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Lebkuchen und Treuepunkte von Norén, Mats (eBook)

  • Verlag: BookRix
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Lebkuchen und Treuepunkte

Als Anfang Dezember der erste Schnee fällt, kreuzen sich an einer Kasse im Supermarkt die Wege von Jenny und Ben. Beide sind sich auf Anhieb sympathisch und je näher das Weihnachtsfest rückt, desto vertrauter werden sie sich. Doch beide hüten jeweils ein großes Geheimnis ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 169
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748723240
    Verlag: BookRix
    Größe: 298 kBytes
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Lebkuchen und Treuepunkte

1

"Guck mal, Mama, es schneit!" Aufgeregt zerrte der kleine Junge am Ärmel seiner Mutter und zeigte durch das große Fenster nach draußen. Ben Jäger stand an der Kasse hinter ihnen und blickte ebenfalls hinaus. Tatsächlich rieselten im sanften Schein der Straßenlaternen winzige Flöckchen hinab auf den im Halbdunkel liegenden Parkplatz vor dem Supermarkt, wo sie sich jedoch fast im selben Moment wieder auflösten.

"Kann ich gleich einen Schneemann bauen?", fragte der Junge weiter.

"Nein, mein Schatz, du isst gleich noch was und dann gehst du ins Bett", lächelte seine Mutter. "Wir haben schon fast halb acht!"

Enttäuscht blickte der Junge weiter nach draußen.

"Der Schnee bleibt heute auch noch gar nicht liegen", erklärte seine Mutter bedauernd. "Dafür ist es noch ein bisschen zu warm. Vielleicht kannst du am Wochenende mit Papa einen Schneemann bauen."

Das munterte den Jungen wieder auf und zufrieden half er seiner Mutter dabei, den Einkaufswagen Richtung Ausgang zu schieben. Ben dachte daran, wie sehr er sich früher ebenfalls immer über den ersten Schnee gefreut hatte.

Im Kindergarten hatte er sich stets als Erster die Nase am Fenster plattgedrückt und konnte es kaum abwarten, bis die Erzieherin ihm endlich Jacke und Schuhe angezogen hatte, damit er draußen spielen konnte. Später in der Schule hatte er jede Pause genutzt, um sofort auf den Schulhof zu laufen. Anfangs hatte er immer in Windeseile einen kleinen Schneemann gebaut, später lieferte er sich mit seinen Freunden umkämpfte Schneeballschlachten. Mit zunehmendem Alter ließ das Interesse allerdings etwas nach, was nicht zuletzt daran lag, dass er als Teilnehmer des motorisierten Straßenverkehrs die Schattenseiten von Schneematsch und Eis auf der Fahrbahn kennenlernte.

"Hey!" Ein sanfter Stoß gegen seinen Oberarm riss ihn aus seinen Gedanken. Die junge Kassiererin lachte ihn an. Der etwas nachlässig gebundene Zopf, der ihre schulterlangen Haare zusammenhielt, wippte dabei munter auf und ab. Offenbar arbeitete sie noch nicht lange dort, denn obwohl Ben häufiger in der Filiale einkaufte, hatte er sie bisher noch nie gesehen.

"Sorry", murmelte Ben und sah sich peinlich berührt um. Zum Glück war um diese Zeit im Supermarkt nicht mehr viel los und er stand allein an der Kasse. Verlegen erwiderte er das Lächeln. "War gerade abgelenkt."

"Das hab ich gemerkt." Hinter ihrer Brille blitzten die Augen der Kassiererin fröhlich auf. "Träumst du schon von Weihnachten?"

Sie zeigte auf die beiden Packungen mit Lebkuchen, die Ben aufs Band gelegt hatte.

"Nee, ich hab nur gerade gehört, was der Junge gesagt hat."

"Scheinst ja viel für Schnee übrig zu haben. Ich hab dich zweimal gefragt, ob du die Treuepunkte sammelst."

"Oh." Mehr fiel Ben nicht ein.

"Und?"

"Was und?"

"Sammelst du die?"

"Ach so. Nein, danke."

"Das ist aber kein gutes Zeichen."

Ben nickte lächelnd in Richtung des Plakats mit den Treueprämien. "Na ja, es ist nur so, dass ich eigentlich kein Geschirr mit Weihnachtsmotiv brauche."

Er kramte grinsend sein Portemonnaie aus der Tasche.

"Tja, mit Schneemann gibt's leider keins", erwiderte die Kassiererin und gab ihm sein Wechselgeld. Mit einem Zwinkern verabschiedete sie sich und ging zum Pfandautomaten, dessen Signalleuchte mal wieder irgendein Problem meldete. Ben sah ihr möglichst unauffällig nach. Trotz der etwas unvorteilhaft geschnittenen Jacke, die zu ihrer Arbeitskleidung gehörte, erkannte er ihre zierliche Figur. Sie trug schlichte, modische Jeans und ebenso im Trend liegende Winterstiefel. Sie war genau sein Typ, aber nun fiel ihm nichts mehr ein, um das Gespräch fortzusetzen. Um sich nichts anmerken zu lassen, marschierte er mit angestrengt abgewandtem Blick Richtung Ausgang, ohne zu bemerken, dass sie ihm möglichst unauffällig hinterher sah.

Vor der Tür stieß er fast mit einem Polizisten zusammen, der

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