text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Jessica Alles Glück hat seinen Preis von Carrington, Ashley (eBook)

  • Verlag: hockebooks
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Jessica

Für Jessica ist es an der Zeit, Abschied von Australien und ihrer geliebten Farm "Seven Hills" zu nehmen. Sie fährt nach England, um dort ihr ungewolltes Kind heimlich zur Welt zu bringen und auch endlich ihre Halbschwester kennenzulernen. Vor allem aber will sie sich an ihrem Vater für das Unrecht rächen, das er ihr vor vielen Jahren angetan hat. Band 9 der Jessica-Reihe von Ashley Carrington. Mit einer Gesamtauflage in Deutschland von fast sechs Millionen zählt Rainer M. Schröder alias Ashley Carrington zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern von Jugendbüchern sowie historischen Gesellschaftsromanen für Erwachsene. Letztere erscheinen seit 1984 unter seinem zweiten, im Pass eingetragenen Namen Ashley Carrington im Knaur Verlag. Seinem unter diesem Pseudonym verfassten Roman "Unter dem Jacarandabaum" wurde die besondere Auszeichnung zuteil, von der Bundeszentrale für politische Bildung in der Broschüre "Das 20. Jahrhundert in 100 Romanen" (Stiftung Lesen/Leseempfehlungen Nr. 112) zu den 100 lesenswerten Romane der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts gezählt zu werden. Rainer M. Schröder lebt an der Atlantikküste von Florida.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 270
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957512444
    Verlag: hockebooks
    Größe: 1308 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Jessica

Prolog

Es war seine letzte Nacht und seine letzte Chance, und er wusste es. Wenn es ihm diesmal nicht gelang, das Glück auf seine Seite zu locken und auch zu halten, stand es schlechter um ihn bestellt als vor anderthalb Jahren, als er seinen seidenbestrumpften Fuß auf australischen Boden gesetzt hatte, und das wollte etwas heißen. Die lange, fast fünf Monate währende Überfahrt mit dem Ostindiensegler hatte er wahrlich nicht aus Abenteuerlust oder aber aus einer exzentrischen Laune heraus angetreten. Es war eine Tat der Verzweiflung gewesen, auch wenn er sich das damals so nicht eingestanden hatte.

Henry Thornton verdrängte die trüben Gedanken und sah sich im Hotelzimmer um, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die schnell wachsende Stadt Sydney, ihren geschäftigen Hafen und die weite Bucht hatte, die unter Seeleuten und weit gereisten Kaufleuten als der schönste Naturhafen der Welt galt.

Er hatte Angst vor dieser Nacht, doch er war ein Gentleman und so erzogen worden, sich derart gewöhnliche Gefühlsregungen nicht anmerken zu lassen, schon gar nicht, wenn es sich um etwas so Profanes wie Geld handelte.

Vor dem Spiegel über der Waschkommode prüfte er eingehend sein Erscheinungsbild. Er sah einen äußerst attraktiven Mann von zweiundvierzig Jahren in einem eleganten mandelfarbenen Sommeranzug aus bestem Tuch. Die Krawatte war perfekt gebunden und das Rüschenhemd makellos weiß. Die goldenen Manschettenknöpfe mit dem eingravierten Familienwappen der Thorntons funkelten im Licht der Lampe, wie auch die Kette seiner Taschenuhr, die einen Bogen aus schimmerndem Gold über die linke Seite seiner Seidenweste beschrieb und in einer der Seitentaschen verschwand.

Er drehte den Kopf leicht zur Seite, um sein Profil zu begutachten, und ihm war, als wäre er im Gesicht in letzter Zeit etwas schmaler geworden, und das Grau an seinen Schläfen schien tiefer in sein schwarzes Haar vorgedrungen zu sein. Doch alles in allem war er mit dem, was ihm im Spiegel entgegenblickte, sehr zufrieden. Wie es in ihm aussah, ging niemanden etwas an.

Wenige Minuten später verließ Henry Thornton das neu errichtete Hotel Royal York , das mit seinen geräumigen und komfortabel eingerichteten Zimmern der zahlungskräftigeren Kundschaft vorbehalten war. Es stand am Ostufer von Sydney, der besseren Wohngegend, wo auch der Gouverneurspalast und die Häuser der wohlhabenden Kaufleute und mancher Offiziere zu finden waren. Besonders Letztere hatten es verstanden, rasch und skrupellos zu einem Vermögen zu kommen, indem sie kurz entschlossen die Macht an sich gerissen und die Kolonie zu ihrem Dukatenesel gemacht hatten. Es gab kaum ein Geschäft, an dem die Offiziere nicht profitierten, doch das einträglichste war das mit Rum, und sie besaßen das Monopol.

Henry Thornton verzichtete auf die unnötige Ausgabe für eine Kutsche und machte sich im schwindenden Licht des scheidenden Tages auf den Weg zu Betsy's Place . Dieses Etablissement hatte sich nicht nur den Ruf erworben, das geschmackvollste Bordell mit den exquisitesten Freudenmädchen der ganzen Kolonie zu sein, sondern es war auch Treffpunkt derjenigen leidenschaftlichen Glücksspieler, die ihre Einsätze in Pfund machten und nicht in Pennies wie die Kartenspieler in den verräucherten Tavernen.

Forschen Schrittes, aber ohne Anzeichen von Hast, ging er die Straße hinunter und überquerte die Brücke, die über einen Bach führte. Dieser kleine Wasserlauf trennte das ruhige und vornehmere Ostufer vom bedeutend geschäftigeren und dichter bebauten Westufer.

Henry Thornton war immer wieder überrascht, wie schnell diese Sträflingskolonie in den letzten Jahren gewachsen war, ganz besonders Sydney. Wo vor nicht einmal einem Vierteljahrhundert die ersten Seeleute, Soldaten und Deportierten ihre Zelte aufgeschlagen und damit begonnen hatten, primitive Hütten aus Lehm und Flechtwerk zu errichten, fanden sich nun ganze Straßenzüge stattl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen