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Kleopatra Ein historischer Roman von Ebers, Georg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.07.2016
  • Verlag: Null Papier Verlag
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Kleopatra

Kleopatra - das Schicksal einer großen Königin Was Kleopatra angeht, so ist ihr gesamtes Dasein von Romantik umwoben, die an das Märchenhafte grenzt. Auch ihre schlimmsten Feinde bewundern ihre Schönheit. Ihr Charakter dagegen verbleibt ein Mysterium. Wer war die Frau, die Julius Cäsar zu ihren Füßen sah, und Marcus Antonius zu ihrem willfährigen Liebhaber machte? Der Autor entfaltet ein reiches Bild vor der exotischen Kulisse des alten Ägyptens, während er vor dem Leser die letzten Geheimnisse dieser rätselhaftesten Frau der Geschichte offenlegt. 1. Auflage (Überarbeitete und kommentierte Fassung) Umfang: 651 Buchseiten bzw. 538 Normseiten Null Papier Verlag Georg Moritz Ebers (Geb. 1. März 1837 in Berlin; Gest. 7. August 1898 in Tutzing) war ein deutscher Ägyptologe und Schriftsteller. Mit seinen historischen Romanen und populärwissenschaftlichen Büchern trug er zur großen Popularität der Ägyptologie im ausgehenden 19. Jahrhundert bei.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 651
    Erscheinungsdatum: 19.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954187881
    Verlag: Null Papier Verlag
    Größe: 2209 kBytes
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Kleopatra

Erstes Kapitel

D er Baumeister Gorgias von Alexandria hatte den Sonnenbrand des ägyptischen Mittags ertragen gelernt. Obgleich er die Dreißig noch nicht überschritten, war er erst als Gehilfe des nunmehr verstorbenen Vaters, dann aber als sein Nachfolger der Leiter der großen Bauten gewesen, die Kleopatra zu Alexandria errichtete.

Gerade jetzt war er mit Aufträgen überhäuft, und doch hatte er sich schon vor Feierabend hieher begeben, um einem dem Knabenalter kaum entwachsenen Jünglinge gefällig zu sein.

Derjenige, dem er dies Opfer brachte, war freilich kein Geringerer als Cäsarion, der Sohn, den die Königin Kleopatra dem Julius Cäsar geschenkt. Antonius hatte ihn mit dem stolzen Namen eines "Königs der Könige" geehrt, und doch war es ihm keineswegs zu befehlen oder gar zu herrschen gestattet; denn die Mutter hielt ihn fern von der Regierung, und ihn selbst verlangte nicht nach dem Szepter.

Gorgias hätte seinen Wunsch um so eher unberücksichtigt lassen können, je deutlicher es auf der Hand lag, daß er ihn über seine Umgebung hinweg zu sprechen wünsche. Es war dem Baumeister auch nicht im entferntesten bewußt, was Cäsarion ihm anzuvertrauen wünsche, und lange konnte er ihm in keinem Falle das Ohr leihen; denn die Flotte, die die Königin mit Marcus Antonius nach Griechenland geführt hatte, mußte wohl jetzt schon mit der des Octavian zusammengestoßen und auch zu Lande eine Schlacht geschlagen und das Schicksal der Welt entschieden worden sein.

Er, Gorgias, glaubte an den Sieg des Antonius und der Königin und wünschte ihn dem hohen Paare von Herzen. Er mußte sogar handeln, als sei der Kampf schon zu seinen Gunsten entschieden; denn in seiner Hand ruhten die baulichen Vorbereitungen für den Empfang der Sieger, und heute noch galt es zu bestimmen, wo die Statue aufgestellt werden sollte, die den Antonius in kolossaler Größe Hand in Hand mit der königlichen Geliebten darstellte.

Der Epitrop Mardion, ein Eunuch, der Kleopatra als Regent vertrat, und der Siegelbewahrer Zeno, der selten Widerspruch gegen ihn erhob, wünschten sie an einem andern Platze wie er aufgestellt zu sehen. Dem Wunsche der mächtigen Leiter des Staates stellte sich besonders der Umstand entgegen, daß es zu seiner Ausführung nötig gewesen wäre, das Grundstück eines Privatmannes in Anspruch zu nehmen. Daraus konnten Schwierigkeiten erwachsen, und das widerstand dem Gorgias. Aber auch als Künstler pflichtete er dem Plane des Mardion nicht bei; denn auf dem Grundstücke des Didymus hätte die Statue wohl am Meere gestanden, worauf es dem Regenten und dem Siegelbewahrer anzukommen schien, doch es wäre dort kein Hintergrund für sie zu beschaffen gewesen.

Jedenfalls konnte der Baumeister jetzt die Ladung des Cäsarion benützen, um von dem Orte des Stelldicheins, den hohen Stufen des Isistempels aus, das Bruchium zu überschauen und nach dem rechten Platze für die Bildsäule zu suchen. Es lag ihm am Herzen, den geeignetsten zu finden; denn der Meister, der dies Kunstwerk geschaffen, war sein Freund gewesen und hatte kurz nach seiner Vollendung die Augen geschlossen.

Das Heiligtum, von dem aus Gorgias dies Beobachtungswerk begann, lag an einer der schönsten Stellen des Bruchium, dem Quartier Alexandrias, aus dem die Königspaläste mit ihren ausgedehnten Annexen, die prächtigsten Tempel, außer dem in einem andern Stadtviertel gelegenen Serapeum, und die größten Theater sich erhoben, das Forum den Rat der macedonischen Bürger zu Versammlungen einlud und das Museum den Gelehrten eine Heimstätte bot.

Man nannte den kleinen Platz, der den Isistempel im Osten begrenzte, den "Musenwinkel", wegen der marmornen Frauenstatuen vor dem Tore des Hauses, das mit seinem großen Garten den Platz nach Norden und dem Meere hin abschloß und dem alten, angesehenen Gelehrten und Museumsmitgliede Didymus gehörte.

Der Tag war heiß gewesen, und der Pronaos des Isistempels bot dem Baumeister willk

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