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Kurakin von Molden, Hanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.02.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Kurakin

Der turbulente Roman einer leidenschaftlichen Wienerin! Jede Liebesgeschichte beginnt mit einem Urknall - wie sonst könnte eine neue Welt entstehen: Anna Clarin ist zwanzig und stürzt sich mit dem Überschwang ihrer Jugend in eine Liebesgeschichte mit Oleg Kurakin, einem fast dreißig Jahre älteren, weltgewandten Exilrussen. Die Begegnung mit Anna stellt auch das Leben des international bekannten Journalisten auf den Kopf. Aber Glück ist auch eine Frage der Zeit. Das müssen Anna und Oleg während ihrer stürmischen Beziehung, die in Budapest ihren Anfang nimmt, sich im melancholischen Wien und im turbulenten Paris fortsetzt, erkennen...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 28.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955303860
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1726 kBytes
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Kurakin

1. A nna lachte, als Oleg sie durch das Fenster des schäbigen Nachkriegsautobusses erblickte. Sie war nicht schön, aber wer sie sah, vergaß sie nicht mehr. Sie hatte eine zu kleine Nase für einen zu großen Mund, zu starke Backenknochen für ihr sanftes Kinn, starke, dunkle Augenbrauen über schrägen, grauen Augen und eine Masse schweren Haares, das sie selbst als bunt bezeichnete, weil es von blond bis kupfer abschattiert war. Nein, Anna war nicht schön, aber ihr Gesicht war ungewöhnlich, und wenn sie lachte, entwickelte sie einen Zauber, der sich einprägte, so daß man noch Jahre später zu sagen vermochte, wann und wo man ihr - und sei es noch so flüchtig - begegnet war. Annas Lachen war totale Präsenz, war vorbehaltlose Hingabe an Ort und Stunde. Anna lachte, als Oleg sie durch das Fenster des schäbigen Nachkriegsautobusses erblickte. Es war April und kalt und windig. Anna und Helen waren dicht aneinandergerückt, um sich zu wärmen, während sie auf die Abfahrt des Busses warteten. In der Reihe vor ihnen saß Ewgenia Konstantinowna Schischkina, eine eindrucksvolle Frau von hagerer Strenge mit straff zurückgenommenem, im Nacken zu einem Knoten zusammengedrehtem Haar. Helen behauptete, die Russin zähle zu den besten Konferenzdolmetscherinnen der Welt. "Vor der zittern Staatsmänner", raunte sie Anna zu. Die Art, wie die Schischkina sie ohne den Schatten eines Lächelns gemustert hatte, war Anna unangenehm gewesen. "Von der glaub' ich alles", flüsterte sie zurück. "Sie sieht aus wie mein ehemaliger Klassenvorstand, sie geht sicher in den Keller lachen." Anna hatte nicht an die Möglichkeit gedacht, daß Ewgenia Konstantinowna ihre Worte gehört, geschweige denn deren Bedeutung verstanden haben könnte. Ihre Augen wurden weit, als die Frau sich umwandte und in fließendem Deutsch sagte: "Irrtum, ich lache, wenn ich einen Grund dazu finde. Zur Zeit sehe ich keinen." Ihre Stimme klang ein wenig rauh und warm. Ehe Anna etwas erwidern konnte, hatte die Dolmetscherin ihr wieder den Rücken zugewandt. Das Mädchen starrte auf den dunklen, grau gesprenkelten Haarknoten und suchte nach einer Antwort, die flott klingen und nicht keck sein sollte. Was dann geschah, enthob es des Ärgers, nichts Passendes gefunden zu haben. Bremsen quietschten, auf der anderen Straßenseite, drüben beim Naschmarkt, hielt ein Taxi. Es war einer jener abgetakelten amerikanischen Straßenkreuzer, die die US-Besatzungsmacht bei ihrem Abzug zurückgelassen hatte. Der Wagen schlingerte; noch ehe er zum Stillstand gekommen war, flogen die Hintertüren auf, Reisetaschen plumpsten auf die Straße, zwei lange Männerbeine in Rauhlederhosen wurden sichtbar. Anna hörte Helen erleichtert seufzen. "Er ist da, das ist Luis." Die Beine gehörten einem Adonis mit dunklen Locken. Er ist zu schön, dachte Anna. Der Adonis fischte zunächst eine Fototasche, dann eine biegsame Frau aus dem Wagen. Sie war geschminkt wie Juliette Greco und trug Schwarz. Als sie auf der Straße stand und ihr Haar schüttelte, fiel einer ihrer Ohrringe zu Boden. Adonis beugte flugs ein Knie, hob den Ohrring auf und drückte ihn übertrieben innig an die Lippen, ehe er ihn der Greco reichte. Helen zog hörbar die Luft ein und kniff Anna in den Arm. "Hast du das gesehen?" fragte sie bestürzt. Anna hatte es gesehen, jeder im Bus hatte es gesehen, die Ankömmlinge waren jene Passagiere, auf die die Reisegesellschaft seit gut vierzig Minuten wartete. Der rauhlederne Luis hatte sich die Fototasche umgehängt und griff nach den Reisetaschen. Die Frau in Schwarz blieb neben dem Wagen stehen und l

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