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Lauter Leben Geschichten von Schubert, Helga (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.05.2013
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Lauter Leben

1975, Ostberlin: Helga Schubert war 35 Jahre alt und noch als Psychologin tätig, als sie diesen ersten Erzählungsband mit 31 Texten veröffentlichte. Es sind Geschichten vor allem von Frauen, von alleinstehenden Freundinnen, ihrer Liebe und ihren Sehnsüchten, melancholisch und manchmal bitter. Die Dichterin Sarah Kirsch schreibt in ihrem Nachwort: 'Und sie ermuntert uns: eher lassen wir uns vom Donner erschmeißen, bevor wir uns mit Verhältnissen begnügen, die nicht menschlich sind.' Als Sarah Kirsch ein Jahr später nach der Biermann-Ausbürgerung in den Westen ging, entfernte der Aufbau-Verlag ohne Kommentar das ganze Nachwort. Das Buch aber hatte Helga Schubert da schon bekannt gemacht: Hörspielfassungen und Theateraufführungen basierten auf den Erzählungen, und es erlebte 5 Auflagen. INHALT: Meine alleinstehenden Freundinnen Anna kann Deutsch Das späte Mädchen Das Bein Aus dem beruflichen Alltag Der erste Tanz Taube Ohren Eine unmögliche Geschichte Kurze Pause Folgerichtig Alles an einem Tag Die Ausnahme Ein Hund Das Vorbild Resi Tante Ellas Nachkriegslist Der Friseur Trauriger Tag Der Friedhof Besuch bei der Töpferin Abgesang auf einen großen Maler Kleine Bilder Der Schimmel Braune Augen Langsam lesen Redensarten Die Vorhangordnung Die Tagung Schöne Reise Die Insel Vogelschreien Nachsatz für Helga Schubert

Helga Schubert Geboren 1940 in Berlin-Kreuzberg. Aufgewachsen in Ost-Berlin. Studium der Psychologie an der Humboldt-Universität. Nach Diplom 1963 bis 1987 Arbeit in der Erwachsenen-Psychotherapie in Berlin-Weißensee und -Mitte. Seit 1977 freiberufliche Schriftstellerin. Helga Schubert lebt mit ihrem Mann, dem Psychologie-Professor, Schriftsteller und Maler Johannes Helm, nach Jahrzehnten in Berlin seit 2008 in Neu Meteln/ Landkreis Nordwestmecklenburg, wo sie eine Galerie mit seinen Bildern eröffneten. 1975: Beginn ihrer Veröffentlichungen (Erzählungen, Märchen für Kinder und Erwachsene, Hörspiele, Theaterstücke, Filmszenarien). 1987 Berufung als Jurymitglied für den Ingeborg-Bachmann-Preis Österreich und Wahl in den PEN. Dezember 1989 bis März 1990 parteilose Pressesprecherin des Zentralen Runden Tisches in Ost-Berlin. Seit 1992 Mitglied des Autorenkreises der Bundesrepublik. Buch-Veröffentlichungen: Lauter Leben, Aufbauverlag Berlin, ab 1975 fünf Auflagen Vier Bücher über das Mädchen Bimmi, Kinderbuchverlag Berlin, ab 1980. 1992 zu einem Buch zusammengefaßt und neu illustriert, auch bei Middelhauve. Die Beunruhigung (Szenarium zum gleichnamigen Film, der 1982 zur Biennale in Venedig lief), Henschel-Verlag Berlin, 1982 Das verbotene Zimmer, Luchterhand Darmstadt, 1982 (in der DDR keine Druckerlaubnis) Blickwinkel, Aufbau-Verlag Berlin, 1984 Anna kann Deutsch, Luchterhand, 1985 Schöne Reise, Aufbau-Verlag Berlin, 1987 Über Gefühle reden? Berliner Verlag, 1988 Judasfrauen (Denunziantinnen), Luchterhandverlag 1990, dann Aufbauverlag, Büchergilde Gutenberg, dtv, Übersetzungen erschienen in Italien, Frankreich und Japan Gespräch mit Helga Schubert und Rita Süssmuth: Bezahlen die Frauen die Wiedervereinigung, Piper München, 1992 Die Andersdenkende, dtv München, 1994 Das gesprungene Herz, dtv München, 1995 Die Welt da drinnen (Eine deutsche Nervenklinik und der Wahn vom unwerten Leben), S.Fischer Frankfurt/Main, 2003 Beteiligung an vielen Anthologien Auszeichnungen: Heinrich-Mann-Preis Heinrich-Greif-Preis Hans-Fallada-Preis Doctor of humane letters/USA der Purdue-University Autorenstipendium des Landes M-V.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 169
    Erscheinungsdatum: 05.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863949716
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 517 kBytes
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Lauter Leben

Die Vorhangordnung Die Vorhangordnung ist so wichtig wie das ganze Theaterstück vorher. Für die Betroffenen. Die Ausnahmen in der Vorhangordnung bestimmt der Abendspielleiter. Denn es gibt auch Ausnahmen in der eingeübten Reihenfolge der Verbeugungen. Auf Gastspielen des Theaters kann es vorkommen, dass das Publikum den fünften in der Reihe mehr beklatscht als den dritten. Dann entscheidet der Abendspielleiter, ob der fünfte mit dem dritten in der Reihenfolge der Verbeugungen tauscht oder nicht. Wenn das Publikum weniger zu klatschen beginnt, schickt der Abendspielleiter den Hauptdarsteller noch mal hinaus, damit das Publikum wieder munter wird. Dadurch kann er noch ein paar Vorhänge rauswirtschaften. Neulich hatten sie siebenunddreißig Vorhänge. Es gibt auch einen Gesamtvorhang, da verbeugen sich alle. Ein Schauspieler verbeugt sich nie zusammen mit Schauspielschülern, es sei denn, er hätte eine längere Szene mit ihnen zusammen gehabt. Dann verbeugt er sich auf väterliche Weise, neigt den Kopf nur wenig, während sich die Schauspielschüler tief verneigen und auf ihn weisen. Wenn eine kleine, aber wichtige Rolle von einem bekannten Schauspieler gespielt wird, verbeugt sich der vor den unbekannten Schauspielern, auch wenn sie größere Rollen haben. Spielt ein Gast in der Vorstellung, so gibt der Abendspielleiter ihm aus Höflichkeit ein paar Vorhänge allein. Wenn sich alle Schauspieler nacheinander einzeln in einem Spalt des Vorhanges verbeugen, darf nicht einer eine Stufe von der Bühne hinabsteigen, um sich erst dort zu verbeugen. Denn das wirkt auf das Publikum zu selbstbewusst. Wenn sich zwei verbeugen, von der Direktion aber nur ein Blumenkübel überreicht wird, darf ihn der eine zwar entgegennehmen, muss ihn aber dann dem anderen geben und nicht etwa mit den Blumen abgehen. Beim Verbeugen sollten die Schauspieler auch zu den Rängen hinaufsehen. Das alles wird geübt. Ohne Publikum. Ich weiß es noch nicht lange, und seitdem beunruhigt es mich. Dass ich hereinfiel auf die vermeintliche Echtheit.

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