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Jeffrey Archer, Die Kain-Saga 1-3: Kain und Abel/Abels Tochter/ - Kains Erbe (3in1-Bundle) - von Archer, Jeffrey (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.04.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Jeffrey Archer, Die Kain-Saga 1-3: Kain und Abel/Abels Tochter/ - Kains Erbe (3in1-Bundle) -

Nach russischer Kriegsgefangenschaft gelangt Abel Rosnovski, unehelicher Sohn eines polnischen Adligen, mit einem Auswandererschiff nach Amerika. Dort arbeitet er sich zum Hotelmanager hoch. Sein Schicksal kreuzt sich dramatisch mit dem von William Lowell Kane, Erbe eines gigantischen Vermögens, der zum Bankpräsidenten werden soll. Der Gigantenkampf zwischen den Familien von Abel Rosnovski und seinem Feind William Lowell Kane setzt sich über Jahrzehnte bis in die nächste Generation fort: Erleben Sie die große Kain-Saga von Jeffrey Archer. Jeffrey Archer, geboren 1940 in London, verbrachte seine Kindheit in Weston-super-Mare und studierte in Oxford. Archer schlug zunächst eine bewegte Politiker-Karriere ein. Weltberühmt wurde er als Schriftsteller, "Kain und Abel" war sein Durchbruch. Mittlerweile zählt Jeffrey Archer zu den erfolgreichsten Autoren Englands. Seine historischen Reihen "Die Clifton-Saga" und "Die Warwick-Saga" begeistern eine stetig wachsende Leserschar. Archer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in London, Cambridge und auf Mallorca.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 14.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641251222
    Verlag: Heyne
    Größe: 2950 kBytes
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Jeffrey Archer, Die Kain-Saga 1-3: Kain und Abel/Abels Tochter/ - Kains Erbe (3in1-Bundle) -

5

Wladek Koskiewicz wuchs langsam. Schon bald wurde seiner Ziehmutter klar, dass ihm seine zarte Gesundheit immer zu schaffen machen würde. Er bekam alle gängigen Kinderkrankheiten und viele, die die meisten anderen Kinder nicht bekommen. Anschließend gab er sie wahllos an die übrige Familie weiter.

Helena behandelte ihn wie ein eigenes Kind und verteidigte ihn energisch, sobald Jasio nicht Gott, sondern den Teufel für Wladeks Anwesenheit in ihrer winzigen Kate verantwortlich machte. Auch Florentyna bemutterte Wladek, als wäre er ihr Kind. Sie hatte ihn vom ersten Moment an mit einer Intensität geliebt, die ihrer Angst entsprang, als Tochter eines Waldhüters keinen Mann zu finden und kinderlos zu bleiben. Wladek war ihr Kind.

Der älteste Bruder, Franck, der Wladek am Flussufer gefunden hatte, behandelte ihn wie ein Spielzeug. Nie hätte er seinem Vater gegenüber zugegeben, dass er das schwächliche Baby gern mochte, hatte dieser ihm doch erklärt, Kinder wären Weibersache. Jedenfalls würde er nächsten Januar die Schule verlassen, um auf dem Gut des Barons zu arbeiten. Die drei jüngeren Brüder, Stefan, Josef und Jan, bekundeten wenig Interesse für Wladek, während sich die jüngere Tochter Sophia, die gerade einmal sechs Monate älter war als er, sich damit begnügte, ihn einfach nur zu knuddeln.

Worauf Helena jedoch nicht vorbereitet war, waren Wladeks Persönlichkeit und Verstand, die sich so sehr von denen ihrer eigenen Kinder unterschieden. Niemand konnte übersehen, dass er in jeder Hinsicht anders war als sie - körperlich wie geistig. Die Koskiewicz-Kinder waren alle groß und grob gebaut, hatten rotes Haar und außer Florentyna graue Augen. Wladek hingegen war klein, stämmig und dunkelhaarig und hatte tiefblaue Augen. Die Koskiewiczs hatten kein Interesse an Bildung und verließen die Dorfschule, sobald Alter oder Notwendigkeit es erforderten. Wladek dagegen begann zwar spät zu krabbeln, sprach aber mit achtzehn Monaten.

Mit drei Jahren konnte er sich zwar nicht allein ankleiden, dafür aber lesen. Mit fünf Jahren konnte er zusammenhängende Sätze schreiben, machte aber immer noch ins Bett. Er brachte seinen Vater zur Verzweiflung und war der Stolz seiner Mutter. Seine ersten vier Lebensjahre blieben hauptsächlich durch seine zahlreichen Versuche in Erinnerung, mittels einer Krankheit diese Erde zu verlassen. Was ihm auch gelungen wäre, hätten seine Mutter und Florentyna nicht beharrlich alles dafür getan, dies zu verhindern. In seinen Harlekinkleidern lief er in dem kleinen Holzhaus barfuß hinter der Mutter her, und kam Florentyna aus der Schule, so wechselte er seine Gefolgschaft und wich nicht von ihrer Seite, bis sie ihn zu Bett brachte. Wenn Florentyna die Mahlzeit in neun Portionen teilte, gab sie Wladek nicht selten die Hälfte ihres Anteils, und wenn er krank war, die ganze Portion. Wladek trug die Kleider, die sie ihm anfertigte, sang die Lieder, die sie ihn lehrte, und teilte mit ihr die wenigen Spielsachen, die sie besaß.

Da Florentyna beinahe den ganzen Tag über in der Schule war, wollte der kleine Wladek sie schon bald begleiten. Sobald man es ihm erlaubte, marschierte er, Florentyna fest an der Hand haltend, die achtzehn Werst durch moosbedeckte Birken- und Pappelwälder zu der kleinen Schule in Slonim.

Anders als seinen Brüdern gefiel die Schule Wladek vom ersten Unterrichtsläuten an; sie bot ihm ein Entrinnen aus der kleinen Kate, die bislang die ganze Welt für ihn gewesen war. In der Schule wurde ihm auch erstmals schmerzlich bewusst, dass die Russen sein Heimatland besetzt hielten. Er erfuhr, dass seine polnische Muttersprache nur zu Hause gesprochen werden durfte, während die Muttersprache in der Schule Russisch war. Er spürte bei den anderen Kindern den wilden Stolz auf ihre unterdrückte Muttersprache und Kultur. Und auch er begann diesen Stolz zu teilen.

Zu seinem Erstaunen stellte Wladek fest, dass ihn der Lehrer, Herr Kotowski, nicht ausla

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