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Möwenherz Roman von Bojsen, Karen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.06.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Möwenherz

Eigentlich will Ebba das Erbe ihrer Großmutter nicht antreten. Sie reist mit dem Stargeiger Jona Bennett um die Welt, wie soll dazu ein altes Kapitänshaus samt Museum passen? Doch unerwartet muss auch Jona sein rastloses Leben ändern, und so landen die beiden an der Nordseeküste statt in New York. Während Ebba versucht, vor einer alten Schuld davonzulaufen, stellt Jona das Museum auf den Kopf - und ihr Herz auf die Probe. Denn da ist auch noch Finn, Ebbas große Liebe aus Kindertagen, dem sie unverhofft in diesem langen Sommer am Meer wiederbegegnet ...

Karen Bojsen ist das Pseudonym der Hamburger Autorin und DELIA-Preisträgerin Katrin Burseg. Sie studierte Literatur und Kunstgeschichte in Kiel und Rom, bevor sie als Journalistin arbeitete. Hamburg ist ihr Sehnsuchtsort, sie lebt mit ihrer Familie im Herzen der Stadt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 11.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641218294
    Verlag: Diana Verlag
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Möwenherz

1

Ebba

Champagner?"

Mit einem zuvorkommenden Lächeln beugte sich die Stewardess über Ebbas Sitz und hielt ihr ein Glas Moët & Chandon entgegen.

"Nein, vielen Dank." Ebba deutete auf die Karaffe mit frisch gepresstem Orangensaft, die auf dem Trolley stand. Der Tag war hektisch gewesen, Pressetermine und Interviewanfragen bis kurz vor dem Check-in. Selbst in der Lounge hatte sie noch ein paar Interviews mit Jona abgestimmt. "Ich könnte ein paar Vitamine vertragen."

"Sehr gern."

Der Champagner verschwand. Gleich darauf platzierte die junge Frau mit den feinen asiatischen Gesichtszügen ein Glas Saft auf der Leinenserviette ihres Tischchens, doch da hatte Ebba sich schon wieder über ihren Laptop gebeugt.

Das Boarding war fast abgeschlossen, nur noch acht Stunden bis New York. Und in der First Class des riesigen Airbus A 380 verging die Zeit sowieso wie im Flug.

Ebba öffnete den elektronischen Kalender, der ihr Leben mit Jonas Reisen rund um den Globus synchronisierte: Ab flug Amsterdam Schiphol 17.20 Uhr, Ankunft New York JFK 19.20 Uhr. Sie nippte kurz an ihrem Orangensaft, die Zeitverschiebung ließ ihnen noch Gelegenheit zu einem Business-Meeting. Also schnell ins Hotel, bevor sie zum Dinner mit den Leuten vom Musiklabel fuhren. Tony und Caroline erwarteten sie im Daniel's auf der Upper East Side. Danach vielleicht noch ein Drink in der Hotelbar, damit sie einschlafen konnte. Morgen dann die ersten Pressetermine zum Frühstück um neun, bevor die Proben mit den New Yorker Philharmonikern begannen. Der große Jona Bennett würde Bachs Violinkonzerte spielen, auf seine eigene, virtuose, das Publikum elektrisierende Art.

Und dann ... Ebba strich sich das helle, glatte Haar zurück und überflog die Termine der kommenden Tage, bevor sie den Blick hob und Jona betrachtete. Wie immer saß er zwei Reihen vor ihr, auf der rechten Seite des Oberdecks. Sie konnte seine Stradivari nicht sehen, aber sie wusste, dass er die Geige bis zur Ankunft in New York nicht aus den Augen lassen würde. Nur wenn er zur Toilette ging, vertraute er ihr die kostbare Schöne für ein paar Minuten an.

Die Airline hatte von seinem Label ein detailliertes Briefing mit Sonderwünschen bekommen: In der First Class hatte ein totales Handy- und Fotoverbot zu herrschen, er brauchte eine warme Decke aus Yakwolle und mindestens zwei Luftbefeuchter. In der Bordtoilette warteten ein eigener Sitz und nach Lavendel duftende Handtücher, die Stewardessen mussten sich regelmäßig die Hände desinfizieren und sollten möglichst jeden Blickkontakt vermeiden. Auch die Liste fürs Catering las sich wie das Who's who der Starneurosen: kein Fisch, kein Fleisch, kein Zucker, kein Gluten und keine Laktose. Unterwegs ernährte er sich vorwiegend von Energy Balls aus Trockenfrüchten, Nüssen und grüner Rohkost. Dazu Champagner, Ruinart Rosé. Schon vor dem Start benötigte er zwei Gläser, um nicht darüber nachzudenken, dass er sich gleich zehntausend Meter über dem Atlantik befinden würde.

Sie sah, wie Jona das erste Glas hinunterstürzte und der hübschen Asiatin winkte. Eigentlich war die junge Frau sein Typ, schmal und zierlich, mit dunklem, glänzendem Haar und sinnlichen Lippen, aber er würdigte sie keines Blickes, während sie ihm aus seiner persönlichen Jona-Bennett-Superstar-Flasche nachschenkte.

Ebba runzelte die Stirn, als er das Glas hastig leerte, um es sich dann ein drittes Mal auffüllen zu lassen. Schon in der Lounge war er fahrig gewesen, er hatte sich kaum auf die Interviewtexte konzentrieren können, die sie ihm zur Abstimmung vorgelegt hatte. Schließlich hatte er sie einfach machen lassen und sich die monströsen Kopfhörer über die Ohren geschoben, m

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