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Männer al dente Roman von Frey Dodillet, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Männer al dente

Das Leben ist manchmal ein Arsch
Die vier Freunde Alain, Rudi, Markus und Thomas sind sich einig: Wenn man die fünfzig überschritten hat, lässt man es ruhiger angehen. Leider haben sie die Rechnung ohne das Leben gemacht. Das kocht auch den härtesten Kerl weich! Seine halbwüchsigen Zwillinge treiben Alain zur Verzweiflung. Da kommt es wie gerufen, dass Freund Rudi in der Toskana eine alte Scheune renoviert. Ab ins "Bootcamp" mit den beiden, damit Rudi sie mal ordentlich erdet! Das geht so lange gut, bis Rudis Freundin Grazia aus heiterem Himmel zusammenklappt und er um das Leben seiner großen Liebe bangt. Klarer Fall, der Mann braucht Hilfe. Die Toskanamänner sind wieder unterwegs - und das Chaos reist mit.

Michael Frey Dodillet, geboren 1961 in Singen am Hohentwiel, ist seit Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre für diverse Agenturen in Düsseldorf, Hamburg, München und in der Schweiz als Werbetexter tätig. Mit seiner Frau, drei Kindern, Schäferhundrottweilerin Luna und Terriermünstigemisch Wiki lebt er in Erkrath bei Düsseldorf. Zum Haushalt gehören noch zwei Schafe, Wühlmäuse in den Rabatten und ein nicht erwünschter Steinmarder unterm Dach. Bei Heyne erschienen bereits seine beiden Bestseller Herrchenjahre und Herrchenglück sowie Herrchen will nur spielen und seine Romane Die Toskanamänner und Männer al dente.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 11.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641161538
    Verlag: Heyne
    Größe: 1154 kBytes
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Männer al dente

MOOOF IST KEINE FARBE

Eine satte Sommersonne lag über dem Chianti und tauchte die toskanischen Hügel in flimmernde Hitze. Eine Schmeißfliege brummte in Windschutzscheibenhöhe die holprige Landstraße entlang, die von Fioraie nach Castellina führte. Als die Fliege den würzigen Zypressenduft wahrnahm, bog sie zuversichtlich nach links ab.

Die Zypressenallee beschattete einen staubigen Feldweg, der nach wenigen hundert Metern auf dem Hof eines bescheidenen Landguts endete. Links das verwinkelte Haupthaus, rechts die große Scheune, geradeaus die alten umgebauten Stallungen, in denen es schwach nach dem Öl gepresster Oliven roch. Dahinter zogen sich Olivenbäume den Hügel hinunter bis zum Bauernhof des Nachbarn.

Die fette Fliege wich geschickt einem Sperling aus, der mit offenem Schnabel Löcher in die Luft hackte. Mit grenzdebilem Geflügel wie diesem wurde sie locker fertig. Immerhin hatte sie auf ihrem Flug bereits die Kühler dreier klappriger Lieferwagen überlebt, außerdem die Stoßstange eines schlingernden Fiat Cinquecento und zwei krakeelende Piaggio-Dreiräder. Ape hießen diese Dinger hier - Biene! Ausgerechnet. Dieser infernalische Krach hatte doch mit Summen nichts zu tun. Wenigstens hörte man sie schon von Weitem.

Der Duft des herben Zypressenharzes verband sich mit einem feuchten Olivenölgeruch. Klatschmohn und Kornblumen mischten sich ein, kräftiger, süßer Ginster, wilder Thymian und Rosmarin. Aber da war noch etwas anderes, Animalisches, außerordentlich Leckeres. Als ob altes Fleisch in der Sonne briete. Das war zu schön, um wahr zu sein.

Gierig schwirrte die Fliege zum Haupthaus hinüber. Das Aroma wurde immer intensiver. Etwas Blechernes blitzte in der Sonne. Tatsächlich, Fleischbrocken! Der schwere Hautgout traumhaft großer, verwesender Fleischbrocken. Sie wurde beinahe ohnmächtig vor Glück.

Das Letzte, was sie in ihrem Leben hörte, war das martialische Klacken von zweiundvierzig schneeweißen Zähnen. Dann wurde es schwarz.

Otto schluckte den knusprigen Minibissen hinunter und leckte sich genießerisch die Lefzen. Das fehlte noch, dass sich so eine blauschillernde, dicke Sau in seinen Futternapf setzte und ihm die Hühnerleber vor der Gärung wegfraß.

Mehr Bewegung war in der Hitze nicht möglich. Otto bettete sei nen Quadratschädel wieder auf die Vorderpfoten und blinzelte unbeeindruckt zur Scheune hinüber, aus deren geöffnetem Tor laute Stimmen drangen.

"Wie jetzt - Mooof?"

"Ja, Mauve halt."

"Mooof ist keine Farbe!"

"Doch, Rudi, Mauve ist ein angenehmes, malvenfarbenes Lila."

"In der Provence vielleicht. Aber nicht hier. Ich verputze die Wand eines toskanischen Hofladens mitten im Chianti jedenfalls nicht lila."

"Ich will ja auch keinen lila Putz von dir, sondern mauvefarbenen Tadelakt."

"Claudia! Claudia, hör mir zu! Du bist die älteste Freundin meines Freundes Alain. Ich bin sehr froh, dass er letztes Jahr die Nerven verloren hat und zu dir geflüchtet ist. Denn auf der Suche nach ihm bin ich hier in dieser wunderbaren Gegend gelandet und Grazia begegnet. Ich bin verliebt wie noch nie in meinem Leben. Im zarten Alter von zweiundfünfzig Jahren! Ich danke also jeden Tag dem Schicksal auf Knien, dass es das Chianti und dich und deine Ölmühle gibt. Aber Mooof in der Toskana ...? NIE ... MALS!"

"Das ist mein Hofladen, Rudi!"

"Das mag ja sein, aber ..."

"Mein Hof! Mein Mauve!"

"Mein Kalk! Meine Farbpigmente!"

"Ah, wie kann man nur so stur sein!"

Claudia stürmte in die heiße Mittagssonne hinaus. Sie blies sich ein paarmal vergeblich die Haare aus der verschwitzten Stirn. Als das nichts half, wischte sie die Strähne energisch beiseite. Diese Hitze war einfach nicht das ideale Wetter für eine Debatte. Schon gar nicht, wenn es um die Farben ihres neuen Hof

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