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Karolinas Töchter Roman von Balson, Ronald H. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.08.2017
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Karolinas Töchter

Aus Verzweiflung gab sie einst ein Versprechen. Nun ist es an der Zeit, es zu erfüllen und zwei verlorene Töchter zu finden. Die hochbetagte Lena Woodward will ein Versprechen erfüllen, das sie ihrer Freundin Karolina vor langer Zeit gab - mehr als ein halbes Jahrhundert zuvor. Mit Hilfe einer Anwältin begibt sich Lena auf die Suche nach den Zwillingstöchtern ihrer Freundin, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verschwunden sind. Doch es kommen Zweifel an ihrer Geschichte auf, und aus Sorge um seine Mutter versucht ihr Sohn Arthur, sie zu bremsen. Warum sucht sie die Mädchen erst jetzt? Und was ist damals im polnischen Ghetto wirklich geschehen? Bald ist klar, dass das Schicksal der beiden Freundinnen ein Geheimnis birgt, das Lena seit Jahrzehnten verfolgt - und das gelüftet werden muss, um die Kinder von damals zu finden. "Leser, die auf mehr Bücher wie Kristin Hannahs Die Nachtigall warten, werden begeistert sein." Booklist. "Eine herzzerreißende Geschichte über die Liebe einer Mutter, Freundschaft und Familie im Angesicht des Todes - fesselnd." Library Journal Ronald H. Balson ist Rechtsanwalt, und seine Fälle führten ihn um die ganze Welt. Heute lebt und schreibt er in Chicago. Sein erster Roman "Once We Were Brothers" war ein internationaler Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 18.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841213198
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Karolina's Twins
    Größe: 2441 kBytes
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Karolinas Töchter

Kapitel 3

"Wie Hammerschläge trommelte ein Gewehrkolben gegen die Vordertür. Ich zitterte auf dem Dachboden, als Rufe erklangen, 'Aufmachen!'. Mein Vater antwortete: 'Einen Moment, ich komme, schlagen Sie mir nicht die Tür ein.'

Das Hämmern hörte nicht auf, ebenso wenig das Geschrei. Schließlich hörte ich, wie die Tür geöffnet wurde und schwere Stiefel über den Boden des Foyers eilten. Gefolgt von einem herrischen Befehl: 'Herr Scheinmann, Sie kommen mit uns.'

'Warum?', fragte mein Vater zurück. 'Was wollen Sie von mir?'

'Mitkommen!', brüllte der Deutsche. 'Los. Machen Sie.' Es wurde kurz still, dann sagte meine Mutter: 'Er ist Offizier. Hat im Krieg gekämpft. Für euch. Veteranen sollten nicht verhaftet werden. Zeig ihnen deine Orden, Jacob.'

'Wir wissen, wer er ist.' Es wurde etwas gesagt, das ich nicht verstehen konnte, dann: 'Schon gut, schon gut, ich komme mit. Hannah, ihr wartet hier, ich werde bald wieder zu Hause sein.'

' Nein. Alle ', sagte der Deutsche. 'Die anderen auch.' Mein Vater entgegnete: 'Was wollen Sie mit meiner Familie? Ich bin es, den Sie befragen wollen. Es ist nicht nötig, dass sie mitkommen.'

'Ich sagte, alle!', schrie der Deutsche. 'Ich habe meine Befehle. Sie werden umgesiedelt.'

'Aber unsere Sachen', sagte meine Mutter. 'Ich muss packen. Sie haben uns nicht vorgewarnt. Die anderen Familien hatten wenigstens eine Woche Zeit.' Es herrschte wieder Stille. Dann hörte ich meine Mutter sagen: 'Nein, bitte. Geben Sie mir ein paar Minuten, um Kleidung und ein paar Dinge zusammenzupacken.'

'Kann sein, dass ihr zurückkehrt, vielleicht schon morgen', antwortete er langsam.

'Seien wir ehrlich', sagte mein Vater. 'Sie werden uns nicht hierher zurückkehren lassen. Lassen Sie uns unsere Sachen packen.'

'Genug!', sagte er. 'Los geht's.' Erneut Stille. Dann hörte ich meine Mutter weinen. 'Nicht. Sie tun mir weh.'

'Lassen Sie sie in Ruhe', sagte mein Vater, und ich hörte ihn aufstöhnen, als er geschlagen oder zu Boden geschleudert wurde. Und wieder kam ein Flehen meiner Mutter: 'Nicht. Er braucht seinen Rollstuhl. Er kann nicht laufen.'

'Dann wird er kriechen müssen', sagte der Deutsche. 'Wir gehen, und für einen Rollstuhl ist kein Platz.'

'Sie sagte doch, dass er nicht laufen kann', erwiderte mein Vater aufgebracht. 'Was ist los mit Ihnen?'

Milosz schrie auf, und ich hörte meine Mutter kreischen. 'Hören Sie auf, an ihm zu ziehen! Er ist noch ein Kind.'

'Ich sagte doch, kein Rollstuhl. Entweder läuft er, oder er stirbt.'

'Ich werde ihn tragen, ich trage ihn. Lassen Sie ihn', sagte mein Vater. 'Nicht weinen, mein kleiner Milosz.'

'Wo ist der Rest der Familie? Das Mädchen?'

'Nicht hier. Meine Tochter ist in der Schule in Lublin. Sie wohnt nicht hier.'

'Ha! Sagt ihr Juden jemals die Wahrheit? Alle jüdischen Schulen wurden geschlossen.' Dann brüllte er Befehle, die anderen sollten das Haus durchsuchen. Ich hörte Soldaten herumlaufen und Türen aufreißen. Ich hörte ihre Stiefel auf der Treppe und war sicher, dass sie mich holen würden. Sie würden mich finden und vom Dachboden schleifen und Gott weiß was mit mir anstellen, weil ich mich versteckt hatte. Ich verhielt mich ganz still, atmete so flach wie möglich. Sie öffneten die Schranktür und durchwühlten die Sachen, keinen Meter unter mir. Dann zogen sie weiter.

'Nichts', meldeten sie schließlich. 'Hier ist niemand.'

Das Ganze schien mir eine Ewigkeit zu dauern, aber innerhalb von Minuten waren alle verschwunden - die Deutschen, meine Mutter, mein Vater und Milosz." Lena nahm ein besticktes Taschentuch aus ihrer Handtasche und tupfte sich die Augen ab.

"Es tut mir so leid", sagte Catherine.

Lena nickte. "Es ist lange her, aber trotzdem ..."

"Sie haben direkt unter Ihnen den Schrank durchsucht, aber die Dachbodenklappe nicht gesehen?", fragte Liam.

"Unser Dachboden w

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