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John Sinclair - Folge 1906 Fenster zur Vergangenheit von Wolfe, Eric (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.01.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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John Sinclair - Folge 1906

Richard Norwood stieg über einen löchrigen, fleckigen Schlafsack und ein paar Bretter, die von der Decke herabgestürzt waren. Er kam an einem Gang vorbei, der tiefer in das verfallene Haus führte. Richard leuchtete hinein und erstarrte, als der Lichtstrahl über einen haarigen Lumpen auf dem Boden glitt.

Was, zum Henker, war das? Ein zerfetzter Pelzmantel? Ein Überbleibsel aus der Garderobe der Menschen, die hier einst gelebt hatten? Richard Norwood ging langsam auf das Fellbündel zu. Als er erkannte, was da vor ihm lag, wurde ihm schlecht. Das war kein Pelzmantel ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 20.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732508327
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 839kBytes
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John Sinclair - Folge 1906

Richard Norwood zuckte zusammen, sah von Carl zu Toby und wieder zu Carl. "Das ist nicht dein Ernst!"

"Aber klar doch." Carl lachte. "Henrys Party war der totale Reinfall. Eine Tour durch das alte Spukhaus könnte die Nacht noch retten." Er wedelte mit einem Sixpack. "Ein oder zwei Bierchen in der Gesellschaft von Geistern. Was gibt es Schöneres?"

Norwood hatte Henry Snyders Geburtstagsfeier auch nicht gefallen. Das lag aber nur daran, dass er in die Küche geplatzt war, als Chrissy, Carls Schwester, dem Gastgeber dort einen Kuss gegeben hatte.

Klar, Chrissy wusste nicht, dass er in sie verschossen war, weil er noch nie auch nur ein einziges Wort mit ihr gewechselt hatte. Außerdem hatte sie sich vielleicht nur auf besonders nette Weise bei Henry für die Einladung bedankt. Trotzdem: Sie hatte ihn geküsst! Und das schmerzte Norwood bis ins Mark.

Im Gegensatz zu Carl hatte er sich aber nicht volllaufen lassen, ins Aquarium gekotzt und sich dann gewundert, dass Henry gebeten hatte, Carl möge nach Hause gehen. Dabei war es gerade mal zehn Minuten nach Mitternacht!

Richard Norwood hatte Carl begleitet, weil er keine Lust verspürte, Chrissy noch einmal in den Armen eines anderen zu finden.

Na ja, und Toby Fenderbaum schlich Carl sowieso überallhin nach, also hatte er sich ihnen angeschlossen.

Nun standen sie zu dritt vor dem verfallenen Kendrick-Haus, weil Carl unbedingt die etwas "längere Abkürzung" hatte nehmen wollen. "Schließlich habe ich Henry noch dieses Sixpack aus dem Kreuz geleiert, das wir auf dem Nachhauseweg leeren sollten."

Das Anwesen lag auf einem kleinen Hügel. Der fast volle Mond, der hinter dem linken Gebäudeflügel am Himmel stand, ließ es wie einen Schattenriss mit Giebeln und Türmchen und Erkern erscheinen. Von dem schmiedeeisernen Zaun, der das Grundstück umgab, war kaum mehr etwas zu sehen, weil die sicherlich einst sorgfältig getrimmten Hecken die Streben umwucherten.

Von dem schweren Tor hing ein Flügel schief in den Angeln, der zweite war verschwunden. Darüber spannte sich ein ebenfalls schmiedeeiserner Bogen, der zwei verschnörkelte Buchstaben zeigte. Ein J und ein F. Richard Norwood hatte keine Ahnung, was sie bedeuteten.

Die Leute der Gemeinde Welmington beschwerten sich häufig über den Schandfleck am Stadtrand. Eigentlich gehörte die Ruine abgerissen, aber der momentane Eigentümer ließ nicht mit sich reden. Anthony Norwood, Richards Vater und Mitglied im Gemeinderat, schimpfte beim Abendessen gelegentlich über den "reichen Sack aus Manchester", der jede Kommunikation verweigerte.

Der Umriss eines Nachtvogels tauchte vor der Mondscheibe auf und verschwand.

"Ich weiß nicht recht", sagte Richard Norwood. "Was wollen wir denn dort drinnen?"

"Mit den Geistern anstoßen." Wieder lachte Carl White auf, als habe er einen Mordswitz gerissen. "Oder hast du etwa Angst, Richy?"

"Quatsch!" Das entsprach nicht ganz der Wahrheit. "Aber du weißt ja, was sich die Leute erzählen. Sag doch auch mal was, Toby."

Toby Fenderbaum zuckte nur mit den Schultern und gab ein Brummen von sich. Natürlich wagte er es nicht, Carl zu widersprechen. Die beiden verband eine Freundschaft, die Norwood nicht nachvollziehen konnte.

Carl war ein Aufschneider, ein Rüpel, einer, der Schwächere zu gerne ausnutzte und sie herumschubste. Obwohl er, wie sie alle, gerade erst siebzehn Jahre alt war, trug er einen beachtlichen Bauch vor sich her. Toby hingegen war ein muskulöser Typ mit breiten Schultern. Warum ausgerechnet er Carl hinterherlief wie ein Schoßhündchen, konnte sich wohl niemand in Welmington erklären.

"Genau, Toby", stachelte Carl seinen Freund an. "Sag auch mal was. Gehen wir rein, oder gehen wir rein?"

"Ich würde sagen, wir gehen rein", antwortete Toby Fenderbaum.

Carl grinste Norwood an. "Siehst du, Richy? Du bist überstimmt."

"Na und? Ich finde es albern und gefährlich, n

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