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Maddrax - Folge 373 Der Herr der Seelen. von Fröhlich, Oliver (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.05.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Maddrax - Folge 373

In den sechzehn Jahren, die Matt Drax und Aruula übersprungen haben, hat sich in Meeraka viel verändert; so auch in New Orleans, wo sie damals das erste Artefakt lokalisiert hatten: den Transkommunikator.

Als sie nun einen Abstecher nach 'Nuu'orleens' machen, um das Gerät zu bergen, mit dem man den Kontakt zu Toten herstellen kann, erwartet sie eine gänzlich neue Situation - die Matt mit dem Artefakt-Ring zu meistern versucht. Ein böser Fehler ...!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 06.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838757018
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 1797kBytes
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Maddrax - Folge 373

Auch wenn Bilmogghabbh die Blicke seiner Kameraden nicht mehr sehen konnte, roch er doch ihre Farbaura. Natürlich taten sie so, als sorgten sie sich um ihn, als bedauerten sie, was der Ring aus ihm gemacht hatte. In Wahrheit aber hätte jeder Einzelne ihm den Ring am liebsten vom Finger gerissen und ihn sich selbst angesteckt.

"Was los, Bilmog? Bist wieder eingeschlafen?", fragte ihn ein auberginefarbener Fleck mit dem Geruch nach Zimt und eingelegten Gurken. Truppführer Vessyagho. Die anderen Erzsucher des Trupps lachten.

Bilmogghabbh zuckte zusammen und drehte verlegen den Ring am Finger hin und her. Weiter als ein winziges Stück in jede Richtung ließ sich das Schmuckstück nicht bewegen. Das verhinderten Tausende von Kontaktfäden, die sich ihm vom Ring des Suchers in die Haut gebohrt und mit dem Nervensystem vernetzt hatten.

"Ich war in Gedanken", nuschelte er als Antwort. Keinesfalls durfte er seine Kameraden merken lassen, dass er ihre geheimen Absichten längst durchschaute. Er deutete auf eine sanft aufsteigende Schräge aus honigsüßen Rot-Blau-Schattierungen. Zu beiden Seiten ragten vibrierende Ocker-, Beige- und Senfgelbflecken in die Höhe, die nach Rosen und Karamell dufteten: die dürren Bäume, die nur am Südhang des Dhuramatan wuchsen. "Dieses Geröllfeld ist instabil. Es wird unter uns wegrutschen."

Vessyagho pfiff zwei Erzsucher zurück, die das Feld gerade betreten hatten. "Nicht dort lang. Meister Schnüffelnase sagt, ist gefährlich die Route."

Schnüffelnase. Wieder eine der abwertenden Bezeichnungen, mit denen sie Bilmogghabbh bedachten. Und sachlich falsch obendrein, denn er roch die Farben nicht mit der Nase, sondern mit den Augen.

Die Erinnerung an den Tag, als er den Ring zum ersten Mal angelegt hatte, stieg in ihm hoch. Nie würde er die Überraschung vergessen, als sich die Welt um ihn verändert und er die Schattierungen allen Seins zwar mit den Augen aufgenommen, sein Gehirn sie jedoch als Gerüche interpretiert hatte.

Sesstegruv, der Leiter der Forschungsabteilung zur kostengünstigen Nutzbarmachung schwer zugänglicher Rohmaterialien , kurz FokNuR , hatte stets die Auffassung vertreten, man müsse den Aurenspürer so konstruieren, dass er sich ins Gehirn des Suchers implantieren lasse.

Als sich Bilmogghabbh vor vierzehn Großrotationseinheiten den Ring an den Finger gesteckt hatte, war er dankbar gewesen, dass die Finanziers die IHM, die In-Hirn-Methode, aus Kostengründen abgelehnt hatten. Er mochte sich gar nicht vorstellen, welche Wirkung der Aurenspürer im Gehirn besessen hätte, wenn er bereits am Finger die Weltsicht so durcheinanderbrachte.

"Hab die Antwort aber doch noch bekommen", nuschelte Bilmogghabbh. Er hasste es, dass Lippen und Zunge seit einigen Wochen so geschwollen waren, dass sie sich anfühlten wie örtlich betäubt. Seitdem klang alles, was er sagte, als stecke ein Putzlappen in seinem Mund. Es schmeckte auch so.

"Was faselst du da, Bilmog?", fragte Truppführer Vessyagho.

"Sesstegruv wollte es wissen und hat auf eigene Faust und Kosten einen IHM-Spürer entwickelt. Stärker als der Ring. Viel stärker. Hat ihn sich implantieren lassen und ist völlig durchgedreht. Eine Woche später war er tot, der Körper verunstaltet und nicht mehr als der eines Menschen erkennbar."

Vessyagho seufzte. "Ich weiß. Hast du uns mindestens hundertmal erzählt. Los, wir müssen weiter. Jede Minute, die wir nur rumstehen, kostet Geld."

Das übliche Problem der modernen Welt: Geld, Geld, Geld. Seit nicht mehr Unternehmer, sondern

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