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London Brick ... leben am Leben dran von Ruesch, Sophie-Marie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.02.2015
  • Verlag: novum pro Verlag
eBook (ePUB)
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London Brick

Die Leben von Vicky und Vera sind auf spannende Art und Weise miteinander verbunden. Von Veras Reiseerlebnissen, die über die halbe Welt gehen, bis hin zu Vickys Werdegang nach ihrer Scheidung. Es ist die Lebenseinstellung der beiden Frauen, die zeigt, dass Großherzigkeit einen selbst zufrieden werden lässt. Die Freundschaft der Frauen bildet einerseits einen roten Faden, andererseits sorgen die interessanten Reisen mit vielen unglaublichen Vorfällen für eine Menge Abwechslung. Viele verschiedene, unglaubliche Vorkommnisse in verschiedenen Welten gestalten das Buch abwechslungsreich und interessant. Bei dieser Lektüre kann der Leser gewissermaßen eine kleine Weltreise miterleben und entdecken, was der Untertitel '... leben am Leben dran' bedeutet. Die Autorin hinter dem Pseudonym Sophie-Marie Ruesch verbrachte eine behütete Kindheit mit ihren Eltern und ihrem Bruder auf dem Land. An einem See aufzuwachsen hat die Naturverbundenheit und die Freiheit in ihrer Seele geprägt. Nachdem sie in späteren Lebensjahren ihre Eltern zu Hause gepflegt hat, fing sie an zu Schreiben. Zum Ausgleich fand auch das Malen einen ganz neuen Platz in ihrem Leben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 234
    Erscheinungsdatum: 26.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783990388150
    Verlag: novum pro Verlag
    Größe: 512 kBytes
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London Brick

Kapitel 2

Am Dreiländereck von Brasilien, Argentinien und Paraguay auf der Seite Argentiniens fand sie ein letztes Mal Gefallen am unvergeßlichen Wasserspektakel und flog vier Tage später nach São Paulo.

In der multikulturell geprägten Metropole wurde Luis, ein Mulatte, ihre Reisebegleitung für ein paar weitere Tage. Die Industriestadt in ihrer Dimension und mit massenhaften Umweltproblemen fand sie trotzdem hochinteressant. Für die vorwiegend portugiesischen Einwanderer war es die Stadt zum Geldverdienen.

Ungeachtet der regen Arbeit konnte Vera überall gute Laune verspüren. Mit der Bevölkerung suchte sie schnell Kontakt. Weil das Portugiesisch sehr dem Spanischen gleicht, kamen ihr die paar spanischen Worte, die sie zu Hause in einem dreimonatigen Spanischunterricht gelernt hatte, sehr gelegen. Das Danke, "Obrigado", wurde hier bei jedem zweiten Satz erwähnt und blieb für immer hängen.

Die Gebäude im Ibirapuera-Park, so erzählte Luis, seien, wie die ganze Stadt Brasilia, vom Architekten Oscar Niemeyer entworfen worden. Deren Schönheit verband sich mit der Natur und lud zur Ruhe ein. Zeitdruck wollte und konnte sie hier nicht aufkommen lassen, und doch flitzten die Sensationen nur so an ihr vorbei.

Noch weiterreisend konnte sie sich ein unschönes Bild machen von der Abholzung der Regenwälder und den kahlen Schürfstellen aus den Kolonialzeiten. Von der Reisebegleiterin Vitoria wurde sie am Flughafen abgeholt. Gemeinsam gingen sie zu ihrer Unterkunft, wo sie bestens aufgehoben war.

In dieser Stadt wurde ihr richtig bewußt, wie das Land in der Goldgräberzeit von italienischen, deutschen, spanischen und portugiesischen Kolonialisten regelrecht ausgebeutet wurde. Hier besaß Brasilien einmal unermeßliche Bodenschätze wie Gold-, Blei-, Silbererz und viele andere Mineralien. Dieser reichhaltigen Bodenschatz- und Edelsteinvorkommen wegen sieht heute rundherum alles traurig und trostlos aus. Eine desolate, leblose und kahle Mondlandschaft war das Resultat des Rohstoffabbaus. Die Umweltauswirkung bedachte niemand. Alle Erzeroberer aus Europa rodeten das Land und bereicherten sich wie Diebe am vielseitigen Gewinn. Vitoria erzählte, es hätte damals an Strategien und Kommunikationskompetenz gemangelt, um eine Wiederherstellung der Natur zu fordern. Die zurückgebliebenen Schürfstellen der ausgerotteten Hügel versetzten Vera einen Stich ins Herz. Sie schämte sich des Handelns solcher Menschen. Da es immer noch Erze gibt in Amazonien, probieren derzeit die Bewohner dieses Landesteiles einer ähnlichen ökologischen Katastrophe zu entgehen. In dem jetzt eigenständigen und selbständigen Brasilien mit vielen Herausforderungen kamen sie aber nie an Landschaften vorbei, wo das Land landschaftlich genutzt wurde.

Doch eines war auffallend, sehr viele Menschen waren gläubig, aber auf genauso viele Arten.

Belo Horizonte bleibt eine wertvolle Edelsteinoase, von der die Einwohner leben, welche in einer Zeit zum Geldverdienen aufwachten.

Mit der überaus liebenswerten Vitoria lernte sie das Spannungsfeld von Arm und Reich kennen. Die Begeisterung für die edlen Schmuckstücke aus geschliffenen Turmalinen lockerte auch Veras Geldbeutel. Dieser fing langsam an zu leiden. Das vielseitige rohe Gestein hatte Preise ohne Grenzen. Den Verkäuferinnen jedoch boten das Silber, die strahlenden Edelsteine sowie allerlei handgefertigte Dinge eine Menge Arbeit.

Sparen war infolgedessen nicht angesagt.

In der Goldprovinz Ouro Preto, was eigentlich schwarzes Gold heißt, wurde bis 1985 noch Eisen gewonnen.

Unzählige Bildhauerkünste aus Speckstein kennenlernend, erfuhr sie eine Menge über den einmaligen Künstler Aleijadinho, einen der geschätztesten Künstler Brasiliens. Das "Krüppelchen", wie ihn die Zeitbewohner damals, wegen seiner lepraartigen Krankheit, nannten, so ließ sie sich sagen, hätte sich seine Bildhauerwerkzeuge an seine Arme binden lassen, als er erkrank

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