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Kriegerjahre König der Wikinger 1 - Roman von Ekeberg, Jan Ove (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Kriegerjahre

Norwegen im Jahr 1028. König Olav kehrt in seine Heimat zurück. Nachdem er in Dänemark geschlagen wurde, ist sein Königreich verloren. Jetzt herrscht Dänemark über Norwegen. Olav kennt nur ein Ziel: Er will den Thron zurückerobern. Während er in Russland Unterstützung sucht, beginnen für seinen Halbbruder Harald harte Zeiten. Der ungestüme Harald will um jeden Preis an Olavs Seite kämpfen. Unter der Zucht des Kriegers Hane soll aus Harald ein großer Kämpfer geschmiedet werden. Gleichzeitig gerät Harald in eine Familienfehde und muss um sein Leben kämpfen. Harald beweist sich immer wieder in Kampf und List, bis er schließlich Seite an Seite mit Olavs Mannen für die Freiheit Norwegens kämpft ... Jan Ove Ekeberg lebt und arbeitet in Norwegen als Autor, Journalist und Nachrichtensprecher. Schon seit früher Jugend fasziniert ihn die Welt der Wikinger. Für seine Romane um die historische Figur von Harald dem Harten hat Ekeberg jahrelang recherchiert. In Norwegen wird seine Trilogie "Der König der Wikinger" von Publikum und Presse gefeiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 09.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641213220
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 47142
    Originaltitel: Den siste Vikingkongen - Krigens Laeregutt
    Größe: 2000 kBytes
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Kriegerjahre

1

In jener Nacht errang der Winter den letzten und endgültigen Sieg über den Herbst. Im Morgengrauen schwebten kleine weiße Nebelschwaden über einer dünnen Schneeschicht. Sie erinnerten an feine Sommerwolken, die schnell an einem bleichen Himmel dahintrieben. An anderen Orten jedoch war der Nebel so dicht, dass er eins wurde mit dem Schnee, alles zu einem undeutlichen Weiß verschmelzen ließ und vom Sieg des Winters Zeugnis ablegte.

Harald Sigurdsson gefiel es, dass der Winter gekommen und das Eis unten auf dem Steinsfjord so dick geworden war, dass er darauf reiten konnte.

Er blickte über die Landschaft hinweg auf das eisbedeckte Wasser. Eine Wuhne war dort draußen ins Eis geschlagen worden, doch im morgendlichen Halbdunkel wurde das Loch, aus dem sie Wasser für das Vieh holten, erst sichtbar, wenn man ganz dicht herankam. Der Viehbrunnen war von einer dünnen Eisschicht bedeckt, auf die sich Schnee gelegt hatte, der die Öffnung verbarg.

Mit schnellen Schritten überquerte Harald den großen Hofplatz und trat auf den Stall zu. Ein paar dünne, verlorene Halme ragten steif und erfroren aus dem Schnee hervor, als wollten sie dem Winter trotzen.

Sein Herz schlug. Für gewöhnlich dachte er nie daran, dass sein Herz schlug. Heute allerdings tat er es, denn dieser Tag war nicht wie andere. Sollte es nötig sein, würde er an diesem Tag ein Leben auslöschen, ein menschliches Leben. Das erste. Wenn er müsste.

Zwei Tage waren vergangen, seit er auf Hof Bønsnes an der Tür gestanden hatte. Wie so oft war er dort hingeritten, um seinen zwei Jahre älteren Kameraden Ragnar zu besuchen. Doch gerade als er die Halle des Hofs betreten hatte, hörte er, wie jemand seinen Namen erwähnte. Er war wie angewurzelt im Halbdunkel stehen geblieben. Es war Ragnar, und der hatte im selben Moment hinzugefügt: "... dieser Sohn des Schweinemistbauern Sigurd Syr".

Im Dunkeln verborgen, hatte er den ganzen niederträchtigen Plan über seine Ermordung und die seiner Brüder mit angehört, den Ragnar und dessen Vater geschmiedet hatten, um Hof Stein in ihre Gewalt zu bringen ...

Harald setzte seinen Weg über den Hofplatz fort. Als er den Stall betrat, mistete Stallbursche Kårstein gerade die Boxen aus.

"Du siehst ja heute zeitig nach ihm, Harald."

"Kümmer du dich um den Mist."

"Wenn du willst, kann ich Steinsvarten holen."

"Du sollst ausmisten, sag ich!"

Kårstein stützte sich auf die Mistgabel. Harald spürte den Blick des alten Knechts im Nacken, während er den Stall durchquerte. Kårstein konnte doch unmöglich wissen, was heute geschehen würde?

Die ganze Syr-Sippe stinke nach Schweinedreck, hatte Ragnar gesagt. Und dennoch wollte er sich mit Ingerid vermählen, denn wenn er sie erst zur Frau genommen hätte, könnte er den Reichtum und das Ackerland von Hof Stein übernehmen. Und wenn es so weit wäre, wollte er zum Speer greifen und Harald und seine Brüder töten.

Als Ragnars Vater, Sigvald, ihn daran erinnerte, dass die Syr-Sippe unter dem Schutz König Olavs stehe, hatte Ragnar erwidert, er habe keine Angst vor einem Feigling wie Olav. Der König habe sich zwar schon gegen einige der Häuptlinge gewandt, sowohl im Westen als auch in Trøndelag, aber niemals würde er es wagen, sich ihnen entgegenzustellen, die zur Sippe des Häuptlings Kalv Arnesson aus Trøndelag gehörten. Dann hatten Ragnar und Sigvald die Becher erhoben. Lange hatte Harald sie reden hören, bis sie einander schließlich schworen, dass Hof Stein ihnen zufallen sollte, noch bevor die ersten Triebe auf den Feldern sichtbar wären.

Harald ballte unwillkürlich die Fäuste. Ragnar würde ihn anflehen und die Worte zurücknehmen müssen. Wenn er es nicht tat, musste er sterben.

Das Pferd folgte gehorsam, als Harald es hinaus in den Stallgang führte. Er bürstete Rücken und Flanken ab. Nachdem er es gesattelt hatte, gab er dem Pferd eine Handvoll Hafer. Über fünfzig Pferde k

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