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Lucretia Borgia von Hugo, Victor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
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Lucretia Borgia

Lucretia Borgia (1480-1519) war die uneheliche Tochter Papst Alexanders VI. Durch den Aufstieg der Familie Borgia wurde sie nicht nur Nutznießerin, sondern auch Instrument der Politik ihres Vaters, der sie dreimal in politisch motivierte Ehen verheiratete. Die Borgias stehen wie keine andere Familie der Renaissance für Machtgier und moralische Korruption. Lucretia Borgia setzte sich auf ihre ganz eigene Art zur Wehr. Victor Hugo macht aus ihr eine Giftmischerin, Ehebrecherin und Blutschänderin. Victor-Marie Hugo (1802-1885) war ein französischer Schriftsteller. Er verfasste Gedichte sowie Romane und Dramen und betätigte sich als literarischer, aber auch politischer Publizist

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 13.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958706163
    Verlag: Nexx
    Größe: 278 kBytes
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Lucretia Borgia

Erste Handlung

Schande über Schande

Donna Lucretia Borgia - Gennaro -
Gubetta - Maffio Orsini - Jeppo Liveretto -
Don Apostolo Gazella - Ascanio Petrucci -
Oloferno Vitellozzo - Don Alphons Von Este -
Rustighello - Astolfo
Erste Abteilung

Eine Terrasse des Palastes Barbarigo zu Venedig. Ein nächtliches Fest. Masken gehen zuweilen über die Bühne. Zu beiden Seiten der Terrasse ist der Palast prächtig erleuchtet. Man hört den Ton von Fanfaren. Dunkel und Gesträuch decken die Terrasse. Man nimmt an, dass im Hintergrund unterhalb der Terrasse der Canal de la Zucca fließe; man siebt auf ihm zuweilen mit Masken und Musikern besetzte und halb erleuchtete Gondeln vorüberfahren. Jede dieser Gondeln fährt über den Hintergrund der Bühne unter einer bald gefälligen, bald traurigen Musik, die nach und nach in der Ferne verhallt. Im Hintergrund Venedig vom Mondlicht beleuchtet.

Erste Szene

Junge Herren, glänzend gekleidet, die Masken in den Händen, plaudern auf der Terrasse. Gubetta. Gennaro, als Hauptmann gekleidet. Don Apostolo Gazella, Maffio Orsini, Ascanio Petrucci, Oloferno Vitellozzo, Jeppo Liveretto

Oloferno: Wir leben in einer Zeit, worin so viel Schreckliches geschieht, dass man von diesem da nicht mehr spricht; aber gewiss, nie trug sich etwas Unheimlicheres und Geheimnisvolleres zu.

Ascanio: Ein schwarzes Werk von schwarzen Händen vollbracht.

Jeppo: Ich kenne die Tatsachen, meine Herren. Ich habe sie von meinem sehr ehrwürdigen Vetter dem Kardinal Carriola, der besser unterrichtet war, als sonst jemand. Ihr wisst ja, der Kardinal Carriola, der sich so heftig mit dem Kardinal Riario über den Krieg gegen Carl VIII. von Frankreich zankte?

Gennaro gähnend: Ah! Jetzt wird uns Jeppo Geschichten erzählen. Ich für meinen Teil höre nichts. Ich bin müde genug ohne das.

Maffio: Du kümmerst dich um diese Sache nicht, Gennaro, und das ist ganz natürlich. Du bist ein tapferer Soldat, ein Abenteurer. Du führst einen Phantasienamen. Du kennst weder Vater, noch Mutter. An der Art, wie du deinen Degen führst, sollte man nicht zweifeln, dass du ein Edelmann bist, und doch weiß man nichts von deinem Adel, als dass du dich wie ein Löwe schlägst. Bei meiner Seele, wir sind Waffenbrüder, und ich sage dir das nicht, um dich zu kränken. Du hast mir das Leben zu Rimini gerettet, ich rettete dir es auf der Brücke von Vicenzia. Wir schwuren einander, uns in Gefahren, wie in der Liebe zu helfen, uns gegenseitig zu rächen, wenn es nötig sei, mit Niemanden zu streiten, als ich mit deinen und du mit meinen Feinden. Ein Astrologe hat uns geweissagt, dass wir am nämlichen Tag sterben würden, und wir haben ihm sechs Goldzechinen für die Prophezeiung gegeben. Wir sind nicht Freunde, wir sind Brüder. Doch endlich, du hast das Glück, ganz einfach Gennaro zu heißen, Niemanden anzugehören, nichts von dem oft erblichen Fatalismus, der sich an den Namen der Geschlechter knüpft, mit dir zu schleppen. Du bist glücklich! Was liegt dir an dem, was geschieht und was geschah, so lange es nur Männer für den Krieg und Weiber für den Genuss gibt? Was kümmert dich, Kind der Fahne, das weder Stadt, noch Familie hat, was kümmert dich die Geschichte der Städte und Familien? Mit uns, Gennaro, siehst du, ist's anders. Wir sind berechtigt, an den Ereignissen unserer Zeit Teil zu nehmen. Unsere Väter und Mütter spielten in diesen Tragödien mit und fast alle unsere Familien bluten noch. Erzähle uns, Jeppo, was du weißt.

Gennaro wirft sich in einen Sessel, als wolle er sich dem Schlaf überlassen: Ihr werdet mich aufwecken, wenn Jeppo fertig ist.

Jeppo: Seht, es war (1480)...

Gubetta in einem Winkel der Bühne: 9

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