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Liebe Lebenslänglich Roman von Levine, Paul (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.02.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Liebe Lebenslänglich

Anwalt Steve Solomon und Staatsanwältin Victoria Lord könnten unterschiedlicher nicht sein: Sie kommt aus gutem Elternhaus, spielt Tennis und ist gesetzestreu, er frönt dem Alkohol, liebt Baseball und macht seine eigenen Gesetze. Gemeinsam könnten sie den heißesten Mordfall Miamis lösen. Aber nur, wenn sie sich nicht vorher gegenseitig umbringen. Paul Levine arbeitete selbst jahrelang als Juradozent und Anwalt, bevor er sich dem Schreiben zuwandte. Er kennt die amerikanischen Gerichte wie seine Westentasche. Levine lebt mit seiner Familie in Kalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 10.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641168810
    Verlag: Heyne
    Größe: 2034 kBytes
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Liebe Lebenslänglich

Erstes Kapitel

Zellengenossen

Der Mann in der Zelle lockerte seine Krawatte, warf das zerknitterte Sakko in eine Ecke und streckte sich auf der harten Plastikpritsche aus. Die Frau in der Zelle gegenüber streifte ihr Glen-Plaid-Jackett ab, legte es sorgfältig über ihren Arm und begann, auf und ab zu gehen.

"Beruhigen Sie sich, Vickie. So schnell kommen wir hier nicht raus", sagte der Mann.

" Victoria ", korrigierte ihn die Frau. Ihre wütenden Schritte hallten auf dem kahlen Betonboden wider.

"Lassen Sie mich raten. Das ist Ihr erstes Mal. Sie hätten sicher nie geglaubt, dass Sie gleich zu Anfang Ihrer Karriere wegen Missachtung des Gerichts in einer Zelle landen würden!"

"Stimmt, und im Gegensatz zu Ihnen betrachte ich diese Strafe nicht als Auszeichnung."

"Ein Anwalt, der sich vor dem Knast fürchtet, ist wie ein Chirurg, der kein Blut sehen kann", entgegnete Steve Solomon.

"Von Ihnen sagt man, Sie würden weitaus mehr Zeit hinter Gittern verbringen als so mancher Ihrer Mandanten", gab Victoria Lord zurück.

"Danke! Das ist ein toller Slogan für meine Radiowerbespots. 'Hey Ganove, mach es schlau - schick deinen Anwalt in den Bau!'"

"Berufsethos ist offenbar ein Fremdwort für Sie. Sie sind der windigste Rechtsverdreher, den ich kenne."

"Das beweist nur, dass Sie diesen Job noch nicht lange machen."

"Eingebildeter Kotzbrocken", zischte Victoria leise und wandte sich ab.

"Das habe ich gehört", sagte er.

Hübsches Profil, dachte er. Attraktiv und dabei so kühl wie ein Daiquiri. Lange Beine, kleine Brüste, energisches Kinn, ein etwas eckiger, athletischer Look. Grüne Augen mit grauen Sprenkeln, dazu ein wuscheliger blonder Schopf. Resolut und zugleich sexy. Nie zuvor hatte "eingebildeter Kotzbrocken" so verführerisch geklungen.

"Wenn Sie nicht so arrogant wären", bemerkte er, "würde ich Ihnen ein paar Tricks verraten, mit denen Sie bei Gericht punkten können."

"Sparen Sie sich die Atemluft für Ihre Aufblaspuppe."

"Das ist nicht fair. Das Ding war ein Beweisstück."

"Ach tatsächlich? Man hat die Holde in Ihrem Wagen gesehen, und zwar in gebrauchsfertigem Zustand."

"Ich setzte sie manchmal auf den Beifahrersitz, damit ich auf den Stellplätzen parken kann, die für Fahrgemeinschaften reserviert sind."

Victoria trat an die Zellentür. Die Gitterstäbe warfen Schatten auf ihr Gesicht. "Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, Solomon. Ich weiß alles über Sie."

"Das fällt unter Stalking. Ich werde eine einstweilige Verfügung gegen Sie erwirken."

"Sie verdrehen die Gesetze, wie es Ihnen gerade in den Kram passt."

"Oder ich mache mir meine eigenen. Solomons Gesetze. Paragraph eins: 'Wenn das Gesetz nicht passt, dann mach es passend.'"

"Man sollte Sie einsperren."

"Schon passiert."

"Sie sind eine Schande für Ihren Berufsstand."

"Ich bitte Sie, Vickie! Seien Sie nicht so herzlos."

" Victoria ! Und ich habe kein Herz. Ich bin Staatsanwältin."

"Ich wette, Sie hätten Jean Valjean aus 'Les Misérables' auch neunzehn Jahre in Ketten legen lassen."

"Er hat immerhin den Brotlaib geklaut."

"Und Sie würden heute noch ohne mit der Wimper zu zucken Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen."

"Erst wenn sie in letzter Instanz verurteilt sind." Ihr Lachen brachte die Luft zum Knistern.

Verdammt, die Frau war gut .

Sie war nicht auf den Mund gefallen und sie konnte über sich selbst lachen. Aber noch etwas gefiel ihm an ihr: Sie trug keinen Ehering. Ms Victoria Lord, die aufstrebende junge Staatsanwältin, war offenbar ebenso streitbar wie ungebunden. Er schätzte sie auf achtundzwanzig. Sieben Jahre jünger als er.

"Falls Sie bei einem Prozess mal Hilfe brauchen", sagte er, "greife ich Ihnen gern ein bisschen unter die Arme."

"Interessante

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