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Leif Ein Wikingerabenteuer von Petersen, Marten (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Leif

Eine vernichtende Nordseeflut zerstört die Heimat von Erk, Gyde und Folkbert. Als Waisen flüchten sie nach Haithabu, wo sie auf Leif aus Südschweden treffen. Hier nimmt das gemeinsame Leben voller Abenteuer seinen Lauf. Liebe und Freundschaft werden auf die Probe gestellt. Folkbert sucht seinen Weg zwischen heidnischem Glauben und der neuen Lehre der Christen. Erk und Leif müssen ihren Mut und ihre Stärke auf Beutezügen beweisen. Die Naturgewalten des Nordens, das Treiben der Götter und Trolle, die Abenteuerlust der Nordmänner bestimmen den Weg der jungen Leute. Der erfolgreiche Überfall auf die gräfliche Burg der Udonen füllt die Bäuche der Schiffe mit Silber. Der dreiste Kampf mit dem Herzog von Essex und ein geschickter Vertrag mit König Ethelred am Londoner Hof legen den Grundstein für künftige erfolgreiche Handelsbeziehungen. Marten Petersen, Jahrgang 1952, geboren und beheimatet in Nordfriesland, unweit der Nordsee. Er ist freiberuflicher Diplom-Betriebswirt und Windmüller. Die Familie lebt in Deutschland und in Schweden. Marten Petersen ist engagierter Läufer über alle Strecken bis hin zum Marathon. Er verfasst Texte Prosa und Lyrik und ist damit in mehreren Anthologien vertreten. Vier Anthologien wurden von Marten Petersen herausgegeben. Mitglied im Verband der Schriftsteller in Schleswig-Holstein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783746041346
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1006 kBytes
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Leif

Kapitel 1: Auf dem Björnhof in Südschweden

Winter auf dem Hof

Leif sprang wütend vom Tisch auf, sodass der Hocker hintenüber kippte. Runa, Leifs Mutter, ließ vor Schreck den Kessel fallen.

"Ich werde doch zur See fahren, genauso wie Harald", rief Leif, "und du hältst mich nicht davon ab, Vater!" Björns Gesicht rötete sich vor Zorn, die Stirnader schwoll an. "Setz dich!", donnerte er, und als Leif nicht gleich folgte, ging er auf seinen Sohn zu. "Ich habe gesagt, du sollst dich setzen", presste er mit leisem, drohendem Unterton zwischen den Zähnen hervor. Sein Bart zitterte vor Erregung.

Obwohl Leif erst achtzehn Jahre zählte, hatte er schon die Größe seines Vaters erreicht. Mit wildem Blick starrte Leif ihn einige Sekunden an. Zögernd fügte er sich den Worten. Er hob den Hocker auf und setzte sich.

"Du hast gehört, was Runa und ich besprochen haben. Der Björnhof muss die ganze Familie ernähren, und da brauchen wir deine Hilfe. Du hast noch vier Schwestern und einen kleinen Bruder. Sollen wir die ganze Arbeit mit ihnen allein schaffen? Du bist nach mir der Mann im Haus. Hast du das verstanden?"

Leif überlegte sich seine Antwort gut, denn er wusste, dass es besser war, nicht zu widersprechen.

"Vater, wir arbeiten jahraus, jahrein, und was bleibt übrig? Im Winter gehen uns die Vorräte aus und wir müssen hungern. Ich bin kein Kind mehr, aber ein guter Kämpfer. Das weißt du. Ich könnte es Harald gleichtun."

"Wir warten auf deinen Bruder. Wenn er zurückkehrt, wird alles besser. Und jetzt ist Schluss", sagte Björn.

Die Mutter weinte. Zwei Sommer und zwei Winter hatten sie nichts mehr von Harald gehört. Er war zu den Wikingern gegangen, und keiner wusste, wohin sie gefahren waren und ob sie jemals zurückkommen würden. Es blieb nur die Hoffnung, dass er als reicher Mann nach Hause kommen und es so der Familie besser gehen würde.

"Hoffentlich lebt der Junge ...", sagte sie.

"Ja, Runa, er lebt noch. Ich spüre, dass die Götter bei ihm sind. Allerdings sollte er sich ohne gute Beute nicht nach Möre trauen!"

Der Vater verließ den Raum und stiefelte mit schwerem Schritt zum Schweinestall hinüber.

Obwohl sie nur einen kleinen Bauernhof bewirtschafteten, schien die Arbeit kein Ende zu nehmen. Der Acker musste ständig von unzähligen Felsen geräumt werden, um die nutzbare Fläche zu vergrößern. Er wollte im Frühjahr bestellt und im Sommer bearbeitet werden. Und meist zeigte die Ernte im Herbst, dass es auch in diesem Jahr nicht reichen würde, die große Familie über die langen Wintermonate zu versorgen. Ständig war am Haus oder an den Schuppen und Zäunen etwas auszubessern. Lose Bretter klapperten im Wind, der ungehindert in die Behausung dringen konnte. Spätestens der nächste Regen zeigte, wo wieder eine Dachschindel verrottet oder weggeflogen war. Aus den Angeln gerissene Luken ließen die Tiere davonlaufen, kleine Rinnen mussten ausgehoben werden, um das Regenwasser ablaufen zu lassen.

Täglich wollten die Schweine gefüttert werden, ebenfalls die beiden Kühe. So viel Arbeit für ein bisschen Milch! Die wenigen Schafe versorgten sich im Sommer überwiegend selbst, verlangten aber regelmäßig danach, gemolken zu werden.

Die Wochen vergingen, der Winter wurde härter. Von den eingelagerten Lebensmitteln war kaum noch etwas übrig geblieben. Die Bewohner vom Björnhof bei Tveta konnten sich nur mühsam von den Resten ernähren. Die Kälte forderte von der Familie auf dem Hof ihr Opfer.

"Was soll aus uns werden, Björn?"

Verzweifelt wartete Runa auf eine Antwort, aber ihr Mann schüttelte nur den Kopf.

"Noch nie war der Winter so hart. Nicht, solange ich denken kann. Wir sollten Freya und Thor etwas opfern, damit sie unser Herdfeuer immer am Leben erhält und unseren Topf füllt. Mit ihrer Hilfe werden wir es schaffen. Was soll man mehr machen?"

Björn war genauso ratlos wie seine

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