text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

John Sinclair - Folge 1969 Die Vampirfee. von Dark, Jason (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
1,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

John Sinclair - Folge 1969

Ich hatte im Leben schon viele ungewöhnliche Personen kennengelernt, aber man erlebte doch immer wieder Überraschungen.

Diesmal hieß die Überraschung Diana. Sie war eine Märchenerzählerin. Aber das war nur die halbe Wahrheit, denn in Wirklichkeit war sie etwas ganz anderes. Sie war die Vampirfee ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 05.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732527717
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 1277kBytes
Weiterlesen weniger lesen

John Sinclair - Folge 1969

Luisa schluckte. Erst danach schaute sie die Märchenfrau an, die ihr Buch gesenkt hatte. An diesem Tag war nur Luisa zu ihr gekommen, um sich ein Märchen anzuhören. Eigentlich war sie mit ihren zehn Jahren zu alt dafür, aber es zog sie immer wieder zu Diana hin, die so tolle Märchen erzählen konnte. Oft genug handelte es sich auch um wahre Geschichten. Jedenfalls, wenn man Diana glaubte.

Das Buch lag noch auf ihren Knien, als Diana erneut den Kopf hob und Luisa anschaute. Auch das Mädchen sah in das Gesicht der Frau. Es war ein bleiches oder blasses Gesicht mit dunklen Augen, die tief in den Höhlen lagen. Das Haar schimmerte schwarz, aber es hatten sich auch ein paar graue Fäden hineingeschmuggelt.

Luisa spürte es kalt über ihren Rücken rinnen. Sie kannte den Grund. Der Schauer war entstanden, weil sie eine gewisse Furcht empfand, und das vor Dianas Anblick. Es war ihr noch nie passiert, und plötzlich sah sie es als komisch an, dass nur sie sich im Zimmer aufhielt. Die anderen Stühle waren unbesetzt, etwas stimmte nicht.

Lag es am Ausdruck der Augen? Sie sahen starr aus, aber auch künstlich, und das war Luisa neu. Sie wusste nicht, wie alt die Märchentante war. Manchmal wirkte sie sehr alt. Dann wiederum viel, viel jünger. An diesem Tag wirkte sie nicht nur alt, sondern auch unheimlich. Ja, das fiel ihr ein.

Es war still geworden. Luisa nahm sich die Zeit, über die Märchenfrau nachzudenken. Sie war schon einige Male bei ihr gewesen, und es kam ihr so vor, als hätte Diana immer ein anderes Gesicht aufgesetzt. Es kam aber auch darauf an, welche Geschichten sie las. Es gab die harmlosen, bei denen die jungen Zuhörerinnen sogar lachten, aber es gab auch die unheimlichen und gefährlichen, wie die Geschichte der Vampirfee, die so gern Blut trank.

Luisa musste sich schon zusammenreißen, bevor sie sprechen konnte.

"Ich muss jetzt gehen."

"Ja, tu das."

"Draußen wird es bald dunkel, und man will, dass ich noch vor dem Abend zu Hause bin."

Diana nickte. "Das sollst du auch. Ich bin sogar froh, denn ich habe nicht damit gerechnet, dass mich meine anderen Zuhörerinnen im Stich lassen würden. Sorry, das es so gekommen ist."

"Macht doch nichts." Luisa stand auf. Sie sah, dass ein Augenpaar sie beobachtete, und das wollte sie nicht. Deshalb wich sie dem Blick aus. Sie ging schnell bis zum Ausgang des kleinen Versammlungsraums, den Diana benutzen durfte.

"Luisa!"

Die Kleine zuckte zusammen, als sie die Stimme hörte. Sie hielt an und drehte sich um.

"Auf Wiedersehen. Bye, bye, meine Kleine. Ich denke, dass wir uns bald erneut sehen."

"Klar. Ich lasse Sie nicht im Stich."

"Das ist gut. Es ist schön, wenn man Menschen hat, auf die man sich verlassen kann."

"Klar. Darf ich jetzt gehen?"

"Natürlich. Aber gib auf dich acht."

"Klar, das mache ich."

Sie ging, und sie lief recht schnell durch den Flur, um die Haustür zu erreichen. Mit beiden Händen zog sie die Tür auf. Kalte Winterluft wehte ihr entgegen.

Es hatte auch geschneit, und über dem Ort lag die weiße Schicht wie Puderzucker. Ihr Bike stand neben dem Haus. Die dicke Jacke hatte sie angezogen und zog den Reißverschluss jetzt zu. Danach schaute sie in den Himmel.

Es war noch nicht dunkel geworden. Aber die grauen Wolken lagen wie eine Schicht hoch über ihr. Es konnte durchaus sein, dass sie in der Nacht eine Schneelast abladen würden. Luisa hatte nichts gegen den Schnee, aber nicht, wenn sie unterwegs war. Da brauchte sie ihre freie Fahrt und hoffte, dass es so blieb, denn sie wohnte nicht eben um die Ecke. Sie musste schon eine Strecke fahren und das auch durch einen Park, der recht einsam war. Es war eine Abkürzung, und es gab auch keine Probleme, wenn sie die im Hellen nahm.

Sie stieg auf ihr Bike. Irgendwie war sie froh, von diesem Ort wegzukommen. Jetzt freute sich Luisa darauf, nach Hause zu kommen und damit auch ins Warme&

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen