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Kirschkuchen am Meer von Barns, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.03.2020
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Kirschkuchen am Meer

Eine jahrelange unglückliche Liebe an der Nordsee und ein ungewöhnliches Happy End der neue Sommerroman von Bestsellerautorin Anne Barns


Zeit für Kuchen und Meer


Völlig unerwartet taucht eine Fremde auf der Seebestattung von Maries Vater auf, zu dem sie selbst in den letzten Jahren kaum noch Kontakt hatte. Niemand scheint sie zu kennen. Es gibt nur einen Hinweis zu dieser Frau, und der führt nach Norderney. Mit zwiespältigen Gefühlen, aber festentschlossen das Geheimnis zu lüften, das Marie hinter dem Erscheinen dieser Frau vermutet, fährt sie von Hooksiel aus auf die beschauliche Nordseeinsel. Und wirklich: Zwischen Dünen und Meer lernt Marie ihren Vater hier noch einmal neu kennen. Es kehren Erinnerungen zurück an warmen Kirschkuchen und Sommertage voller Genuss, Sonne und Glück.


Auf zauberhafte Weise schafft es Anne Barns, die Düfte und Genüsse guter Küche einzufangen



Anne Barns ist ein Pseudonym der Autorin Andrea Russo. Sie hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz auf ihre Bücher konzentrieren zu können. Sie liebt Lesen, Kuchen und das Meer. Zum Schreiben zieht sie sich am liebsten auf eine Insel zurück, wenn möglich in die Nähe einer guten Bäckerei.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 24.03.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959679404
    Verlag: HarperCollins
    Größe: 2925 kBytes
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Kirschkuchen am Meer

1. Kapitel

Der Duft von Erdbeeren steigt in meine Nase. Einen Augenblick beobachte ich die leise vor sich hin blubbernde Masse im Topf, bevor ich zum Kochlöffel greife und sie umrühre. Heute habe ich mich für die klassische Variante entschieden, Marmelade pur - aus prallen Früchten und Zucker.

In den letzten Tagen haben die Erdbeeren noch mal ordentlich Sonne getankt und ihr wundervolles Aroma entfaltet. Auf der Arbeitsplatte steht noch eine weitere volle Schüssel. Die Ernte war reichlich. Ich greife nach einer besonders dunkelroten Frucht, stecke sie in den Mund und schließe genussvoll die Augen. An irgendwas erinnert mich der intensiv süße Geschmack. Er hat eine besondere Note. Ich nasche noch eine zweite, komme aber nicht darauf.

Die Sommermonate waren mir schon immer die liebsten. Es ist die Zeit für Johannisbeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren - und es ist Zeit mit Oma. Ich werfe einen Blick aus dem Küchenfenster in den Garten, wo Oma die Pflanzen nach den letzten versteckten Früchten absucht. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht, als ich sehe, wie sie ein kleines Steinchen quer über die Beete schmeißt, um eine freche Dohle zu verscheuchen, die auf dem Gartenzaun sitzt und sie von dort beobachtet.

Die Vögel haben beim Graben nach fetten Maden den Rasen verwüstet. Seitdem befindet sich Oma mit den frechen Biestern auf Kriegspfad. Aber bisher sind alle Versuche fehlgeschlagen, sie loszuwerden. Sie haben sich durch Vogelscheuchen und Flatterband nicht vertreiben lassen. Also hat Oma neuen Rasen gepflanzt und ihn mit einem Netz abgedeckt. Dohlen sind intelligent, sagt Oma. Sie hofft, dass die Vögel bald einsehen, dass bei ihr nichts mehr zu holen ist und weiterziehen. Doch noch sieht es mir nicht danach aus.

Die Titelmelodie von »Drei Nüsse für Aschenbrödel« reißt mich aus meinen Gedanken, meine Schwester ruft an. Das Smartphone liegt auf dem Küchentisch, nur ein paar Schritte entfernt. Ich laufe schnell rüber, nehme das Gespräch an und sage: »Hi, ich koche gerade Marmelade, ich habe nur zwei Minuten«, während ich wieder zurück zum Herd gehe.

»Dauert nicht lang«, sagt Lena. »Kannst du Oma bitte mal fragen, wie der Ort hieß, in den sie mit ihrer Mutter und den Geschwistern geflüchtet ist, nachdem sie aus dem Sudetenland vertrieben wurden? Ihr könnt ja gleich mal zurückrufen.«

»Troppau!«

»Nein, dort wurde Oma geboren«, erklärt Lena. »Und nach dem Krieg mussten sie die Stadt verlassen, wie alle Deutschen.«

Seit Lena schwanger ist, interessiert sie sich brennend für unsere Familiengeschichte. Bisher habe ich mir darüber ehrlich gesagt nicht sehr viele Gedanken gemacht, aber ich finde es schön, dass Lena sich nun damit auseinandersetzt und ich dadurch interessante Details aus der Vergangenheit erfahre.

»Okay, ich frag nach«, sage ich. Genau in dem Moment piept die Zeitschaltuhr, die vier Minuten Kochzeit sind um. »Aber erst mal muss ich mich um die Marmelade kümmern. Tschüss, bis dann«, verabschiede ich mich und lege auf, ohne auf eine Antwort zu warten.

Ich schalte die Herdplatte aus, fülle die heiße Masse durch einen Trichter in die vorbereiteten Gläser und schraube die Deckel darauf.

Gerade als ich dabei bin, die letzten Marmeladenreste zum Sofortnaschen aus dem Topf zu kratzen und in ein kleines Schüsselchen zu füllen, kommt Oma in die Küche.

»Ich habe noch jede Menge Erdbeeren gefunden, zumeist kleine, aber die sind ja häufig am besten.« Oma holt tief Luft. »Das riecht herrlich.«

»Finde ich auch!« Ich halte Oma den Löffel hin.

»Sehr gut!«, sagt Oma, nachdem sie probiert hat. »Ich mag den leichten Karamellgeschmack.«

»Karamell?« Ich mopse mir eine Erdbeere aus Omas Korb, nasche sie und sage: »Du hast recht, da wäre ich von selbst nicht draufgekommen.«

Oma lächelt schelmisch und stellt ihre Ausbeute auf die Arbeitsplatte neben die Schüssel mit den restlichen Erdbeeren. »Stand in der

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