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Küsse im Chaos von Winter, Elaine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2014
  • Verlag: books2read
eBook (ePUB)
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Küsse im Chaos

Unterschiedlicher als Carlotta und Lilli können Schwestern nicht sein. Während Carlotta mit beiden Beinen im Leben steht, leidet die verträumte Lilli ständig unter Liebeskummer. Um dem ein Ende zu setzen, beschließt Carlotta, ihr den passenden Mann zu suchen. Ruhig soll er sein, romantisch und ordentlich. Doch diesen Plan macht sie ohne ihre Schwester - und ohne ihr eigenes Herz. Denn als sie schließlich den Richtigen findet, ist das Gefühlschaos perfekt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 484
    Erscheinungsdatum: 15.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733783358
    Verlag: books2read
    Größe: 1302 kBytes
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Küsse im Chaos

2. KAPITEL

"Weißt du was, Oskar?" Carlotta stützte das Kinn in die Hand und sah müßig hinüber zu den drei frühen Gästen, die sich im Susanna's eingefunden hatten, bevor all die vielbeschäftigten Art-Direktoren und Analysten gegen achtzehn Uhr Feierabend machten und zur Happy Hour eintrudelten.

Eigentlich wäre es nicht nötig gewesen, dass Carlotta ihren Dienst bereits um siebzehn Uhr begann. Oskar hätte es mühelos allein bewältigen können, die wenigen Cocktails und Biere zu servieren, die vor dem allgemeinen Feierabend über den Tresen gingen. Aber er war nicht gern allein. Genau deshalb hatte er an seinem vierzigsten Geburtstag beschlossen, seinen sicheren Job beim Straßenbauamt aufzugeben und eine Bar zu eröffnen.

Er war es leid gewesen, allein in einem Büro mit zwei Fenstern und einem Telefon zu sitzen und Akten zu bearbeiten. Und weil das Susanna's von Beginn an äußerst gut lief, gönnte er sich den Luxus, niemals allein hinter dem Tresen zu stehen. Er gab offen zu, dass er seine Serviererinnen weniger nach ihren praktischen Fähigkeiten aussuchte - "Ein Bier zu zapfen oder einen Manhattan zu mixen lernt früher oder später jede" - als nach ihrer Unterhaltsamkeit. Seine Gäste wollten unterhalten sein, vor allem aber auch er selber. Wobei es ebenso darauf ankam, zuhören zu können, wie Carlotta schon bald begriffen hatte. Aber genau das machte ihr an ihrem Job viel Spaß. Wenn sie nicht gerade während der Mittagszeit arbeitete, hatte sie genügend Zeit und Gelegenheit, Menschen zu beobachten und ihre Geschichten zu hören. Eine unschätzbare Gelegenheit für eine Schauspielerin, wie sie fand.

"Ich weiß es nicht, aber du wirst es mir gleich erzählen", lächelte Oskar auf ihre Frage und hielt das Glas, welches er soeben poliert hatte, gegen das Licht.

Bevor sie die Unterhaltung mit ihrem Chef fortsetzte, griff Carlotta nach der Cognacflasche und stellte sie zurück in das verspiegelte Regal hinter ihrem Rücken. Seltsamerweise fiel es ihr nicht besonders schwer, hinter Bar Ordnung zu halten. Es war einfach zu anstrengend, im Chaos zu arbeiten.

"Ich habe beschlossen, einen Mann für Lilli zu suchen. Den richtigen Mann, meine ich", sagte sie dann und sah Oskar herausfordernd an. Sie wusste genau, was jetzt kommen würde.

Tatsächlich legte er sofort die Stirn in Falten und kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. "Du weißt, was ich davon halte, dass du dich immer noch so sehr für deine Schwester verantwortlich fühlst. Glaube mir, sie ist längst nicht so hilflos, wie du meinst."

"Ich habe nicht gesagt, dass sie hilflos ist." Carlotta griff nach einem weichen Tuch und bearbeitete mit Inbrunst den hellen Marmor der Bar. "Aber sie verliebt sich ständig in die falschen Männer. Was dazu führt, dass sie sozusagen von einem Liebeskummer in den nächsten taumelt. Glaube mir, seit Lilli siebzehn ist, hat sie die Hälfte ihres Lebens damit verbracht, wegen irgendeines Kerls zu weinen, der nicht eine einzige Träne wert war und oft noch nicht mal wusste, dass sie überhaupt existiert."

"Es gibt Menschen, die den Schmerz lieben. Es ist ein Gefühl, und wenn es schon nicht Liebe sein kann, hilft die Traurigkeit, sich lebendig zu fühlen." Oskar nickte dem Gast am anderen Ende des dämmerigen Raums zu, der wild gestikulierend auf sein leeres Glas deutete. "Machst du noch einen Tom Collins?"

Da sie schon seit zwei Jahren mindestens dreißig Stunden in der Woche im Susanna's hinter der Bar stand, konnte Carlotta alle gängigen Drinks praktisch im Schlaf mixen. Während sie die Zutaten abmaß und in den Shaker gab, schüttelte sie heftig den Kopf.

"Es wäre mir aber erheblich lieber, wenn meine Schwester sich aus lauter Liebe lebendig fühlte. Wieso soll ich weiter zusehen, wie sie in regelmäßigen Abständen das Haus unter Wasser setzt? Seit vorgestern läuft sie schon wieder mit verquollenen Augen herum, und zwar wegen eines Kerls, der

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