text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Jessica Im Sturmwind der Leidenschaft von Carrington, Ashley (eBook)

  • Verlag: hockebooks
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Jessica

Jessica hat es geschafft, ihre Farm "Seven Hills" wieder neu aufzubauen. Doch das Schicksal verschont sie nicht: Sie erwartet ein Kind - von ihrem Halbbruder Kenneth, für den sie seit jeher nur Hass empfindet. Um vor der Schande zu fliehen, sieht sie nur einen Ausweg: Sie kehrt zurück in ihre Heimat, nach England. Dort wird sie endlich auch die Gelegenheit haben, mit ihrer Familie abzurechnen. Band 8 der Jessica-Reihe von Ashley Carrington. Mit einer Gesamtauflage in Deutschland von fast sechs Millionen zählt Rainer M. Schröder alias Ashley Carrington zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern von Jugendbüchern sowie historischen Gesellschaftsromanen für Erwachsene. Letztere erscheinen seit 1984 unter seinem zweiten, im Pass eingetragenen Namen Ashley Carrington im Knaur Verlag. Seinem unter diesem Pseudonym verfassten Roman "Unter dem Jacarandabaum" wurde die besondere Auszeichnung zuteil, von der Bundeszentrale für politische Bildung in der Broschüre "Das 20. Jahrhundert in 100 Romanen" (Stiftung Lesen/Leseempfehlungen Nr. 112) zu den 100 lesenswerten Romane der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts gezählt zu werden. Rainer M. Schröder lebt an der Atlantikküste von Florida.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 280
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957512437
    Verlag: hockebooks
    Größe: 1403 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Jessica

Für R.M.S.,
Spiegel meiner Seele,
Quelle meiner Kraft.
Australien

Dezember 1808
1

"Sogar die guten Nachrichten, die ich für Jessica Brading habe, sind noch schlechte Nachrichten", murmelte William Hutchinson vor sich hin, während er am Fenster seines Bürozimmers stand und ihr Kommen erwartete. "Es ist ungerecht, dass sich das Schicksal so sehr gegen einen Menschen verschwört. Zum Teufel noch mal, sie hat es am wenigsten von uns allen verdient."

Mit kummervoller Miene blickte der Anwalt, der wie seine Klientin vor fast einem Jahrzehnt als Sträfling nach Australien gekommen war und hier einen neuen Anfang gemacht hatte, auf die weite tiefblaue Bucht von Sydney hinaus, die im Licht des schwindenden Sommertags lag. Das Wissen, dass ein anderer die Früchte ihrer langjährigen Plackerei ernten würde, schmerzte ihn. Reichte es denn noch nicht, dass sie schon die Comet , ihren Schoner mit zwanzig Tonnen Wolle und mehrere tausend Schafe verloren hatte sowie bei dem verbrecherischen Brandanschlag auf ihre Farm Seven Hills beinahe ums Leben gekommen wäre? Musste sie jetzt auch noch ihre Beteiligung an der Pacific und ihr neu gebautes Geschäftshaus in Sydney verkaufen, um nicht ihre Farm in Gefahr zu bringen?

Ein stolzer Dreimaster näherte sich unter gerefften Segeln vom Meer her. Der Hafen der Sträflingskolonie galt als einer der schönsten und sichersten Ankerplätze der Welt. Der Bug des schlanken Schiffs schnitt durch die in der Abendsonne glitzern den Fluten, während die Matrosen die Takelage aufenterten und über die Rahen turnten, um das Segeltuch einzuholen. Aus ihrer schwindelerregenden Höhe bot sich ihnen ein ausgezeichneter Ausblick auf die größte Stadt der vor zwanzig Jahren gegründeten Kolonie New South Wales.

Längst gehörte die Zeit der Vergangenheit an, da Sydney nichts weiter als eine planlose und wenig einladende Ansammlung von einfachen Zelten, Lehmhütten und einigen wenigen Holzbaracken gewesen war. Die primitive Pionierzeit der ersten Jahre war vorbei, zumindest hier an der Küste. Wenn die Straßen auch noch ungepflastert und daher im Sommer staubig und im Winter schlammig und Sträflingskolonnen überall gegenwärtig waren, so hatte diese Siedlung mittlerweile doch den Eindruck einer provisorischen Niederlassung mit zweifelhafter Zukunft verloren. Es hatte Jahre gegeben, da hatten Naturkatastrophen Hungersnöte hervorgerufen und die junge Kolonie an den Rand der physischen Vernichtung geführt. Im Kolonialamt in London hatte es lange Zeit so ausgesehen, als würden die Pessimisten recht behalten, die New South Wales keine Überlebenschance gaben und einen baldigen Zusammenbruch der "Sträflingskolonie am Ende der Welt" prophezeiten. Doch diese Skeptiker waren schon vor Jahren verstummt.

Sydney hatte sich rund um die keilförmige, hügelige Bucht zu einer stetig wachsenden, geschäftigen Pionierstadt mit all ihren guten wie schlechten Seiten entwickelt. Der Zustrom der freien Siedler und Kaufleute, die in Australien ihr Glück suchten und es häufig auch fanden, hatte in den letzten Jahren enorm zugenommen. Und es kamen längst nicht mehr nur die Mittellosen und in der alten Heimat Gescheiterten. Dies schlug sich auch in den zahlreichen Werkstätten, Kontoren, Lagerhäusern, Geschäften und Wohnhäusern nieder, die nun nicht mehr wie früher aus geflochtenen Zweigen und Lehm innerhalb von wenigen Tagen errichtet wurden, sondern als solide dauerhafte Gebäude aus Holz oder aus Sandstein und Ziegel. Die vielen stattlichen Privathäuser auf dem sanft ansteigenden Ostufer, dem besten Wohnviertel der Stadt, wo sich ebenfalls die Residenz des vor fast einem Jahr gestürzten Gouverneurs Bligh befand, gaben ein deutliches Zeugnis vom wirtschaftlichen Aufschwung ab - wie auch die zahlreichen Lagerschuppen, Kornspeicher, Kontore und Werften entlang der Hafenanlagen.

Doch Sydney hatte auch sein hässliches Gesicht, und das fand man in den St

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen