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Lotus House - Stille Sünden Roman von Carlan, Audrey (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.08.2019
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Lotus House - Stille Sünden

Die prickelnde Lotus House-Serie: Liebe, Leidenschaft und Yoga unter der Sonne Kaliforniens!
Honor ist eine High-Society-Prinzessin, die ein dickes Konto hat, aber nach der Trennung von ihrem Freund in tiefes Unglück stürzt. Im Lotus House sucht sie nach Trost und Rettung - und findet sie in dem unfassbar attraktiven Nicholas Salerno...

Audrey Carlan schreibt mit Leidenschaft heiße Unterhaltung. Ihre Romane veröffentlichte sie zunächst als Selfpublisherin und wurde daraufhin bald zur internationalen Bestseller-Autorin. Ihre Serien "Calendar Girl", "Trinity" und "Dream Maker" stürmten auch in Deutschland die Charts. Audrey Carlan lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Kalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 30.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843721134
    Verlag: Ullstein
    Serie: Ullstein Taschenbuch 29114
    Originaltitel: Silent Sins
    Größe: 3081 kBytes
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Lotus House - Stille Sünden

1. KAPITEL

Hals-Chakra

Das Hals-Chakra, im Sanskrit » Vishuddha« genannt, befindet sich im Hals, ungefähr auf Höhe des Kehlkopfes. Zwischen Kopf und Herz gelegen, ist es das Chakra, das die Integrität zwischen dem, was gedacht und gefühlt wird, aufrechterhält.

HONOR

Heiß glühender Schmerz und unmittelbar darauf einsetzende berauschende Euphorie und Erleichterung befrieden den Krieg, der in mir tobt. Ich will den Schmerz nicht ... Ich brauche ihn. Für einen langen Moment sitze ich still und genieße die Sekunden der inneren Ruhe und der Gelassenheit nach dem ersten Durchstechen der Haut. Jedes Ritzen lindert die Angst, die Unruhe, den puren Abscheu, den ich gegenüber mir selbst und der Welt um mich herum empfinde. Einer Welt, der er nicht länger angehört.

Ich bohre die Klinge tiefer hinein und verlange mehr ... auf der Suche nach etwas, das ich nie finden kann. Es funktioniert eine Weile. Kurze Augenblicke lang. Die einzige Schönheit, auf die ich mich noch freuen kann. Erinnerungen an glücklichere Zeiten rauschen mir durch den Kopf wie ein sich in einer Bö drehendes Windrad.

Wir laufen durch den Wald - er folgt mir dicht auf den Fersen, und ich quietsche vor Freude.

Noch tiefer drücke ich die Rasierklinge hinein. Mehr Schmerz.

Er meidet die gemeinen, ach so beliebten Mädchen, die mich in der Schule schikaniert haben.

Jeder neue, verflixt wohltuende Ritzer lässt alle meine Nerven vibrieren.

Filme. So viele Filme. Jeden Sonntag sitzen wir gemeinsam vor dem Bildschirm, mit einer Schüssel Popcorn zwischen uns, und wir lachen immer an denselben Stellen.

Nachdem es mich erst gelockt hat, stößt es mir nun sauer auf. Säure wogt und brennt in meinem Magen.

So lange ist es her, dass wir uns aneinandergekuschelt haben, als ob die ganze Welt verschwunden wäre und es nur uns beide gäbe.

Ich sinke mit dem Kopf an die Wand, schließe die Augen und lasse die Hitze meine Haut durchdringen und das Adrenalin durch meine Adern schießen, während ich mein Handgelenk drehe, bis ich etwas spüre ... irgendwas.

Schmerz ist für mich das einzige Gefühl, das mir die Liebe und den Verlust ersetzen kann.

Sobald das warme Blut tropft, kleine Lachen auf meinem Unterarm bildet und zu rotbraunen Klümpchen gerinnt, schaue ich mich um und blinzle das Bedauern und die Tränen weg. Ich habe diese »Session« beendet und kauere mich in die Ecke, in der Wanne und Wand aufeinandertreffen. Meine Zehen sind eiskalt, eingerollt, auf den kalten Fliesenboden gepresst, auf dem ich sitze. Ich seufze, vor Übelkeit dreht sich mir der Magen um, während sich Selbstablehnung und Ekel in mein Denken schleichen.

Hannon würde es nicht gutheißen.

Er hatte es nicht gutgeheißen, als wir sechzehnjährige Jugendliche waren und er mich dabei erwischte. Jetzt, wo ich Mitte zwanzig bin, würde er es erst recht ablehnen. Aber es spielt auch keine Rolle, denn er ist nicht hier, um mich zu schelten.

Um mich festzuhalten.

Mich zu lieben.

Um mich zu retten.

Ein trockenes Auflachen entfährt mir, als ich aufstehe und mich zitternd und Halt suchend auf den Waschtisch stütze. Mein frischer Schnitt puckert und schmerzt, die zwei Zentimeter lange Linie ist mit langsam trocknendem Blut verschmiert. Diesmal bin ich nicht so tief hineingegangen. Nicht so tief, wie ich wollte.

Angsthäsin.

Allein das Wort schon versetzt meiner Psyche einen Knacks, und stichelt höhnisch gegen die Loserin in mir. Ich lege die Finger um die Rasierklinge und frage mich, ob ich es einfach tun könnte. Das alles beenden. Niemand würde mich vermissen. Schon gar nicht meine Eltern oder die verzogenen High-Society-Töchterchen, die mich ihre Freundin nennen, wo ich doch weiß, dass es kein bisschen stimmt. Diese Goldgräberinnen nutzen nur alles und jeden aus, bis nichts mehr übrig ist. Denen geht es bloß

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