass auch in ihrem neuen Leben jeder lügt, so gut er kann. Ganz schön viel für eine Frau ihres Alters. Findet jedenfalls ihre Tochter ...

Gisa Pauly hängte nach zwanzig Jahren den Lehrerberuf an den Nagel und veröffentlichte 1994 das Buch 'Mir langt's - eine Lehrerin steigt aus'. Seitdem lebt sie als freie Schriftstellerin, Journalistin und Drehbuchautorin in Münster, ihre Ferien verbringt sie am liebsten auf Sylt oder in Italien. Ihre turbulenten Sylt-Krimis um die temperamentvolle Mamma Carlotta erobern regelmäßig die SPIEGEL-Bestsellerliste, genauso wie ihre erfolgreichen Italien-Romane. Gisa Pauly wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Satirepreis der Stadt Boppard und der Goldenen Kamera des SWR für das Drehbuch 'Déjàvu'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492991667
    Verlag: Piper Verlag
    Serie: Siena-Reihe 1
    Größe: 2051 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Jeder lügt, so gut er kann

Anna klappte den Laptop zu, als sie hörte, dass die Haustür aufgeschoben wurde. Kurz darauf ertönte Henriekes Stimme. »Bist du zu Hause, Mama?« Ihre Schritte wanderten in die Küche, verloren sich auf der Terrasse, kehrten zurück, wurden im Wohnzimmer vom Teppich verschluckt. Dann klopfte sie an die Schlafzimmertür, die sich durch diesen leichten Druck bereits ein paar Zentimeter öffnete, weil sie natürlich nur angelehnt war.

Henrieke drückte sie ganz auf. »Hier bist du!« Sie sah ihrer Mutter dabei zu, wie sie ihren Laptop im Schrank verstaute, und fragte: »Hattest du einen schönen Nachmittag? Was hast du gemacht?«

Anna wusste, was sie zu antworten hatte: »Ich war bei der Näherin, die mit den Gardinen für die Hotelzimmer beschäftigt ist.«

»Hast du etwa das Auto genommen, das dir nicht gehört?«

»Soll ich zu Fuß gehen, weil mir drei Ganoven das Auto weggenommen haben?«

»Mama!« Es war wirklich erstaunlich, dass eine Frau, die mit einem so windigen Typen wie Dennis Appel zusammen war, über eine solche Lappalie derart viel Entrüstung verströmen konnte. Schon komisch, dass sich dieses Empfinden nie gegen ihren Freund richtete. »Das Auto muss sicherlich noch polizeilich untersucht werden. Hat Commissario Fontana das nicht gesagt?«

»Kann mich nicht erinnern.« Anna stellte fest, dass ihr schwarzes Kleid noch auf dem Bett lag und Henrieke sich fragen könnte, warum sich ihre Mutter für einen Besuch bei der Näherin genauso anzog wie zur Beerdigung ihres Mannes. »Wenn ich das Auto nicht anrühren soll, kann die Polizei es ja abholen.«

»Das werden sie sicherlich bald. Und was, wenn du dann gerade damit unterwegs bist?«

»Dann müssen sie eben warten. Herrgott!« Anna nahm das Kleid beiläufig hoch und sperrte es mit einer entschlossenen Geste in den Schrank, ohne es auf einen Bügel zu hängen.

»Aha.« Henrieke begann wieder das alte Spiel, suchte nach Dingen aus der Stuttgarter Wohnung, zog sie heran, betrachtete sie und schob sie wieder an ihren Platz. »Ich habe auf dem Campo Espresso getrunken.«

»Da kostet er doppelt so viel wie in den übrigen Bars der Stadt«, entgegnete Anna und erschrak im nächsten Augenblick, als ihr klar wurde, dass diese Entgegnung auch von Clemens gekommen wäre. Nach dieser Erkenntnis erschrak sie gleich ein zweites Mal. Sie hatte doch gewusst, dass es eine dumme Idee war, ausgerechnet auf dem Campo ihren Schreck zu verarbeiten! Wenn Henrieke sie dort mit einem Champagnerglas in der Hand gesehen hätte, wären jetzt viele Erklärungen fällig. Sie atmete heimlich auf. Zum Glück war alles gut gegangen, sonst müsste sie sich längst von der Empörung ihrer Tochter überschütten lassen.

Henrieke nickte zu der Schranktür, hinter der der Laptop verschwunden war. »Klappt das Surfen im Internet? Oder brauchst du Hilfe?«

Anna ging in die Küche, ohne darauf zu achten, ob Henrieke ihr folgte. »Warum glaubst du, dass du das besser kannst?«

»Ich gehöre einer anderen Generation an.«

»Ich kann sehr gut mit meinem Laptop umgehen.«

»Was hast du denn gesucht?«

Anna hatte gerade nach einer Knoblauchknolle gegriffen, um zwei Zehen herauszulösen. Jetzt warf sie die Knolle und auch das Messer zur Seite. »Muss ich dir etwa Rechenschaft ablegen?«

»Natürlich nicht, Mama. Ich dachte nur ...«

»... wenn ich mit dem Laptop nichts anfangen kann, könnte ich ihn genauso gut verkaufen und dir das Geld geben?«

»Mama!«

Anna war selbst erschrocken über ihre Worte, ihren Tonfall, den bösen Verdacht. Sie machte einen Schritt auf Henrieke zu. »Ach, Kind ...«

Verzweifelt breitete sie die Arme aus, um Henrieke zu umfangen, aber ihre Tochter entzog sich. »Vergiss es. Solange du gegen Dennis bist, wird das nichts mit uns.«

Henrieke drehte sich um und lief aus der Küche. Kurz darauf hörte Anna die Wohnungstür zuschlagen. Und warum bist du dann noch hier?, dachte sie und ging, um die Tür wieder zu öffnen. Wa

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen