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Malmotta - das Unbekannte von Kabel, Walther (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.09.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Malmotta - das Unbekannte

Walther August Gottfried Kabel ( 8. August 1878 in Danzig; ? 6. Mai 1935 in Kleinmachnow) war ein deutscher Unterhaltungsschriftsteller. Er gilt als einer der meistgelesenen deutschen Volks-Schriftsteller der 1920er Jahre, der über 15 Jahre jede Woche eine neue Story veröffentlichte. Er veröffentlichte unter anderem unter den Pseudonymen Walter Kabel, Max Schraut, Olaf Karl Abelsen, W. Belka, Walther Neuschub, William Käbler, M.E. Schugge, Waltraud Kebla, Wally Lebka, Swea von Münde, K. Walter, W. i. Zehlen, W. K. Leba, Walther Bekal, W. von Neuhof, W. K. Abel, Karla Walther, Helene Fromm, Theodor Kabelitz und Rudolf Berg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 122
    Erscheinungsdatum: 14.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741279904
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 965 kBytes
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Malmotta - das Unbekannte

1. Kapitel - Das Grab in der Savanne

Es lohnt sich, darüber zu berichten, wie ich Kapitän Peter Bolk, den Eigentümer eines jämmerlichen Küstenfahrers, einen Deutschen von Geburt, kennenlernte. Mein Weg abseits des Alltagsweges hatte mich in die Urwaldregion der südöstlichen Grenzgebiete Abessiniens geführt, und hier hatte ich Patumengi, den Häuptling der Dokozwerge kennengelernt.

Patumengi erwartete Peter Bolk, der ihn regelmäßig alle drei Monate besuchte.

"Das ist er, Olaf ... " flüsterte der Zwergenhäuptling grinsend.

Er hatte Grund zum besonderen Lächeln.

Was da nahte, war ein Unikum, ein Original, eine Rarität. Ich hätte mir den Mann weit eher in die Gefilde Karl Mayscher Indianerromantik hineingewünscht als hier in die Urwaldregion des südöstlichen Grenzgebiete Abessiniens.

Ich nahm mein Fernglas und beäugte das Wunder.

... Peter Bolk war ein hagerer Mensch mit einem ungepflegten weißen Patriarchenbart, mit einer dicken blauroten Nase im tiefgebräunten, tiefgekerbten fleischlosen Gesicht: ein mit Haut und Haaren überzogener Totenkopf.

Anzug?!

... Ein längst ausgedienter blauer Jackenanzug mit goldenen Ankerknöpfen, ein Gummikragen, eine speckige schwarze Schleife, hohe Schaftstiefel, in denen die zerknüllten Hosen staken ...

Und doch ...

Selbst die Kapitänsmütze, mochte sie noch so verwittert sein, saß keck auf einem Ohr, und der Gesamteindruck Peter Bolks verbesserte sich entschieden bei kritischer Würdigung der Einzelheiten seiner Erscheinung.

Daß er um die doppelreihige Jacke einen Ledergurt geschnallt hatte, an dem die Futterale zweier Pistolen hingen - daß er vor sich am Sattelknopf eine kurze Winchesterbüchse griffbereit baumeln ließ - daß er auf dem Rücken am Riemen ein Messingfernrohr von museumsreifer Antike sehen ließ ... - Nebensachen alles!

Patumengi trat ins Freie.

Patumengi ist etwa 1,10 Meter groß, aber sein Kopfputz aus Federn läßt ihn dreißig bis vierzig Zentimeter dazumogeln.

Er, intimer Vertrauter eines abessinischen Kaisers, er, so alt, daß er seine Jahre nur mehr schätzen kann, er, Gebieter von tausend Dokozwergen, verteilt auf sechs Baumsiedlungen - er mit einem durch Silberspangen zusammengehaltenen Leopardenfell, mit dem zerknitterten, mehr gelblichen als braunen Gesicht, begrüßte den Ankömmling mit der natürlichen Würde eines Greises, dessen Vergangenheit mehr Abenteuer aufweist, als in einem Dutzend Romane sich zusammendrängen ließ - er sprach zu Käpten Bolk in seinem seltsamen Kauderwelsch, das vielleicht an das Englische erinnerte:

"Sei willkommen in meinem Reiche, du Sohn des Meeres - hier ist mein Freund Abelsen - schenke ihm deine Seele, denn seine eigene Seele ist wie die weite Steppe, die im Sonnenlicht daliegt und keine Schatten besitzt."

Peter Bolk schien jedoch dieser blumigen Empfehlung nicht recht zu trauen. Aus seinen klaren blauen Augen traf mich und meinen Fennek ein nadelscharfer Blick.

"Seit wann hast du dir den Gentleman als Prunkstück zugelegt, alter Patu?!"

Patumengo nahm diese kühle Abweisung gelassen hin.

"Dein Herz ist hart," sagte er nachsichtig. "Ich kenne dich ... Ich kenne auch Olaf Abelsen. Er war mit im Berge des Affen, o Sohn des Meeres."

Peter Bolks Mißtrauen war nicht so leicht zu zerstreuen.

"Mister Abelsen," meinte er grobschlächtig, "was sind Sie von Beruf?"

Er hatte sein Tier niederknien lassen und war abgestiegen. Er hielt sich gebückt, seine Gestalt wirkte schlaff und altersgebeugt, er schien ohne geistige und körperliche Spannkraft zu sein, er hatte die trägen Bewegungen eines Menschen, der vom Leben nichts mehr erwartet, dem alles gleichgültig ist, dem das Schicksal mißlaunige Nackenschläge verabfolgte, bis der davon Betroffene eben zusammenbrach.

Aber - seine Augen.

Sie waren jung, fast zu jung, sie leuchteten in einem Feuer, das entschieden alles andere an dieser Persö

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