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Kai Stickfund Roman von Maier, Alfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2015
  • Verlag: edition fischer
eBook (ePUB)
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Kai Stickfund

Alfred Maier legt einen raffiniert konstruierten Erstlingsroman vor. Geschickt verwebt er die Geschichten zweier ehemaliger Klosterschüler und eines jungen Mannes auf der Suche nach seinem leiblichen Vater mit den Zahlengesetzen, die seit Urbeginn jedem Buchstaben innewohnen und die Einmaligkeit der deutschen Sprache als Abglanz des göttlichen Schöpfungswunders zeigen. Eine Geschichte in der Geschichte über die "Spur des Drachens" führt zur Lösung, doch werden - bis auf in Numerologie und Zahlenmystik geübte Spezialisten - die meisten Leser das Buch ein zweites Mal lesen müssen, um zu erkennen, dass die benutzten Worte einer Zahlengleichart folgen. Aber auch ohne diesen Schlüssel zu finden, ist bereits die erste Lektüre spannend und lehrreich.

Alfred Maier wurde am 27. Mai 1953 geboren, ist Vater von drei Töchtern und geschieden. Der Bankkaufmann ist seit 2015 im Ruhestand und absolvierte von 1995 bis 1999 ein Fernstudium des Schreibens. Seine privaten Nachforschungen über das Wesen der Buchstaben führten ihn zu der Erkenntnis, dass die deutsche Sprache ein spezielles Kleinod darstellt, da sie dem Schöpfungsaufbau nachempfunden ist. Dies wiederum inspirierte ihn zu seinem faszinierenden Erstlingsroman "Kai Stickfund".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 302
    Erscheinungsdatum: 16.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864550515
    Verlag: edition fischer
    Größe: 912 kBytes
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Kai Stickfund

I ch bin Kai Stickfund, ein Repdigit, also Kette und Tirade, und lebe mit Linda zusammen, der ich zum erstenmal begegnete, als ihr Atem strotzte. Inzwischen jagt auch sie den Drachen.

Auf seine Spur brachte uns ein grüner USB-Stick, der mir in die Hände fiel, als ich eine Gruppe Jugendlicher beim Geocaching beobachtete. Den Drachen zu beschreiben ist sinnlos. Nur so viel: Er kooperiert mit Maß und Gewicht.

Dadurch, dass ich Linda den Stickfund lange verheimlichte, habe ich meinen Vorsprung ins Ziel gerettet. Aber ihre Arglosigkeit ist ein scharfes Schwert, das einhergeht mit Verführung, Geschmeichel und sinnlichen Lippen als Krönung einer Passionszeit, die ihren Abstieg zum Scheppern der Fantasie einleitete, einer gewissen Denaturierung, wenn man so will, dem Holz also, aus dem Seher geschnitzt sind.

Die Geschichte, eingepfercht in eine simple Datei, mündet am Ende in den Anfang und zwingt den Neugierigen dazu, den Stick wieder und wieder am Bildschirm zu öffnen, bis der Drache dingfest gemacht ist, ein Umstand, den man gar nicht glauben will, wenn man die simpel erzählten Sätze, am ehesten mit einem langen Schulaufsatz vergleichbar, sich einverleibt. Aber wozu über die Flasche jammern, wenn der Wein Schluck für Schluck zu seliger Betrunkenheit führt? Ach ja, der dreischwänzige Drache lebt noch, obwohl ich ihn inzwischen durch aufwändige Recherchen zur Strecke gebracht habe, wofür die folgende Erzählung in hohem Maße Zeugnis ablegt. Linda jagt mit der Empfindung und meiner subtilen Unterstützung, ist somit nie über den Stand ihrer Ermittlungen im Klaren. Sie nähert sich ahnend dem Wesentlichen.

Um keine falschen Vorstellungen aufkommen zu lassen; ich bin weder durchgeknallt noch pseudophilosophisch abgehoben, weder esoterisch verkorkst noch in Fantasia zu Hause. Mit meinen Siebensachen kann man Wände tapezieren und Gärten anlegen, Häuser bauen und Hecken schneiden, Reifen wechseln und Rasen mähen. Ich habe sie noch alle beieinander, bin in der Realität geerdet und in der Nüchternheit verwurzelt und ich weiß, dass die Reinheit und Analverkehr aus der gleichen Art gewachsen sind, nach der hellen und der dunklen Seite. Spielen wir das Ganze also einmal durch. Die Beschreibung des Ungeheuers beschränkt sich auf das Wesentliche. Einem der drei Schwänze sind zwei Zacken abhanden gekommen. Daraus voreilige Schlüsse zu ziehen, ist nicht angebracht. Sicher, es bietet sich ein Kampf an, ein Ringen um Leben und Tod. Dem halte ich entgegen: Milchzähne fallen auch ohne Rauferei aus. Oder es handelt sich ganz einfach um eine Missgeburt, einen Drachen mit dem Zweizackenverlust-Syndrom. Nicht außer Acht lassen sollte man die Möglichkeit, dass dreischwänzige Drachen von der Evolution grundsätzlich mit zwei fehlenden Zacken vorgesehen wurden. Ein Defekt im Bauplan als optimale Lösung sozusagen, für gewiefte Geschäftemacher als Vorbild gedacht, eine gewollte Sollbruchstelle, um den Zyklus aus Vergehen und Werden am Laufen zu halten. Bleiben wir also objektiv und unvoreingenommen und stellen sachlich fest: Irgendwann und irgendwo zwischen Alpha und Omega geschah und geschieht es.

Einen Achtgigabyte-Stick für ein elektronisches Wanted-Plakat zu verschwenden, betrachte ich im Nachhinein als völlig überdimensioniert, aber der Deponent wollte damit wohl die Größe und Wichtigkeit der Mission herausstreichen. Eine schlichte Word-Datei in den verschwenderischen Weiten von Bits und Bytes platziert wie eine kleine Erde im großen All.

Ich grabsche nach dem Stick in der Lade und drücke ihn seitlich in den Laptop wie einen Finger in die weiblichen Weichteile beim ersten forschen Kuss. Erinnerungsfetzen flattern hinter meiner Stirne vorbei, Lindas Rippenbogen stößt an die Daumenkuppe. Linda, die Machtvolle, die Granate, Al Kaida auf dem heimeligen Sofa mit durchsichtigem Negligé als Tarnkappe.

Buttons verstreuen sich wie Luftbläschen im kochenden, siedenden Wasser über persönlich gestalte

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