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Jenseits des Geldes. ERSTER TEIL von Niquet, Bernd (eBook)

  • Erschienen: 18.01.2013
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag
eBook (ePUB)
8,99 €
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Jenseits des Geldes. ERSTER TEIL

Das Geld hat den Menschen aus langen historischen Abhängigkeiten befreit. Wer heute etwas haben möchte, bezahlt mit Geld und muss keine anderweitigen Gegenleistungen mehr anbieten. Die meisten Bereiche unseres Lebens liegen allerdings jenseits des Geldes. Wie steht es jedoch jenseits des Geldes mit der Freiheit? Bernd Niquet verfolgt den Lebensweg einer Gruppe von Menschen und stellt fest, dass selbst der Wegfall materieller Restriktionen uns nicht von unseren alten Fesseln befreit. Im Gegenteil, die Vergangenheit bestimmt weit stärker über uns als die gesamte Geldsphäre das je vermag. Bernd Niquet ist promovierter Volkswirt, Jahrgang 1956. Von ihm sind bisher die folgenden Bücher erschienen: Das Universum des Kokons (1994), Der Crash der Theorien (1997), Der Euro - Chance für ein besseres Geld (1997), Das Ende des Kapitalmangels (1997), Die Generation X am Neuen Markt (1998), Keine Angst vorm nächsten Crash (1999), Herr Gonzales macht Urlaub im Paradies (1999), Tausend Prozent Gewinn (2000), Die Welt der Börse (2000), Der Zauberberg des Geldes (2001), Das Orwell Haus (2002), Klabautermannzeit (2003), Die Romantik der Finanzmärkte (2006), Finale Senkrechte (2006), Kant für Manager (2007), Der MADchester-Kapitalismus (2008), Taupunkte (2009) und Wie ich die Finanzkrise erfolgreich verdrängte (2010).

Produktinformationen

    Größe: 604kBytes
    Herausgeber: Engelsdorfer Verlag
    Untertitel: ERSTER TEIL
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 506
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783862686803
    Erschienen: 18.01.2013
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Jenseits des Geldes. ERSTER TEIL

(2) (S. 23-24)

Es öffnet sich ein Vorhang, und ich sehe plötzlich Dinge, die ich vorher nicht gesehen habe, und von denen ich geschworen hätte, es gäbe sie gar nicht: Ich bin der einzige Überlebende. Meine Mutter, Vaters erste Frau, hat sich umgebracht. Der erste Mann seiner jetzigen Frau hat sich ebenfalls umgebracht. Und der Sohn, der aus dieser Verbindung hervorgegangen ist, also gleichsam mein Stiefbruder, ist mit dem Motorrad frontal in einen Bus gefahren. Auch hier liegt der Selbstmord nahe. Ich bin also der einzige Überlebende. Alle, die meinen Vater und seine Frau auf ihrem familiären Weg begleitet haben, haben sich umgebracht. Ich bin der einzige Überlebende. Ich bin schockiert, aber mich kriegen sie nicht.

Dabei war ich immer so stolz auf meine Familie, auf diese Halbfamilie, die da nach Mutters Tod für mich übrig blieb. Ich war immer so stolz, dass bei uns die Dinge nicht unter den Teppich gekehrt, sondern ausdiskutiert wurden. Was haben wir uns da teilweise für Schlachten geliefert, doch hinterher war es dann immer wieder gut. Ja, ich war stolz, dass das bei uns trotz der wahrlich nicht guten Startbedingungen so passabel lief. Als ich Jennys Familie kennen lernte, wurde mein Stolz nur noch größer. Doch jetzt ist das kaputt. Anscheinend habe ich mir die ganze Zeit über etwas vorgemacht.

Oder man hat mir etwas vorgemacht. Ich spüre, dass der Bruch, der gerade passiert ist, kaum wieder zu kitten sein wird. Ich kenne Vater und vermute, ihn niemals wiederzusehen in meinem Leben. Ich rede viel mit Jenny über meine augenblickliche Situation. Jenny und ich sind uns jetzt so nah wie vielleicht noch niemals zuvor. Ich bin sehr dankbar dafür. Vieles wird mir jetzt erst klar. Ja, wir haben alle Konflikte offen ausgetragen, aber wohl nur auf der Sachebene.

Da wurde mit offenem Visier gestritten. Die persönliche Ebene hingegen blieb außen vor. Oder anders: Hinterrücks bekam ich hier stets das Schwert der vorgefassten Weltsicht in den Rücken gebohrt. Vater hat immer gesagt: Du musst selbst entscheiden. Dabei war ich doch stets so beeinflusst, dass ich gar nicht selbst entscheiden konnte und daher selbst immer so entschieden habe, wie Vater das wollte. So sah meine Freiheit aus. udium zu beginnen, sie habe ich gegen Vater getroffen. Und anscheinend ist genau das jetzt auf mich zurückgefallen. Meine Großmutter Erna meinte damals:

Du willst doch studieren, also mache es doch. Und plötzlich war ganz einfach, was sich vorher als gänzlich unmöglich darstellte. Ich werde ihr das niemals vergessen. Denn das war der entscheidende Schritt. All meine Liebe habe ich zu Vater und seiner Frau hingetragen. Jede Woche bin ich einmal zum Abendbrot vorbeigekommen. Doch man hat es letztlich niemals akzeptiert, dass ich so bin, wie ich bin. Viele Jahre später hat mein Doktorvater zu mir gesagt: Ich bin bereit, Sie so zu nehmen, wie Sie sich selbst verstehen. Ich glaube, das war der schönste und wichtigste Satz meines Lebens. Jetzt, nach der Explosion mit Vater, spüre ich plötzlich eine Freiheit in mir, die ich vorher so nicht gekannt habe. Dann kommt ein Brief von Vaters Frau.

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