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Katerfrühstück mit Aussicht von Wellen, Jennifer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.11.2014
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Katerfrühstück mit Aussicht

Als die Biologiedoktorandin Marie aus Versehen mit dem Fahrrad einen streunenden Kater anfährt, hat sie keine andere Wahl, als das herrenlose Tier zum Tierarzt zu bringen und bei sich aufzunehmen. Dabei hat sie eigentlich schon genug Probleme, allen voran: ihr Nachbar Nikolas, ein unausstehlicher Weiberheld, von dessen amourösen Abenteuern Marie über den angrenzenden Balkon mehr mitbekommt, als ihr lieb ist. 'Scruffy', wie Marie ihren Pflegekater nennt, teilt ihren Männergeschmack allerdings keineswegs: Ihren neuen Freund, den charmanten Tierarzt, lehnt er mit jedem Schnurrhaar ab, während er für Nikolas und dessen Balkoneinrichtung eine für Marie vollkommen unverständliche Affinität entwickelt hat. Und als der gehasste Nachbar dann auch noch zum gut küssenden Retter in der Not mutiert, ist Marie vollends mit ihrem Latein am Ende ... (ca. 230 Seiten) Jennifer Wellen entdeckte ihre Vorliebe für Bücher bereits in ihrer Kindheit. Der erste Versuch, mit dreizehn Jahren selbst eines zu schreiben, scheiterte jedoch kläglich an ihrer schwer zu entziffernden Handschrift. Die Autorin lebt im Ruhrgebiet, arbeitet als wissenschaftliche Dozentin in der Erwachsenenbildung und schreibt in ihrer Freizeit sowohl Kurzgeschichten als auch wissenschaftliche Artikel für Zeitungen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 230
    Erscheinungsdatum: 06.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783802596384
    Verlag: LYX
    Größe: 1127 kBytes
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Katerfrühstück mit Aussicht

1

Was für ein Scheißtag

Wie genau ich in der Hecke gelandet bin, kann ich gar nicht sagen. Ich weiß nur, dieses blöde Katzenviech ist schuld daran. Es war einfach auf die Straße gehüpft.

Ächzend rappele ich mich hoch, sortiere meine Knochen und klopfe den Staub von meiner Jeans.

In Ordnung. Obwohl meine Beine zittern und das Herz hämmert, scheint bis auf mein schmerzendes, rechtes Knie alles an mir ganz geblieben zu sein. Anschließend greife ich zu meinem Fahrrad. Auf den ersten Blick erscheint auch daran alles funktionstüchtig. Glück im Unglück würde ich sagen.

Kurzerhand schwinge ich mich wieder auf den Sattel. Wird Zeit, dass ich endlich nach Hause komme, um diesen katastrophalen Tag zu beenden. Und dass der Tag eine einzige Katastrophe war, daran gibt es nun wirklich keinen Zweifel mehr. Gleich morgens habe ich ein wichtiges Experiment versaut, was mich drei Monate in meiner Doktorarbeit zurückwirft. Kurz darauf folgten ein heftiger Streit mit dem Chef, mehrere Excel-Dateien, die sich nicht öffnen ließen, und die Entdeckung des riesigen Tintenflecks in meinem Laborbuch. Aber der Salto mit dem Rad eben ist das i-Tüpfelchen auf meinem Lieblingssatz heute: Was für ein Scheißtag.

Ich setze meinen Fuß auf das Pedal und will mich eben mit dem anderen Bein abstoßen, als mein Blick auf zwei leuchtende Augen fällt, die unter einem geparkten Auto das Licht der Straßenlaterne reflektieren. Das ist sicher die Katze, der ich den ungewollten Freiflieger zu verdanken habe.

Blödes Vieh!

Doch schlagartig fühle ich den Anflug eines schlechten Gewissens. Immerhin war ich ziemlich flott unterwegs und in Gedanken bereits bei der Planung meines neuen Experiments. Wenn ich aufmerksamer gewesen wäre, hätte ich den Sturz vielleicht verhindern können.

Ich stoße einen Seufzer aus. Na gut. Vielleicht sollte ich mich vergewissern, dass es der Mieze ebenfalls gut geht. Das ist das Mindeste, was ich tun kann.

Behände steige ich vom Rad, schiebe es zur anderen Seite rüber und stelle es auf den Bürgersteig. Langsam nähere ich mich der Autoreihe am Straßenrand und gehe in die Hocke. Aha. Da hinten ist sie ja.

Ich stehe auf, laufe ein Stück weiter und lege mich vor einem roten Golf auf den Bauch. Der Unfallverursacher sitzt darunter.

"Miez, miez", versuche ich die Katze anzulocken. Aber sosehr ich mich auch bemühe, das Vieh will einfach nicht hervorkommen. Zehn Minuten lang rede ich auf es ein und versichere ihm, dass ich, obwohl ich Biologin bin, keinesfalls vorhabe, es für illegale Tierversuche zu missbrauchen. Doch da könnte ich wohl genauso gut versuchen, Bakterien davon zu überzeugen, dass sie sich nicht teilen dürfen.

Schließlich gebe ich es auf, rapple mich hoch und laufe zurück zu meinem Rad. Wie hat Opa immer so schön gesagt? Wer nicht will, der hat schon. Und ich will jetzt endlich nach Hause.

Als ich entschlossen den Ständer meines Rades zurückklappe, höre ich ein leises Maunzen hinter mir. Ich blicke über die Schulter und sehe, wie die Katze unter dem Auto hervorkriecht. Sie macht einen Schritt in meine Richtung, bleibt kurz darauf aber abrupt wieder stehen. Anscheinend traut sie mir immer noch nicht über den Weg.

Stocksteif verharre ich in meiner Position. Minutenlang starren wir uns an.

Plötzlich schnellt Miezes verfilzter Schwanz in die Höhe, und sie läuft mit sieben Tippelschrittchen auf mich zu. Aber ihr Gang sieht merkwürdig aus. Irgendwie steif und asymmetrisch.

Ich überlege krampfhaft, was an dem Bild nicht stimmt, komme aber einfach nicht drauf. Im nächsten Augenblick plumpst es mir jedoch wie Hornhautzellen von den Glubschern - die Mieze tippelt nicht, sie humpelt.

Mit der Katze auf dem Arm laufe ich durch den Hausflur zu meiner Wohnung hoch. Kurzerhand habe ich mich dazu entschieden, die humpelnde Mieze mitzunehmen, da sie sonst womöglich Freiwild wäre. Außer

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