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Lavendelträume Roman von Diechler, Gabriele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.06.2018
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)

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Lavendelträume

Ein malerischer Ort in der Provence, unweit der Parfümstadt Grasse. Doch Julia kann die Schönheiten der Landschaft nicht genießen: Ihr Leben ist aus den Fugen geraten, und sie ist auf der Suche nach Wahrheit hierhergekommen ... Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter entdeckt Julia in einem geheimen Schließfach ein Paket mit dem Lieblingsparfüm ihrer Mutter, daneben einen Liebesbrief. Absender: ein Parfumeur aus der Provence. Was hat das zu bedeuten? Kurzentschlossen macht Julia sich auf die Reise in den Süden Frankreichs. Unter der angegebenen Adresse trifft sie auf den Sohn des inzwischen ebenfalls verstorbenen Parfumeurs. In Nicolas findet sie einen verständnisvollen Freund, der ihr Zuversicht schenkt - und Liebe. Doch sie kommen einem unglaublichen Familiengeheimnis auf die Spur ... Ein fesselnder Roman über die Macht des Schicksals, die Kraft der Liebe, den Mut zum Neuanfang. Gabriele Diechler, in Köln geboren, lebt und arbeitet im Salzkammergut. Nach vielen Jahren als Drehbuchautorin und Dramaturgin widmet sie sich nun hauptsächlich dem Roman und Jugendbuch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 11.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458758228
    Verlag: Insel Verlag
    Größe: 2721 kBytes
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Lavendelträume

2. Kapitel

Ein halbes Jahr zuvor

Der Wind, der die letzten Tage um die Häuser gefegt war, hatte merklich nachgelassen. Zielstrebig trat Julia aus dem Haus und ging auf ihren silberfarbenen Golf am Straßenrand zu. Um kurz vor fünf - wenn die Straßen noch fast menschenleer waren - erschien ihr Frankfurt wie ein Dorf.

"Fünf ist selbst für dich früh." Eine Stimme ließ Julia zusammenfahren. Erschrocken drehte sie sich um.

"Maren!"

Ihre Freundin stand im dumpfen Licht einer Straßenlaterne und blickte zu ihr herüber. Im Jogginganzug und ungeschminkt sah sie aus, als käme sie geradewegs aus dem Bett. "Was treibst du in aller Herrgottsfrühe hier auf der Straße?"

Von der Schulzeit abgesehen, die Julia und Maren zum Teil gemeinsam verbracht hatten, konnte Julia sich nicht daran erinnern, Maren je vor neun Uhr morgens zu Gesicht bekommen zu haben. Gewöhnlich arbeitete sie abends länger und las dann bis tief in die Nacht oder sah sich Filme an. Wenn morgens um sieben der Wecker klingelte, gab es nichts Schöneres für sie, als sich noch mal im Bett umzudrehen und weiterzuschlafen.

"Dasselbe könnte ich dich fragen." Maren war näher gekommen und küsste Julia auf beide Wangen. "Du siehst aus, als hättest du die halbe Nacht kein Auge zugetan."

Julia ersparte sich eine Antwort. Maren wusste auch so, dass ihr seit dem Tod ihrer Mutter alles Mögliche durch den Kopf ging - vor allem nachts. "Also, wenn du mich fragst, ist es höchste Zeit, diese verdammte Rüstung abzulegen, mit der du neuerdings durchs Leben gehst. Ich weiß, die hast du dir zugelegt, um in einer Welt, in der man Menschen verlieren kann, bestehen zu können. Ich bin mir nur nicht sicher, ob sie ihren Zweck erfüllt."

Marens Worte sorgten schlagartig für Ernüchterung bei Julia. Die Freundin hatte ins Schwarze getroffen. Egal, was sie tat, um sich besser zu fühlen, es gelang ihr einfach nicht, zu ihrem alten Leben zurückzufinden, zu dem Leben, das sie gehabt hatte, als ihre Mutter noch lebte.

Julia sah in Marens Gesicht und wusste, dass auch die Freundin etwas bedrückte.

"Die Immobilie in der Franz-Rücker-Allee", entfuhr es beiden Frauen wie aus einem Mund. Sie lächelten, weil es nicht das erste Mal war, dass sie zur selben Zeit dasselbe dachten und es auch aussprachen. Julia wusste, dass der Verkauf der Gründerzeitvilla einen enormen Imagegewinn für Marens Firma bedeuten würde.

"Lenk nicht ab, Julia. Wir reden jetzt nicht über meinen Job, sondern über dich ... willst du tatsächlich mitten in der Nacht abhauen?"

"Meine Güte, Maren!" Julia stellte ihre Reisetasche ab, in die sie alles gepackt hatte, was sie für eine Woche Südfrankreich brauchte. "Das klingt, als wäre ich auf der Flucht."

"So sieht es für Frank auch aus. Er hat mich gestern nach unserem Treffen noch angerufen und gefragt, ob ich glaube, dass du tatsächlich fahren wirst."

"Bist du deswegen hergekommen?" Julia sah, wie Maren ein Gähnen unterdrückte.

"Ich weiß, Frank hat in letzter Zeit nicht immer die richtigen Worte gefunden. Er ist verletzt, Julia, trotzdem versucht er, stark für dich zu sein. Warum wartest du also nicht, bis er dich nach Frankreich begleiten kann?"

Julia wandte den Blick ab. "Es würde dauern, bis er Urlaub bekäme, und in der Zwischenzeit würde er mir die Reise ausreden. Das will ich nicht."

Julia hatte Frank im letzten Jahr in einem Bistro kennengelernt. Sie hatten beide an der Theke auf ihre Drinks gewartet und waren ins Gespräch gekommen. Zwei Tage später rief er an, um sie ins Deutsche Architekturmuseum auszuführen, wo ein Event stattfand. Frank war attraktiv, mit blonden, gewollt zerstrubbelt aussehenden Haaren, die einen interessanten Kontrast zu dem Anzug bildeten, den er an jenem Abend trug. Und er war charmant. Julia hatte begeistert zugesagt.

"Weißt du noch, wie aufgeregt du mich angerufen hast, nachdem

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