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Krieger des Nordens Roman von Herlin, Jonas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.12.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Krieger des Nordens

Nichts kann diese Wikingerflotte aufhalten - außer der Kampf zweier Brüder um die Anführerschaft. Die Langbootflotte des Wikingerfürsten Grimr Schädelspalter befindet sich auf dem Rhein mitten im Reich der Franken, als er nach einer Schlacht an seinen Wunden stirbt. Für seinen Sohn Olav ist klar, dass er nun die Führung der Flotte übernimmt. Doch sein Bruder Thorbrand greift ebenfalls nach der Macht. Plötzlich sind die Nordmänner in zwei Lager gespalten und können sich auf kein gemeinsames Vorgehen einigen, während sich ein Heer der Franken nähert. Was als gewinnbringendes Abenteur begann, endet in einem gewaltigen Kampf. Dem einen bringt er Ruhm, dem anderen den Tod. Jonas Herlin studierte alte Sprachen, bevor er als Lehrer tätig wurde. Wenn er gerade nicht an seinem nächsten Roman schreibt, segelt er (auch mal auf einem Wikingerschiff). Er lebt mit seiner Familie in Nordrhein-Westfalen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 21.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641161200
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 1106 kBytes
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Krieger des Nordens

KAPITEL 1

Anno 842, in der Nähe von Xanten am Niederrhein.

"Olav! Thorbrand! Meine Söhne!"

Grimr Schädelspalter Grimssons mächtige Pranken legten sich auf jeweils eine Schulter der beiden jungen Männer, die am Bug der schlanken Skaid standen. Thorbrand und Olav waren gleich groß. Und ihre Gesichtszüge waren denen ihres Vaters so ähnlich, dass man nicht einen Augenblick lang daran zweifeln konnte, von wem sie abstammten. "Heute könnt ihr Ruhm erwerben, meine Söhne! Es wartet reiche Beute auf uns im Land der Franken! So viel Beute, wie selbst ich noch nie auf einem Haufen gesehen habe ..."

"Wir werden sie uns holen", sagte Olav. "Bei Thor, wir werden sie uns holen!" Er grinste. "Indem sich die Königssöhne dieses Landes gegenseitig zerfleischen, statt ihre Küsten zu schützen, laden sie uns ja geradezu ein, sich das Gold ihrer Klöster und Städte zu holen!"

"Ja, aber lasst euch dies eine Warnung sein", mahnte Grimr in ernstem Ton. Ein leichter Wind blies ihnen entgegen. Er kräuselte das Wasser des breiten Stroms, auf dem ihre Skaid zusammen mit Dutzenden anderer Schiffe flussaufwärts ruderte. Das Segel war eingeholt. Die Ruderblätter tauchten gleichmäßig ins Wasser.

Mit fast hundert Schiffen mit einigen tausend Nordmännern an Bord waren sie den Rhein flussaufwärts gefahren. Das öde Küstenland lohnte nicht für Plünderungen.

Die schmalen, wendigen Skaids bildeten die Vorhut. Später folgten bauchige Knorren, auf denen sogar Reitpferde transportiert wurden. Der breite Strom war voll von Schiffen. Mit einer so großen Flotte war selbst der in Ehren ergraute Grimr noch nicht auf Fahrt gegangen. Allerdings standen die meisten dieser Schiffe auch nicht unter seinem Befehl, sondern unter dem von Eirik "Axtmann" Sturlason. Sein mit mehr als hundert Kriegern bemannter Draken war das größte Schiff der Flotte. Gemeinsam waren sie in Dänemark gestartet, die friesische Küste entlanggefahren und dann in Britannien gelandet. Aber dort waren sie nicht lange geblieben, sondern hatten dann den Weg zur Rheinmündung gesucht.

Die sumpfige friesische Küstenwildnis hatten sie ungehindert durchquert, um ins Herz des fränkischen Reiches vorzustoßen. Ein Reich, in dem die drei Enkel von Karl dem Großen zurzeit um ihr Erbe einen verbissenen Krieg führten. Sie hatten von friesischen Händlern davon gehört, die mit ihren plumpen, an einen Schuh aus Holz erinnernden Schiffen regelmäßig über den Kanal fuhren, um im Land der Angelsachsen Handel zu treiben. Und einige gefangene Sachsen, die Kontakt zu ihren Verwandten im Regnum Francorum hatten, bestätigten diese Geschichten von den widerstreitenden Thronerben. Als sie dann auch noch erfuhren, dass unter den Sachsen die schwarzen Blattern wüteten, hatte Eirik Axtmann beschlossen, die Küste der Angelsachsen zu verlassen. Grimr war gar nichts anderes übrig geblieben, als seinem mächtigen Bundesgenossen zu folgen, denn seine Männer allein wären niemals zahlreich genug gewesen, um sich gegen die Sachsen zu behaupten. Natürlich hatte die Aussicht auf leichte Beute im Reich der Franken die Entscheidung erleichtert, die Klöster von Wessex links liegen zu lassen.

"Macht dem Namen unserer Sippe Ehre, meine Söhne!", sagte Grimr mit breitem Lächeln. "Thor und Odin mögen uns Glück bringen."

"So sei es!", sagte Olav, während sich seine Hand um den Schwertgriff legte. In seinen Augen blitzte es, als er Thorbrand einen höhnischen Blick zuwarf. "Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob mein Bruder nicht insgeheim zum Christengott seiner fränkischen Mutter betet!"

Thorbrands Körperhaltung spannte sich unwillkürlich an. Das kantige Gesicht mit den hellblonden Bartstoppeln wurde von Zornesröte überzogen. Auch seine Hand umfasste den Griff des Schwertes an seiner Seite, und das so stark, dass die Knöchel weiß hervortraten. "Was willst du damit sagen, Olav?"

"Nichts, was ich nicht ausgesprochen habe."

"

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