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Julies fremde Heimat von Elstad, Anne Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.05.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Julies fremde Heimat

Julie lebt mit ihrem Mann auf dem Hof der Schwiegereltern. Sie und ihre zwei Söhne werden von seinen Eltern sehr schlecht behandelt, und die Schwiegereltern denkt gar nicht daran, dem jungen Paar den Hof zu überschreiben. Die schwierige Situation auf dem Hof in Storvik führt die Ehe bald in eine tiefe Krise. Wo Jörgen weich und nachgiebig ist, erweist sich Julie als stark und zielstrebig. Und als sie zum drittenmal schwanger wird, ruht ihre ganze Hoffnung auf dem Ungeborenen. Anne Karin Elstad schildert mit großem Verständnis die Lebensgeschichte einer starken Frau in den schwierigen dreißiger Jahren in Norwegen. Dieses Buch ist die Fortsetzung von 'Julies Erwachen'. AUTORENPORTRÄT Anne Karin Elstad wurde 1938 in Valsøyfjord in Nordmøre Norwegen geboren. Sie arbeitete als Lehrerin, bis sie 1976 ihren ersten Roman veröffentlichte. Elstad gehört mit Gaarder zu den bekanntesten und erfolgreichsten Schriftstellern Norwegen. Elstad war in ihrem Heimatland so populär, dass sie schon für Schlagzeilen sorgte, wenn sie nur ein Manuskript im Verlag ablieferte. Ihre Bücher sind in Norwegen Bestseller und verkaufen sich über eine Million Mal. Sie hat zahlreiche Auszeichnungen für ihre Bücher erhalten. 2003 und 2006 hat sie unter anderem den norwegischen Leserpreis erhalten. Elstad starb am 4. april 2012. Insgesamt hat sie fünfzehn Bücher geschrieben. REZENSION 'Elstads Buch liest sich wie der schwedische Erfolgsroman Hannas Röchet von Marianne Fredriksson.' - Ostsee Zeitung 'Anne Karin Elstad ist eine wahre Meisterin im Schildern von Einzelschicksalen.' - Aftenposten 'Anne Karin Elstad ist eine glänzende Erzählerin.' - Aftenposten 'Anne Karin Elstad bietet Lesehungrigen, Menschen, die nach Erzähltem süchtig sind, echten Lesestoff.' - Aftenposten

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 412
    Erscheinungsdatum: 08.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711441138
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1078 kBytes
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Julies fremde Heimat

Die Fenster der Küche gehen auf den Fjord und die Bergkette hinaus, die vor dem offenen Meer Posten steht. Das ist ein Anblick, an dem sie sich nie sattsehen kann, ganz gleich, ob es stürmt oder Stille herrscht. Ein Anblick, der in ihr eine ganz eigene Freude aufkommen läßt, aber auch Unruhe, Sehnsucht und eine sonderbare Wehmut. An diesem frühen Maimorgen liegt der Fjord unbewegt da, nur eine einzelne Eiderente schwimmt weiter draußen, zeichnet hinter sich ein vollkommen ausgeformtes V, ein Fisch schnellt empor, und dann ist wieder alles wie unberührt. Auf der glatten Wasserfläche an den Ufern entlang spiegelt sich die Landschaft. Eigentlich sollte sie von Glück erfüllt sein, so wie sie da steht, mit dem einen Kind auf dem Arm und dem anderen, dem ältesten Sohn, der friedlich am Küchentisch mit Papier und Farbstiften spielt. Sie starrt in den herrlichen Morgen hinaus, schaukelt das Kind, das nach dem nächtlichen Weinkrampf noch leise wimmert, ohne richtig bei der Sache zu sein, spürt nichts als diese bleierne Müdigkeit im Körper. Das ist einer dieser Tage, an denen sie das Gefühl hat, nicht richtig atmen zu können. Aus der Speisekammer dringen die Geräusche der Zentrifuge herüber, wo Synnøve wie jeden Morgen die Milch schleudert. Das erinnert sie daran, daß sie hier ist, immer.

Die Zentrifuge ist nicht mehr zu hören, Synnøve kommt zur Tür herein, trocknet sich die Hände an der Schürze ab, schaut auf den halbgedeckten Küchentisch.

"Werden die Männer nicht gleich kommen und ihr Frühstück haben wollen?"

"Ich bin sofort fertig", sagt Julie ruhig.

Während sie das Kind auf ihrer Hüfte trägt, deckt sie den Tisch, und dann kommen sie nach und nach herein. Kristoffer und Jørgen, der Knecht Anders, der eine feste Anstellung auf dem Hof hat, seit Jørgen ganz klein war. Mehr Leute haben sie jetzt nicht zwischen den Erntezeiten. Zur Heuernte und im Herbst stellen sie für die Arbeiten, die draußen und drinnen anfallen, Hilfskräfte ein. Dies ist der erste Winter, seit sie hierhergekommen ist, daß sie kein Dienstmädchen gehabt haben. Mit drei Frauen im Haus müssen sie auch so über diese Jahreszeit kommen, während für das Holzfällen tageweise Hilfsarbeiter, je nach Bedarf, eingestellt wurden. Wie die Zeiten nun einmal sind, müssen sie an allen Ecken und Kanten sparen, meint Kristoffer.

Astrid steht in der Tür, und sofort quengelt der kleine Jostein und streckt die Arme nach ihr aus. Sie hebt ihn aus dem Schoß der Mutter hoch. Es versetzt Julie einen Stich, das Kind so zufrieden zu sehen. Anschauen zu müssen, wie er sich an sie klammert, die beiden rothaarigen, lockigen Köpfe aneinander geschmiegt. Der Goldjunge, denkt sie bitter und schämt sich ihrer Gedanken, aber so ist es nun einmal. Ein echter Storvik, sagt Synnøve, dasselbe rote Haar wie sie und Astrid, unverkennbar die Gesichtszüge der Storviks, dieselben hellblauen Augen, helle Haut, lange Gliedmaßen. Er ist nach Julies Vater benannt worden, den Namen Johannes wollte sie ihm aber nicht geben, so wurde er Jostein getauft. Doch was den ältesten Sohn betraf, den Erstgeborenen und Erben, das war keine Frage, er konnte nicht anders als Kristoffer heißen. Seit Generationen gibt es Kristoffer und Jørgen hier auf dem Hof. Man hielt es für Getue, wenn sie den Namen so aussprach, wie er ausgesprochen werden soll, Kristoffer. Krestafer, sagt man hier, aber in der Beziehung war sie unnachgiebig geblieben, sie wollte nicht, daß ihr Sohn, ein kleines Kind, Krestafer genannt wird. So war es schließlich ein kleiner Triumph für sie, als der Kleine, nachdem er größer geworden war und sprechen konnte, die Sache selber in die Hand nahm und sich Krister nannte.

"Krestafer heißt du", versuchte es Synnøve immer wieder.

"Nein, Krister heiße ich, Krister", sagte der Kleine und sah die Großmutter ernst an. "Krestafer, das ist doch der Großvater."

So mußten sie sich damit abfinden, aber noch immer empört sich Synnøve

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