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Love to share - Liebe ist die halbe Miete Roman von O'Leary, Beth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2019
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Love to share - Liebe ist die halbe Miete

Not macht erfinderisch: Tiffy braucht eine günstige Bleibe, Leon braucht dringend Geld. Warum also nicht ein Zimmer teilen, auch wenn sie einander noch nie begegnet sind? Eigentlich überhaupt kein Problem, denn Tiffy arbeitet tagsüber, Leon nachts. Die Uhrzeiten sind festgelegt, die Absprachen eindeutig. Doch das Leben hält sich nicht an Regeln ... Beth O'Leary studierte Englische Literatur und arbeitete in einem Kinderbuchverlag. Auf der täglichen Zugfahrt zum Verlag schrieb sie ihren ersten Roman "Love to share", der international Begeisterung auslöste und in über 35 Ländern erscheint. Heute ist Beth freie Autorin, und wenn sie nicht an ihrem Schreibtisch sitzt, macht sie es sich gerade irgendwo mit einem Buch, einer Tasse Tee und mit mehreren Wollpullovern (bei jedem Wetter) gemütlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 01.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641235697
    Verlag: Diana Verlag
    Originaltitel: The Flatshare
    Größe: 817 kBytes
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Love to share - Liebe ist die halbe Miete

1

TIFFY

Einen Vorteil hat es ja schon, wenn man verzweifelt ist: Man wird viel offener.

Diese Wohnung hat ihre guten Seiten. Den farbenprächtigen Schimmel an der Küchenwand kann man abschrubben, zumindest kurzfristig. Die ranzige Matratze kann man recht günstig austauschen. Und die Pilze, die hinter dem Klo wuchern, verleihen der Wohnung zweifellos einen Touch von Frische und Natur.

Aber Gerty und Mo sind nicht verzweifelt und versuchen nicht, die guten Seiten zu sehen. Ich würde ihren Gesichtsausdruck als "entsetzt" beschreiben.

"Hier kannst du nicht wohnen", sagt Gerty.

Sie hat ihre hohen Schuhe zusammen- und die Ellbogen an den Körper gepresst, als würde sie so wenig Raum wie möglich einnehmen wollen, um gegen ihre Anwesenheit hier zu protestieren. Das Haar hat sie zu einem niedrigen Dutt gebunden und schon festgesteckt, damit sie die Anwaltsperücke, die sie bei Gericht trägt, einfach aufsetzen kann. Ihr Gesichtsausdruck wäre wohl lustig, wenn es nicht tatsächlich mein Leben wäre, worüber wir hier sprechen.

"Es muss doch noch was anderes geben, das du dir leisten kannst, Tiff", sagt Mo besorgt und richtet sich auf, nachdem er den Boiler inspiziert hat. Er sieht noch zerzauster aus als sonst, da nun auch noch Spinnweben in seinem Bart hängen. "Die hier ist noch schlimmer als die von gestern Abend."

Ich sehe mich nach dem Immobilienmakler um, er ist glücklicherweise außer Hörweite und raucht eine auf dem "Balkon" (dem durchhängenden Dach der Nachbarsgarage, auf dem man garantiert nicht stehen sollte).

"Ich schau mir nicht noch so ein Drecksloch an", erklärt Gerty und blickt auf die Uhr. Es ist acht Uhr früh - sie muss um neun am Southwark Crown Court sein. "Es muss noch eine andere Möglichkeit geben."

"Wir können sie doch wirklich problemlos bei uns unterbringen", schlägt Mo etwa zum fünften Mal seit Samstag vor.

"Echt jetzt, Mo, hör bitte mal auf", fordert Gerty. "Das ist keine langfristige Lösung. Und sie müsste im Stehen schlafen, um irgendwo reinzupassen." Sie schaut mich genervt an. "Musstest du so groß werden? Sonst hätten wir dich unterm Esstisch verstauen können, also wenn du kleiner als 1,75 Meter wärst."

Ich blicke entschuldigend, aber ich würde lieber hier wohnen als auf dem Boden der winzigen, unverschämt teuren Wohnung zu schlafen, die Mo und Gerty letzten Monat gemeinsam gekauft haben. Sie haben davor noch nie zusammengewohnt, noch nicht mal als Studenten. Ich mache mir Sorgen, dass ihre Freundschaft das nicht überleben könnte. Mo ist chaotisch und verpeilt, hat diese unheimliche Gabe, enorm viel Raum einzunehmen, obwohl er recht klein ist. Gerty hingegen hat die letzten drei Jahre in einer übernatürlich sauberen Wohnung gelebt, derart perfekt, dass sie wie computergeneriert aussah. Ich weiß nicht, wie sich diese beiden Lebensstile vertragen, ohne dass West-London implodiert.

Das Hauptproblem aber ist: Wenn ich bei jemandem auf dem Boden penne, kann ich genauso gut zu Justin zurückgehen. Und am Donnerstag habe ich um elf Uhr abends offiziell beschlossen, dass ich mir diese Option nicht länger offenhalten darf. Ich muss vorankommen und irgendwo verbindlich zusagen, damit ich keinen Rückzieher mehr machen kann.

Mo reibt sich die Stirn und lässt sich auf das schmuddelige Ledersofa fallen. "Tiff, ich könnte dir ein bisschen Geld ..."

"Ich will nicht, dass du mir Geld leihst", sage ich gereizter als beabsichtigt. "Guck mal, ich will das echt diese Woche erledigen. Ich nehme entweder diese Wohnung oder die Wohngemeinschaft."

"Die Bettgemeinschaft , meinst du", murmelt Gerty. "Gestattest du die Frage, warum das plötzlich so dringend ist? Also nicht, dass ich das nicht grandios finden würde. Aber beim letzten Mal, als ich das Thema angeschnitten habe, hast du bockig in dieser Wohnung verharrt und darauf gewartet, dass Er-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf

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