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Männerheld von Kober, Katja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2012
  • Verlag: Cursed Verlag
eBook (ePUB)
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Männerheld

Ich drücke den Rücken durch und straffe die Schultern. Kopf nach oben. Brust raus. Hände lässig in die Hüften. Männlicher Gang. Schiefes Lächeln. Cool und entspannt. "Hey, mein Name ist Abel Steiner - mir gefällt dein Hintern!" Abel ist Single und überaus zufrieden damit. Sein Lebensmotto: Partys, Sex, beruflicher Erfolg und davon bitte möglichst viel! Doch mit dem Erfolg kommt auch die Verantwortung - gegenüber seiner Familie, seinen Freunden und nicht zuletzt auch sich selbst. Und so muss Abel schon bald feststellen, dass er zwar vor seiner Vergangenheit und seinen Entscheidungen weglaufen kann, diese ihn aber schneller wieder einholen, als ihm lieb sein dürfte... Unabhängige Fortsetzung zu "Harlekin"

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 15.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958235090
    Verlag: Cursed Verlag
    Größe: 5737 kBytes
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Männerheld

Prolog

Zwei Scheinwerfer in der Dunkelheit. Zwei Augen. Hell und gierig. Sie hasten durch die Nacht, atemlos und schnell. Die grellen Augen locken Bilder aus der puren und undurchdringlichen Schwärze hervor.

Bäume, Sträucher, Gestrüpp und Gras. Die Lichtstrahlen erfassen sie, halten sie einen Augenblick lang fest und lassen sie dann sofort wieder frei. Nur ein Augenaufschlag.

Ich blinzle. Meine Augen brennen. Sie fühlen sich trocken an.

Die Straße fliegt unter mir vorbei. Grau in grau. Ein hartes, raues Asphaltmeer ohne Wellen oder Strömungen... ein Fluss... Ich folge den Biegungen, den Kurven und Abzweigungen. Der Fluss trägt mich.

In meinem Kopf dröhnt es. Ich habe den Club vor fünfzehn Minuten verlassen, doch den Bass scheine ich mitgenommen zu haben. Er ist tief in mein Hirn vorgedrungen, durch das Gehör, die Nervenzweige entlang über Synapsen, tief...

Mir ist warm. Ich habe geschwitzt. Auf meinem Hemd ist ein riesiger Fleck. Er sieht orange aus. Weiß nicht woher. Es riecht süßlich. Vielleicht ein Saft oder ein Cocktail. Keine Ahnung.

Ich blinzle erneut. Meine Augen tun wirklich weh.

Die Bäume am Straßenrand sehen wie magere, alte Männer aus. Krank und sterbend. Sie werfen lange, zitternde Schatten, die durch die Nacht wandern. Nächtliche Schatten...

Ich umfasse das Lenkrad fester. Der Motor heult jauchzend auf. Der Schaltknüppel in meiner rechten Hand ist überraschend kühl. Aber vielleicht ist mir auch einfach nur scheißheiß.

Ich habe mein Shirt ausgezogen. Beim Tanzen. Das fühlt sich wirklich gut an. Frei und wild...

Ich bilde mir jedes Mal ein, die grellen Laserlichter auf meiner nackten Haut zu spüren. Sie tasten mich ab... streicheln mich... Meine Brust, meinen Hals, den Bauch, die Schultern, den Rücken... Ein unbeschreibliches Gefühl.

Das Leder unter meinen Fingern scheint zu vibrieren. Die Geschwindigkeit drückt mich fest nach hinten in den Sitz. Rot und blau leuchten die Lichter auf dem Armaturenbrett. Die Tachonadel tanzt einen hektischen Walzer... allein und ohne Takt...

Heute waren hübsche Jungs im Club. Keine alten, faltigen Kerle, die immer nur gierig gaffen und mit einer Hand im Schritt in den dunklen Ecken stehen. Nein, heute war alles jung und frisch. Die glatten, unschuldigen Gesichter strahlten wie Sterne - unentdeckte Himmelskörper, die noch lange nicht verglüht sind.

Scheiße, habe ich das eben wirklich gedacht... wie poetisch...

Jetzt gibt es keinen Zweifel mehr: Ich bin total besoffen!

Der Junge, mit dem ich eine Weile getanzt habe, war klein. Er sagte, er sei einundzwanzig. Ich habe ihm seine Lüge nicht geglaubt. Nicht eine einzige Sekunde. Aber gestört hat es mich auch nicht. Warum auch?

Er war süß und unheimlich sexy. Rötliche Locken, strahlend grüne Augen und ein feuerroter Mund. Seine helle Haut glänzte feucht und er zitterte etwas. Vielleicht hatte er Angst. Vielleicht war es sein erstes Mal in einem Schwulenclub. Wer weiß.

Ich habe ihn nicht gefragt. Nicht aus Rücksicht oder Besorgnis, nein. Um ehrlich zu sein, es war mir schlichtweg scheißegal.

Es kümmerte mich nicht.

Er kümmerte mich nicht.

Ich war ja schließlich nicht für ihn verantwortlich. Ich bin für niemanden verantwortlich... Für niemanden...

Die ersten Klänge von '9 crimes' dringen aus der Stereoanlage. Damien Rice. Ein Piano spielt. Langsam und dunkel...

Fuck! Ich fürchte, ich werde langsam zu alt für klebrig süße Fruchtcocktails. Sie steigen mir zu Kopf, hinterlassen einen widerlich schweren Geschmack auf d

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