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Kinder der Hoffnung Roman von Levy, Marc (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Kinder der Hoffnung

Ein einzigartiger Roman über die Kraft der Hoffnung, die Sehnsucht nach Freiheit und den Mut derer, die für den Frieden alles riskieren ...
"Wir kämpfen nicht, um zu sterben, sondern um zu leben." Das ist die erste Lektion, die der achtzehnjährige Jeannot lernt, als er sich mit seinem Bruder während des Zweiten Weltkrieges der Résistance in Toulouse anschließt. Seite an Seite kämpfen sie mit mutigen jungen Frauen und Männern für den Frieden in Europa. Doch dann werden die Brüder während einer gefährlichen Aktion verhaftet und in ein berüchtigtes Gefängnis gebracht. Was ihnen bleibt, ist die Hoffnung, dass irgendwann eine Zukunft ohne Hass und Gewalt möglich sein wird ...

Marc Levy ist 1961 in Frankreich geboren. Mit achtzehn Jahren engagiert er sich beim französischen Roten Kreuz, für das er sechs Jahre tätig ist. Gleichzeitig studiert er Informatik und Betriebswirtschaft an der Universität in Paris. Von 1983 bis 1989 lebte er in San Francisco, wo er sein erstes Unternehmen gründete. 1990 verließ er die Firma und eröffnete mit zwei Freunden ein Architektenbüro in Paris. Er entdeckte schon früh seine Liebe zur Literatur und zum Kino und schrieb mit siebenunddreißig Jahren seinen ersten Roman, "Solange du da bist", der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem wird Marc Levy in neunundvierzig Sprachen übersetzt, und jeder Roman ist ein internationaler Bestseller. Marc Levy, der mit seiner Familie in New York lebt, ist mit 40 Millionen verkauften Büchern der erfolgreichste französische Autor weltweit.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 17.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211660
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Les enfants de la liberté
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Kinder der Hoffnung

Kapitel 3

Der Krieg war nie wie im Film, das kannst du mir glauben. Keiner meiner Kameraden hatte etwas von einem Robert Mitchum, und wenn Odette auch nur ansatzweise Beine wie Lauren Bacall gehabt hätte, dann hätte ich sicher versucht, sie zu küssen, statt vor dem Kino wie ein Idiot zu zögern. Zumal sie am nächsten Tag an der Ecke Rue des Acacias von zwei Nazis erschossen wurde. Seither habe ich etwas gegen Akazien.

Am schwierigsten war es, zum Widerstand zu kommen, so unvorstellbar das auch erscheinen mag.

Seit Caussat und seine Kameraden verschwunden waren, bliesen mein kleiner Bruder und ich Trübsal. Zwischen den antisemitischen Anspielungen des Geschichte- und Erdkundelehrers und den sarkastischen Äußerungen der Schüler des Philosophiekurses, mit denen wir uns im Gymnasium prügelten, war das Leben nicht lustig. Ich verbrachte meine Abende vor dem Radioapparat, um die englischen Nachrichten auf BBC zu hören. Nach den großen Ferien fanden wir auf unseren Bänken kleine Heftchen mit dem Titel "Combat" vor. Ich hatte den Jungen gesehen, der sich heimlich aus der Klasse stahl; es war ein elsässischer Flüchtling mit Namen Bergholtz. Ich bin ihm nachgerannt bis auf den Schulhof, um ihm zu sagen, dass ich es machen wolle wie er - Flugblätter verteilen für die Résistance, den französischen Widerstand. Er lachte zwar nur, aber trotzdem wurde ich sein Helfer. An den folgenden Tagen erwartete ich ihn nach Schulschluss auf dem Gehweg. Sobald ich ihn um die Ecke biegen sah, ging ich los, und er beschleunigte den Schritt, um mich einzuholen. Gemeinsam steckten wir gaullistische Flugblätter in die Briefkästen, manchmal warfen wir sie auch von der Straßenbahnplattform, bevor wir absprangen und das Weite suchten.

Eines Abends erschien Bergholtz nicht am Ausgang des Gymnasiums, am folgenden Tag auch nicht ...

Von nun an nahm ich nach Schulschluss zusammen mit meinem Bruder Claude den Zug, der nach Moissac fuhr. Heimlich begaben wir uns zum "Manoir", einem geräumigen Herrenhaus, in dem etwa dreißig Kinder von deportierten Eltern lebten. Pfadfinderinnen hatten sie aufgelesen und kümmerten sich um sie. Claude und ich gruben den Gemüsegarten um, und manchmal gaben wir den Jüngsten Nachhilfe in Rechnen und Französisch. An jedem dort verbrachten Tag flehte ich Josette, die Leiterin, an, mir einen Tipp zu geben, wie ich mich der Résistance anschließen könnte. Und jedes Mal sah sie mich an, verdrehte die Augen und tat so, als wüsste sie nicht, wovon ich sprach.

Eines Tages aber nahm mich Josette mit in ihr Büro.

"Ich glaube, ich hab da was für dich. Geh heute Nachmittag um zwei zur Rue Bayard, Nummer fünfundzwanzig. Ein Passant wird dich nach der Uhrzeit fragen. Du antwortest ihm, deine Uhr sei stehen geblieben. Wenn er dann erwidert: 'Sie sind nicht zufällig Jeannot?', dann ist es der Richtige."

Und genauso hat es sich abgespielt ...

Ich habe meinen kleinen Bruder mitgenommen, und vor der Nummer 25 der Rue Bayard in Toulouse sind wir Jacques begegnet.

Er trat in einem grauen Mantel mit Filzhut und einer Pfeife im Mundwinkel auf die Straße und warf seine Zeitung in den Papierkorb, der an einem Laternenpfahl befestigt war; ich nahm sie nicht heraus, weil dies nicht vereinbart war. Die Weisung lautete vielmehr zu warten, bis er mich nach der Uhrzeit fragte. Er blieb auf unserer Höhe stehen, musterte uns eindringlich, und als ich ihm antwortete, dass meine Uhr stehen geblieben sei, sagte er, er hieße Jacques und wollte wissen, wer von uns beiden Jeannot sei. Ich trat daraufhin einen Schritt auf ihn zu, weil ich ja Jeannot war.

Jacques rekrutierte die Partisanen selbst. Er vertraute niemandem, zu Recht. Ich weiß, es ist nicht sehr nett, das zu sagen, doch man muss es im Kontext sehen.

In diesem Augenblick wusste ich nicht, dass in wenigen Tagen ein Widerstandskämpfer namens Marcel Langer zum Tode verurteilt werden würde, weil ein Vertreter der

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