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Jessica Die Liebe endet nie von Carrington, Ashley (eBook)

  • Verlag: hockebooks
eBook (ePUB)
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Online verfügbar

Jessica

Jessica kehrt zurück nach Australien auf ihre geliebte Farm "Seven Hills" und ist fest entschlossen, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Mehr denn je stürzt sie sich in ihre Arbeit, doch dabei wird ihr immer bewusster, dass ihr eines fehlt: ein Mensch, der sie liebt und mit dem sie ihre täglichen Sorgen teilen kann. Der zehnte und letzte Band der Jessica-Reihe von Ashley Carrington. Mit einer Gesamtauflage in Deutschland von fast sechs Millionen zählt Rainer M. Schröder alias Ashley Carrington zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftstellern von Jugendbüchern sowie historischen Gesellschaftsromanen für Erwachsene. Letztere erscheinen seit 1984 unter seinem zweiten, im Pass eingetragenen Namen Ashley Carrington im Knaur Verlag. Seinem unter diesem Pseudonym verfassten Roman "Unter dem Jacarandabaum" wurde die besondere Auszeichnung zuteil, von der Bundeszentrale für politische Bildung in der Broschüre "Das 20. Jahrhundert in 100 Romanen" (Stiftung Lesen/Leseempfehlungen Nr. 112) zu den 100 lesenswerten Romane der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts gezählt zu werden. Rainer M. Schröder lebt an der Atlantikküste von Florida.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 260
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957512451
    Verlag: hockebooks
    Größe: 1453 kBytes
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Jessica

3

Captain Nathan Leggett war von großer, schlanker Gestalt und vermittelte stets den Eindruck eines Mannes, der unter ständiger Anspannung stand. Anne hatte ihn mal sehr treffend mit einem straff gespannten Tau im Rigg verglichen, das bei starkem Wind so hell wie eine Klaviersaite sirrt. Jede seiner Bewegungen hatte etwas ebenso Kraftvolles wie Kontrolliertes an sich. Er verlangte von seiner Mannschaft, die Offiziere eingeschlossen, absoluten Gehorsam und Einsatz bis zur Selbstaufgabe. Das einzige Buch, das er neben seinem Logbuch zur Hand nahm, war die Bibel, von der er aber allein das Alte Testament gelten ließ. Von alttestamentarischer Art waren auch seine Strenge und sein Zorn.

In makelloser Uniform, breitbeinig, die Fäuste in die Hüften gestemmt und den Zorn des Gerechten in den Augen, stand er auf dem Achterdeck vor seinem Ersten Offizier und fauchte ihn mit schneidender, weithin hörbarer Stimme an. "Was heißt hier Hitze! Wer hat Sie überhaupt nach Ihrer unmaßgeblichen Meinung gefragt, Mister Griffin?"

"Niemand, Sir!"

"Richtig, niemand, Mister Griffin. Also behalten Sie Ihre unausgegorenen Meinungen für sich und konzentrieren Sie sich gefälligst darauf, Ihre Pflicht zu tun, und die besteht darin, darüber zu wachen, dass meine Befehle so ausgeführt werden, wie ich sie erteilt habe!"

Wie ein kleiner Junge stand der Erste Offizier, ein gut aussehender Mann von zweiunddreißig Jahren, vor dem Captain, mühsam beherrscht und im vollen Wissen seiner totalen Ohnmacht. Die Macht eines Captain auf seinem Schiff überstieg die eines jeden Fürsten, ja Königs. Sein Wort war Gesetz, und jede Auflehnung konnte als Meuterei geahndet werden.

Captain Leggett sagte man nach, schon zweimal aufsässige Matrosen kurzerhand als Meuterer an der Rahe aufgeknüpft zu haben. Er galt als unerbittlich. Doch seltsamerweise hatte er nie Schwierigkeiten, vor jeder neuen Fahrt eine erstklassige Mannschaft zusammenzubekommen, vom Decksjungen bis zum Ersten Offizier. Denn er war auch noch für etwas anderes bekannt, nämlich für sein legendär schnelles Schiff, für dessen jederzeit tadellosen Zustand er keine Kosten und Mühen scheute, für seine seemännische Brillanz und traumwandlerische Sicherheit in gefährlichen Situationen und für seine gute Heuer, die ihresgleichen suchte. Wer auf der Artemisia anheuerte, brauchte sich um eine gute Heuer, anständiges Essen und eine sichere Schiffsführung nicht zu sorgen, und dafür nahmen viele Seeleute alles andere in Kauf. Und wer als Offizier mehrere große Fahrten unter ihm durchstand, der lernte bei ihm mehr als auf der besten Akademie. Jeder Erste Offizier, der zwei Jahre unter Captain Leggett gefahren war, konnte sich danach sein eigenes Kommando unter einer Vielzahl von guten Angeboten auswählen. Nathan Leggett zerbrach seine Offiziere oder formte sie zu Abbildern seiner selbst. Dazwischen gab es nichts. Für Edward Griffin war es die erste Fahrt unter ihm, und noch stand nicht fest, zu welcher Gruppe er am Schluss gehören würde.

"Machen Sie ihnen gefälligst Feuer unter dem Hintern, Mister Griffin!", fuhr Captain Leggett mit Donnerstimme fort. "Die verdammten Faulpelze sollen sich in die Riemen legen und pullen! Wir veranstalten hier doch keinen gemütlichen Ausflug über einen Dorfteich. Dies ist ein Schiff, falls Sie das noch nicht bemerkt haben, Mister Griffin, und ein Schiff ist dazu da, dass es sich von A nach B bewegt. Bewegt! Sofern es nicht vor Anker liegt. Aber wie man sieht, liegen wir nicht vor Anker. Wenn ich das gewollt hätte, hätte ich die Mannschaft doch wohl auch eher ans Ankerspill als in die Boote geschickt, nicht wahr?"

"Aye, aye, Sir!"

"Gut, dass wir uns darüber einig sind. Aber wenn wir nicht vor Anker liegen, ist doch die logische Folgerung, dass wir uns auf dem Weg von A nach B befinden. Würden Sie mir auch darin zustimmen, Mister Griffin?", fragte der Captain mit ätzendem Hohn.

Stocksteif, mit bla

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