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Kletterdrache von Wolf, Heribert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.01.2013
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag
eBook (ePUB)
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Kletterdrache

Kerstin lebt zurückgezogen am Rande einer Großstadt in einem Hochhaus. In ihrer Freizeit hat sie ausschließlich Kontakt zu ihrer Mutter und zu ihrem Vater im Pflegeheim. Der Umgang mit ihren Kollegen in einem Büro für Landschaftsplanung beschränkt sich aufs Notwendigste. Von dem neuen Mitarbeiter, der am Arbeitsplatz ihr gegenüber sitzt, fühlt sie sich belästigt und beschließt ihm nachzustellen. Hierbei geht sie ungeschickt vor und wird Zeuge eines Verbrechens dessen Folgen sie sich nicht entziehen kann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: DRM
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 18.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783869019949
    Verlag: Engelsdorfer Verlag
    Größe: 914kBytes
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Kletterdrache

"(S. 11-12)
Das Gras am Rande des Rasens griff zunehmend auf die Spielplatzfläche über und wurde dort vom Pflegeschnitt nicht mehr erfasst. Die Kleinkinder, die sich in dem großen Sandkasten oder in einem auf Holzstützen errichteten Spielhaus tummelten, schien das wenig zu stören. Eine Drachenfigur aus Holz mit seitlich eingelassenen Schwingflügeln, die man aus Kunststoff gefertigt hatte, wurde von ihnen nur selten genutzt und fristete ihr Dasein mehr oder weniger unbeachtet. Kerstin saß auf der Bank am Rande des Spielplatzes unmittelbar vor dem Ungetüm und blickte auf den Baum, der links vor ihr stand.
Junge Triebe, die schon unterhalb der ersten Astgabelung hervor kamen, schienen dem Stamm folgend senkrecht in den Himmel zu wachsen. Gedanklich führte sie eine Heckenschere in der Hand und schnitt die Triebe ab, weil sie ihrem Ordnungssinn widersprachen. Die wilden Grasbüschel auf der Spielplatzfläche, die sanft ihre Knöchel streichelten, zog sie im Geiste aus dem Boden und zauberte so ihre Vorstellung eines ordentlich gepflegten Platzes. Sie blickte in die Weite und sah die ihr vertrauten Bäume, die in unterschiedlichen Entfernungen den Eindruck einer unendlichen Parklandschaft vermittelten.
So träumte sie, so ergänzte sie die Fortsetzung des Horizontes mit eigenen Bildern, ja sie stellte sich bisweilen vor, der Park würde durch das Meer begrenzt – ein Meer, das sie von der Bank aus nicht sehen konnte. Der Park war ein Teil ihres Lebensraumes. Sie kannte ihn in all seinen Nischen und verschlungenen Wegen schon lange. Sie konnte sich eine ruhige Mittagspause außerhalb des Parks nicht vorstellen. Hierher kam sie immer um diese Tageszeit und setzte sich, wenn das Wetter es erlaubte, auf diese Bank – auf ihre Bank."

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