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Mütter sind auch nur Menschen Roman von Simon, Hanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.02.2019
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Mütter sind auch nur Menschen

Marie und ihre Freundinnen haben es geschafft, ihren Nachwuchs ohne größere Schäden durch die 1. Klasse zu bringen. Eigentlich Zeit, sich jetzt einmal wieder um das eigene Leben zu kümmern - vor allem wenn es um die Liebe geht, liegt hier einiges im Argen. Oder ist Romantik etwa retro? So scheint es zumindest Jakub, Maries Freund und Patchwork-Partner zu sehen, denn in ihrem Beziehungsalltag hat sich vor allem eines eingeschlichen: Routine, Fußball und offengelassene Zahnpastatuben. Zu allem Übel ist da auch noch Constantin, ihr Ex aus München, der jede Gelegenheit nutzt, ihr wieder nahe zu sein. Gut, dass wenigstens die vier Frauen zusammenhalten! Doch dann droht Katrin in die 24/7-Helikopter-Mutti-Falle zu tappen, während Marie sich nicht entscheiden kann zwischen Jakub und Constantin. Da tritt plötzlich ein dritter Mann in ihr Leben. Dummerweise ist er genauso attraktiv und genauso unerreichbar wie Constantin - oder etwa nicht? Das Kleeblatt Marie, Alexa, Katrin und Olivia geht in die zweite Runde! Hanna Simon, 1970 in Bielefeld geboren, arbeitete lange Zeit als Projektleiterin. Deswegen schafft sie es auch immer, die großen und kleinen Familienkatastrophen zu ignorieren, abzuwenden oder aufzufangen - und das meistens sogar fast perfekt. Mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen lebt sie in der Nähe von Frankfurt am Main.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 297
    Erscheinungsdatum: 08.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841216519
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Größe: 2281 kBytes
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Mütter sind auch nur Menschen

1

Der heilige Georg im Kampf mit dem Drachen

(Öl auf Leinwand, 1560, Jacobo Tintoretto)

"Wie war das?" Marie starrte die blonde Frau, die so fordernd vor ihr stand, entsetzt an. Die sah aus, als wäre sie eine Premiumkundin und dürfte sich alles erlauben, was sie wollte. Marie vergaß dabei, ihr den Becher Kaffee zu reichen.

"Sie haben ganz richtig gehört." Nun nickte die Frau zufrieden und störte sich nicht daran, dass einige Leute sich schon umdrehten. "Ich erwarte von den Lehrern nicht nur Vermittlung von Allgemeinwissen, sondern auch von umfassenden Englisch- und Mathematikkenntnissen, dazu sollte bei den Schülern sehr bald eine große Wortgewandtheit im Deutschen erkennbar werden. Schließlich bezahlen wir Eltern Schulgeld und das nicht zu knapp." Die Frau nahm mit einer merkwürdig gezierten Handbewegung den Kaffeebecher und hob dann den Zeigefinger.

Marie war sprachlos. Sie strich sich ihre langen, dunklen Locken nach hinten.

Auf dem schönen Schulhof der altehrwürdigen Grundschule spendeten ein paar alte Linden Schatten vor der heißen Sommersonne, die Blätter rauschten und einige Vögel tschilpten vor sich hin. Marie hörte in einiger Entfernung einen Bus hinter der alten Backsteinmauer herfahren, die das Schulgelände zur Straße hin abschloss. Was für ein friedlicher Ort das war, hier im Herzen Berlins, ideal, um zu lernen, fand sie.

Marie seufzte kurz.

Was allerdings störte, war definitiv diese Mutter.

"Ich werde ein Auge drauf haben! Und ich bin nicht die Einzige!" Sie zeigte mit großer Geste über den Schulhof, dorthin, wo die übrigen Eltern standen, die schon voller Freude auf ihre Kinder warteten, die heute eingeschult wurden.

Marie war fasziniert davon, wie diese Erwachsenen das Gebäude anstarrten. Als meinten sie, gleich würde sich ein fauchender Drache aus dem großen Schornstein erheben, mit ihren Kinder in seinen Klauen. War Marie vor einem Jahr auch so verängstigt gewesen am ersten Schultag ihres Kindes, ihres Florians? Vermutlich.

Sie versuchte, mit einem Blick abzuschätzen, was das für Eltern waren. Waren es normale Eltern wie sie selbst: etwas unsicher, ja, fast etwas traurig darüber, dass der sprichwörtliche Ernst des Lebens für ihre Kinder begann?

Oder waren die überspannt, ehrgeizig und wussten grundsätzlich alles besser?

Marie wandte sich wieder zu der blonden Frau, die vor ihr und dem wackeligen Tisch stand, auf dem liebevoll arrangiert Kaffeebecher, Milch, Löffel und ein paar bunte Servietten lagen, dazwischen ein paar Kaffeeflecken.

Definitiv gehörte diese Frau zu der zweiten Kategorie Eltern.

Marie drehte den Schlüssel an der roten Geldkassette auf und zu. Auf und zu. Sie wartete darauf, dass die Frau endlich bezahlte und - was viel wichtiger war - endlich ging.

"Da drüben gibt es auch Kuchen. Und Saft!", versuchte Marie, die Frau loszuwerden.

"Hören Sie mir überhaupt zu?", fragte die erbost und hatte immer noch den Zeigefinger erhoben.

"Ich? Nein", sagte Marie wahrheitsgemäß. Sie hätte dieser hyperengagierten Mutter auch gar nicht zuhören können, denn die Liste an Forderungen, die sie da erhob, war länger als das momentan an der Schule kursierende Verzeichnis an glutenhaltigem Essen. Außerdem hasste Marie erhobene Zeigefinger wie die Pest.

"Das macht dann eins siebzig für den Kaffee. Mit den Erlösen des Kaffee- und Kuchen-Verkaufs finanziert die Klopstock-Grundschule die Anschaffung eines neuen Turngerätes." Marie zeigte in die entsprechende Richtung, wo die Turnhalle stand.

"Ich habe irgendwo dazu auch eben noch ein paar Flyer gehabt, aber die hat wahrscheinlich der Wind verweht." Marie lächelte aufmunternd, aber die Frau vor ihr ging nicht darauf ein.

"Hinten gibt es auch einen kleinen Basar, aber es ist nicht viel los. Die neuen Eltern haben anderes im Kopf, als etwas zu kaufen." Marie wies noch einmal vage zu einem reichlich bebilderten Infobo

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