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JETZT ist ein guter Zeitpunkt von Förster, Karina (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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JETZT ist ein guter Zeitpunkt

Ein einziger Moment verändert radikal das Denken von Franka, die anstelle ihrer Schwester einen Wochenendausflug mit Freunden in die Schweizer Alpen unternimmt. Eine Schneelawine ist die erste Welle von mehreren Geschehnissen, die Franka ihr Lebenskonzept neu überdenken lassen. Die will nun in Zukunft nie wieder etwas auf die lange Bank schieben. Von entsetzlichem Liebeskummer gepeinigt, flieht sie nach der Rettung in die Abgeschiedenheit eines buddhistischen Frauenklosters in Nordasien. Nach über einem Jahr ereilt sie dort die Nachricht, dass ihre geliebte Ersatztante im Sterben liegt, und sie kommt zurück. Liebevoll begleitet sie Tante Erna auf ihrem letzten Weg und ermöglicht ihr einen weitestgehend menschlichen Abschied vom Leben. Konsequent unterdrückt und vernachlässigt sie dabei ihre eigenen Bedürfnisse, bis dies nicht mehr möglich ist und sie sich erneut allen Erlebnissen aus der Schweiz stellen muss. Große Liebe, große Gefühle und eine Portion Drama mischen sich mit schaurig schönen Momenten, die das Leben bejahen und als etwas annehmen, was es ist. Voller Wunder. Karina Förster (Jahrgang 1971, geboren in Wismar/Meckl.) lebt und arbeitet in Leipzig. Wenn die zweifache Mutter ihre Finger nicht gerade in die Gartenerde steckt, den streunenden Kater Namens Felix das Fell krault, verfasst sie auf ihrem Laptop neue Romane und wird ganz sie selbst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 398
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748558613
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 1116 kBytes
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JETZT ist ein guter Zeitpunkt

Kapitel 2

Meine Schwester läuft mir freudestrahlend entgegen, als ich in der Einfahrt meines Elternhauses parke. Sie sah mich durch das Küchenfenster und ganz sicher erwartet sie mich seit Stunden ungeduldig.

"Franka! Wo warst du so lange?", fragt sie vorwurfsvoll, als sie auf mich zugelaufen kommt und ihre Arme ausbreitet.

Ich öffne den Mund und lege das Bonbon zwischen meine Vorderzähne. Gekränkt blickt sie jetzt drein und stoppt in ihrer Bewegung, während ich den Schlüssel aus dem Zündschloss ziehe.

"Ich fasse es nicht! Dein erster Gedanke ist Tante Erna, wenn du herkommst und ich sehe immer in die Röhre. Du Rabenschwester bringst mir nicht einmal einen mit!", schimpft sie.

Das sagt sie immer und weiß sehr wohl, dass ich so nicht bin, denn sie schielt zu meiner Hand. Die kramt in dieser Sekunde aus der Hosentasche das Bonbon heraus, welches Tante Erna mir nicht ohne Grund mitgab. Britta streckt ihre Hand erwartungsvoll aus und das Bonbon landet in ihrem Mund. Glücklich strahlt sie mich an. Erst nach diesem Ritual ist Zeit für eine gefühlvolle und ausgiebige Umarmung.

"Ich freue mich so, dich endlich zu sehen", flüstert sie mir in mein Ohr, "und will ganz viel mit dir besprechen. In den nächsten Tagen will ich dir und Mama das Kleid zeigen, ein Friseurbesuch steht auf dem Plan, um die Frisuren zu proben, und mit Sophie geht es für einen Tag in eine tolle Wellnessoase. Hast du die E-Mail mit meinen Fotos von den Haarkränzen bekommen?"

"Ja. Ich finde die Idee ausgezeichnet und binde sehr gerne die Kränze für die Blumenkinder. Die für Mama und mich, sollten farblich darauf abgestimmt sein", lobe ich ihren Einfall. Die Wahl des Blumenschmucks überlässt sie mir und als Fachfrau übernehme ich diesen Part gerne.

"Komm mit! Papa wartet. Mama bringt die Gästewohnung auf Vordermann, weil sich Davids Eltern ankündigten und darin einquartiert werden."

"Oh, sie schickte dich fort, um selbst alles auf Hochglanz zu wienern? Dann will sie sich bestimmt nicht vor deinen Schwiegereltern blamieren, weil irgendwo Staub liegt", lache ich und streife mir die Pumps an der Haustür ab.

"Du sagst es", stöhnt Britta und rollt mit ihren blauen Augen. "Du hast den Garten noch nicht gesehen. Sie rannte wochenlang mit der Rosenschere umher. Kein Grashalm wächst mehr in die falsche Richtung und die, die ihre Schnittkur überlebten, werden sich sehr genau überlegen, wohin sie wachsen."

Ich stelle mir bildlich vor, wie meine detailversessene Mutter mit dem unbändig wachsenden Rasen kämpft. Im Endeffekt wird niemand interessieren, wie der Rasen aussieht, aber meine Mutter ist halt meine Mutter. Was Ordnung betrifft, ist sie sehr gewissenhaft.

Und irgendwie schrullig.

"Erzählst du Franka gerade, dass ich sie die ganze Zeit über nur als Hauch eines Schattens ausfindig machen kann", schaltet sich Papa ein, der uns im Flur entgegeneilt. Wir umarmen uns.

"Hallo Papa. Nun, ich leiste dir bei Bedarf gerne Gesellschaft", grinse ich und küsse seine stoppelige Wange eingehend, bis er mich sanft von sich schiebt. "Nach der Hochzeit entspannt sie sich garantiert."

"Hallo Franka. Willkommen."

Mein Vater überragt mich um einen halben Kopf. Er ist kräftig gebaut und seine riesigen Hände, werkeln gerne und ausgiebig in der Werkstatt. Die richtete er sich in einer Ecke der Garage ein. Ein Tag ohne einen Gang in seine heiß geliebte Werkstatt, ist für ihn ein verlorener Tag. Meine kreative Ader vererbte er ohne Zweifel an mich.

"Ich würde euch ja gestehen, dass ich die ganze Woche entspannt in der Werkstatt werkelte, fürchte aber, dass ihr es Mama petzen geht."

"Wir? Petzen?", entrüsten sich Britta und ich fast zeitgleich. Beleidigt sehen wir ihn an.

"Es war so wunderbar", schwärmt er mit verklärten und verdrehten Augen. "Kein mach hier, mach dort und wenn es nach mir geht, kann immer irgendwer heiraten, damit sie ausgiebig irgendwo

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