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Liebe zartbitter Digital Edition von Bergen, Nina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.07.2014
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Liebe zartbitter

Süß, schmelzend, verführerisch - diese Pralinés sind jede Sünde wert! Noch nie hat Tom etwas so Delikates gekostet. Aber die zarteste Versuchung ist für ihn die hinreißende Herstellerin, die ihn geradewegs zum Vernaschen einlädt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 122
    Erscheinungsdatum: 13.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733788087
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 675 kBytes
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Liebe zartbitter

2. KAPITEL

"Laut einer Studie verbringen wir sechzehn Stunden unseres Lebens mit sexuellen Höhepunkten", sagte Li Mei. "Hört sich ziemlich wenig an, auf die absolute Lebenszeit gerechnet. Findest du nicht auch?"

Sie schob schwungvoll einen Rollkorb vor die Chocolaterie "Zarte Versuchung" in der Apostelnstraße. Tüten voll daumengroßer Geleefrüchte und mit Mokkacreme gefüllter Schokobohnen stapelten sich verführerisch bis fast über den Rand.

"Der gestrige Abend hat meinen Schnitt jedenfalls nicht erhöht", antwortete Panama. "Du hättest mal Marcos Gesicht sehen sollen, als ihm plötzlich die Waschlappen um die Ohren fegten."

Sie lachte und legte den Arm um Li Meis Schulter. "Komm, du musst unbedingt meine Vanille-Pistazien-Trüffel probieren. Als Stärkung, bevor deine Mittagsgäste das Restaurant stürmen."

Li Mei war Panamas beste Freundin, seit sie in der Grundschule ihr gemeinsames Faible für Barbiepuppen mit Wechselperücken und für Fünf-Freunde-Bücher entdeckt hatten. Li Meis Vater besaß das Chinarestaurant "Ming's Garden", das direkt gegenüber von Panamas Chocolaterie lag.

"Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht", erwiderte Li Mei lächelnd, sobald sie die kunstvoll aufgeschichtete Pyramide der mit weißer Schokolade überzogenen Kugeln erblickte. Panama griff mit der Silberzange eine davon und reichte sie ihr. Genüsslich schob Li Mei sie in den Mund.

"Hmmm! Zum Dahinschmelzen. Die solltest du unbedingt in dein Standardprogramm aufnehmen." Li Mei leckte sich die Finger und ging zur Tür.

"Wenn die Kunden danach Schlange stehen, bestimmt", rief Panama und schickte leise hinterher: "Ein bisschen mehr Umsatz wäre dringend nötig."

Panama hatte vor drei Monaten den alten Süßwarenladen ihrer Tante Tilly übernommen, die nun mit sechsundsechzig Jahren ihren Ruhestand genießen wollte. Obwohl Ruhestand in ihrem Fall definitiv der falsche Begriff war. Tilly Stern und Giuseppe, ihr italienischer Lebensgefährte, waren berüchtigt für ihre stürmische Beziehung und unternehmungslustigen Einfälle.

Mit ihren zusammengekratzten Ersparnissen hatte Panama das alte Interieur aufgemöbelt und den Laden in eine schicke Chocolaterie verwandelt, in der sie süße Köstlichkeiten aus aller Welt und dazu eigene Pralinenkreationen verkaufte. Die Renovierung hatte sie erst vor zwei Wochen beendet.

Hoch konzentriert, schichtete Panama nun Fruchtgeleekugeln und Fondants auf eine dreistöckige Silber-Etagere.

"Das sieht ja zum Anbeißen lecker aus, Frau Prill."

Sie zuckte erschrocken zusammen und hob den Kopf. Vor ihr stand, lässig mit einem Ellbogen auf die Pralinentheke gestützt, Arndt Hirning. Er war Mitte vierzig und führte vor seinem Hohlkreuz einen tief sitzenden Bauch spazieren. Seine Tage verbrachte er mit der Verwaltung seines frisch geerbten Immobilienbesitzes von mehr als zehn Geschäfts- und Mehrfamilienhäusern, die sich strategisch über die Kölner Innenstadt verteilten. Das Haus, in dem sich Panamas Ladenlokal befand, gehörte leider dazu.

"Herr Hirning, wie schön, dass Sie mich einmal besuchen", begrüßte ihn Panama. Es gab kaum einen Menschen, den sie mehr verabscheute - von Rick einmal abgesehen.

Arndt Hirning hatte seinen Vater Siegfried, der vor sechs Monaten einen Schlaganfall erlitten hatte, für geschäftsunfähig erklären lassen, so schnell er nur konnte. In den ganzen zehn Jahren davor war er nur dann aufgetaucht, wenn er Geld brauchte. Tilly und Panama hingegen hatten für den alten Herrn eingekauft und ihn zum Arzt gefahren. Vor drei Wochen war der Senior, mit dem sein Sohn nur den Nachnamen, nicht aber seinen herzensguten Charakter teilte, gestorben.

"Der Laden ist ja nicht mehr wiederzuerkennen. Sie haben aus der Bonbon-Klitsche Ihrer Tante ein echtes Prachtstück gemacht." Arndt Hirning ließ den Blick anerkennend über die geschmackvoll aufpolierten nostalgischen Möbel, den Kronleuchter und die riesigen Kristallspiege

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