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Joachim Ringelnatz - Gesammelte Werke von Ringelnatz, Joachim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.04.2016
  • Verlag: Anaconda Verlag
eBook (ePUB)
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Joachim Ringelnatz - Gesammelte Werke

Ein männlicher Briefmark erlebte / was Schönes, bevor er klebte. / Er war von einer Prinzessin beleckt. / Da war die Liebe in ihm erweckt.' Wer Gedichte von Joachim Ringelnatz liest, kommt aus dem Staunen so rasch nicht wieder heraus, denn seine Verse stecken voller überraschender Reime, verblüffender Gedanken und versponnener Ideen. In ihrer Gesamtheit ergeben sie ein komisches und sehr entspanntes, ganz dem 'Wunderland Leben' zugewandtes Werk. Das versammelt diese edel ausgestattete Ausgabe zwischen zwei lichtblauen Leinendeckeln. Passend zum Inhalt ist diese wunderschöne Geschenk-Ausgabe in edles Iris-Leinen gebunden und mit Goldprägung versehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 896
    Erscheinungsdatum: 27.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783730691472
    Verlag: Anaconda Verlag
    Größe: 4107 kBytes
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Joachim Ringelnatz - Gesammelte Werke

Was Topf und Pfann' erzählen kann

Ein lustiges Märchen

Text von Hans Bötticher und
Ferdinand Kahn
1910

D AS F EUER zischt mit rotem Kopf -

Am Herd - da stehet Topf an Topf.

Drin kocht und siedet dies und das;

Die Köchin geht und holt noch was!

Kaum ist sie fort die Küche leer,

Geht's auf dem Herd lebendig her!

Das Feuer prasselt - bli! bla! blu! -

Der gute Herd - der brummt dazu.

In Topf und Töpfchen regt es sich

Und zischt und brodelt wunderlich.

Aus jedem tönt ein Stimmchen vor,

Und geht ihr hin und spitzt das Ohr,

Dann hört ihr - ei, das wird ein Spaß! -

Ein jeder Topf erzählt euch was.

Und was noch kochend drinnen liegt,

Weil ihr es erst heut' mittag kriegt,

Sagt, was erlebt' es wundersam,

Bevor es in den Kochtopf kam.

Drum kommt und hört - es ist nicht schwer -

Es freut bei Tisch euch sicher sehr,

Dieweil ihr mehr wie alle wisst

Von dem, was man zu Mittag isst!

E S LIEGT in seinem Topfe

Ein Braten feist und schwer

Und sagt mit rotem Kopfe:

"Allhier gefällt mir's sehr!"

Das gute liebe Feuer

Wärmt mich so wohlig an;

Das freut mich ungeheuer,

Wär' ich nur näher dran!"

Er hat sich immer näher

Zum Feuer hingewandt,

Da - pff! - ein Schrei, ein jäher,

Schon ist er angebrannt.

Da kommt die Köchin wieder

Und merkt sofort, was los;

Zum Braten schaut sie nieder -

O weh! - der Schreck ist groß! -

Am Fensterbrett zwei Raben,

Die plappern frech und dreist:

"Wer's gar zu warm möcht' haben,

Der brennt sich auch zumeist!"

"K ENNT IHR die Geschichte vom Hänschen?"

Fragte aus der Pfanne das Gänschen.

"Im Garten promenierte Hänschen,

Um einen Blumenstrauß zu pflücken;

Er traf ein rundes fettes Gänschen

Und kletterte auf seinen Rücken.

'Ha!', rief der Hans, 'jetzt kann ich reiten.

Ich reite nach Amerika

Dort gibt es keine Schularbeiten,

In vierzehn Tagen sind wir da!'

Ein Taschentuch nahm er als Zügel,

Der Sattel war bequem und weich,

Da plötzlich hob die Gans die Flügel

Und flog auf einen großen Teich.

Das Gänschen schwamm durchs Wasser

Hans strampelte und schrie zuletzt;

Das Gänschen tauchte dreimal unter

Und hat ihn dann ans Land gesetzt.

Hans kam nach Hause ohne Zügel

Und war vor Angst und Schrecken blass.

Denn erstens kriegt' er arge Prügel,

und zweitens war er klitschenass."

D IE S UPPE sprach mit leisem Mund:

"Die Kinder mach' ich stark - gesund!

Wenn ihr's nicht glaubt, so seid jetzt still

Und horcht, was ich erzählen will.

Im Wald, wo Wind und Wetter braust,

Hat eine Hexe einst gehaust,

Die hatte viele Kinderlein,

Die sperrte in den Wald sie ein,

Gab ihnen nichts zu essen mehr;

Die Kinder plagt' der Hunger sehr.

Doch eine Fee, die wusste dies;

Darum sie Suppe regnen ließ.

Da kamen schnell die Kinderlein

Und fingen sie in Töpfchen ein,

Und wurden groß und kräftig sehr,

Die Hex' konnt' sie nicht halten mehr,

Und kamen glücklich in die Stadt -

Die Suppe sie gerettet hat!"

"D AS KOMMT von solcher Prahlerei!"

So schimpfte zornig ein Spiegelei

Und zischte über dem Feuer und wallte

Und brodelte, prustete, spritzte und knallte.

Man fragte es, warum es so zornig sei -

Und da erzählte das Spiegelei:

"Es war zum fröhlichen Osterfest;

Vier Eier lagen in einem Nest,

Das eine aus Schokoladeguss

War braun, als wie eine H

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