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Literaturklassiker Band 2 Joseph von Eichendorff - Aus dem Leben eines Taugenichts von von Redaktion Müller), Joseph von Eichendorff (hg. (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
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Literaturklassiker Band 2

'Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt.' Geprägt von einem Wanderidyll begleiten der Leser und die Leserin einen fröhlichen Müllerssohn auf seinem Weg durch Gottes wunderbare Welt. In der Einheit von Mensch und Natur - und damit einem Hauptmotiv der literarischen Romantik folgend - erlebt er Abenteuer, die allesamt gut enden und am Ende auch zu einer Hochzeit unter märchenhaften Umständen führen. Das was vordergründig aus heutiger Sicht ein wenig kitschig anmutet, gewinnt bei der zeitlichen Einordnung eine andere Wirkung: In der post-napoleonischen Ära und im Zuge einer fehlenden gemeinsamen nationalen Identität ist die Besinnung und Konzentration auf die schönen Dinge im Leben und die Sehnsucht nach einem Idyll nicht wirklich verwunderlich. Gerade in der Zusammenführung von Geist und Natur wurde eine Stimmung erzeugt, die äußerst positiv auf die Leserschaft wirken sollte und auch wirkte. Eichendorffs Novelle ist als Band 2 der Reihe 'Literaturklassiker' - herausgegeben von der Redaktion Müller - erschienen. Das Vorwort stammt vom Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Manfred Müller. Die 'Literaturklassiker' erscheinen in zunächst 10 Bänden als ebook und wollen ausgewählte Texte zeitgenössisch und aktuell präsentieren und so wichtige Bücher vor dem Vergessen retten oder wieder in den Fokus einer Leserschaft stellen. Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorffs ( 10. 03.1788 Schloss Lubowitz, Ratibor in Oberschlesien) literarisches Werk besteht aus mehreren Tausend Gedichten und einigen Prosawerken. Es ist der Epoche der Romantik zuzuordnen. Seine lyrischen Texte wurden oft vertont und erreichen als Lieder ein noch breiteres Publikum. 'Aus dem Leben eines Taugenichts' zählt zu den bekanntesten und meist gelesenen Texten der Romantik. Joseph von Eichendorff starb am 26.11.1857 in Neisse in Oberschlesien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 80
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783847672784
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 576 kBytes
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Literaturklassiker Band 2

Erstes Kapitel.

Das Rad an meines Vaters Mühle braußte und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig vom Dache, die Sperlinge zwitscherten und tummelten sich dazwischen; ich saß auf der Thürschwelle und wischte mir den Schlaf aus den Augen, mir war so recht wohl in dem warmen Sonnenscheine. Da trat der Vater aus dem Hause; er hatte schon seit Tagesanbruch in der Mühle rumort und die Schlafmütze schief auf dem Kopfe, der sagte zu mir: "Du Taugenichts! da sonnst Du Dich schon wieder und dehnst und reckst Dir die Knochen müde, und läßt mich alle Arbeit allein thun. Ich kann Dich hier nicht länger füttern. Der Frühling ist vor der Thüre, geh auch einmal hinaus in die Welt und erwirb Dir selber Dein Brodt." - "Nun," sagte ich, "wenn ich ein Taugenichts bin, so ist's gut, so will ich in die Welt gehen und mein Glück machen." Und eigentlich war mir das recht lieb, denn es war mir kurz vorher selber eingefallen, auf Reisen zu gehen, da ich den Goldammer, der im Herbst und Winter immer betrübt an unserem Fenster sang: "Bauer, mieth' mich, Bauer mieth' mich!" nun in der schönen Frühlingszeit wieder ganz stolz und lustig vom Baume rufen hörte: "Bauer, behalt Deinen Dienst!" - Ich ging also in das Haus hinein und holte meine Geige, die ich recht artig spielte, von der Wand, mein Vater gab mir noch einige Groschen Geld mit auf den Weg, und so schlenderte ich durch das lange Dorf hinaus. Ich hatte recht meine heimliche Freud', als ich da alle meine alten Bekannten und Kammeraden rechts und links, wie gestern und vorgestern und immerdar, zur Arbeit hinausziehen, graben und pflügen sah, während ich so in die freie Welt hinausstrich. Ich rief den armen Leuten nach allen Seiten recht stolz und zufrieden Adjes zu, aber es kümmerte sich eben keiner sehr darum. Mir war es wie ein ewiger Sonntag im Gemüthe. Und als ich endlich ins freie Feld hinaus kam, da nahm ich meine liebe Geige vor, und spielte und sang, auf der Landstraße fortgehend:

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

Den schickt er in die weite Welt,

Dem will er seine Wunder weisen

In Feld und Wald und Strom und Feld.

Die Trägen, die zu Hause liegen,

Erquicket nicht das Morgenroth,

Sie wissen nur vom Kinderwiegen

Von Sorgen, Last und Noth um Brodt.

Die Bächlein von den Bergen springen,

Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,

Was sollt' ich nicht mit ihnen singen

Aus voller Kehl' und frischer Brust?

Den lieben Gott laß ich nur walten;

Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld

Und Erd' und Himmel will erhalten,

Hat auch mein' Sach' auf's Best' bestellt!

Indem wie ich mich so umsehe, kömmt ein köstlicher Reisewagen ganz nahe an mich heran, der mochte wohl schon einige Zeit hinter mir drein gefahren seyn, ohne daß ich es merkte, weil mein Herz so voller Klang war, denn es ging ganz langsam, und zwei vornehme Damen steckten die Köpfe aus dem Wagen und hörten mir zu. Die eine war besonders schön und jünger als die andere, aber eigentlich gefielen sie mir alle beide. Als ich nun aufhörte zu singen, ließ die ältere still halten und redete mich holdseelig an: "Ei, lustiger Gesell, Er weiß ja recht hübsche Lieder zu singen." Ich nicht zu faul dagegen: "Ew. Gnaden aufzuwarten, wüßt' ich noch viel schönere." Darauf fragte sie mich wieder: "Wohin wandert er denn schon so am frühen Morgen?" Da schämte ich mich, daß ich das selber nicht wußte, und sagte dreist: "Nach W."; nun sprachen beide mit einander in e

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