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Mami 1950 - Familienroman Wir haben einen großen Bruder von Reutling, Gisela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.01.2019
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
eBook (ePUB)
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Mami 1950 - Familienroman

Seit über 40 Jahren ist Mami die erfolgreichste Mutter-Kind-Reihe auf dem deutschen Markt! Buchstäblich ein Qualitätssiegel der besonderen Art, denn diese wirklich einzigartige Romanreihe ist generell der Maßstab und einer der wichtigsten Wegbereiter für den modernen Familienroman geworden. Weit über 2.600 erschienene Mami-Romane zeugen von der Popularität dieser Reihe.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 15.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740940683
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 313 kBytes
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Mami 1950 - Familienroman

Die halbe Nacht lag Beate wach, grübelte, stellte sich hundert Fragen, ohne doch eine Antwort darauf zu finden.Wie sollte sie ihn begrüßen, wenn es denn wirklich zu einem Treffen kam?

Wie einen Fremden, der er ja war?

Einfach Hallo sagen, wie es ein Achtzehnjähriger gut fände?

Ihr war heiß vor innerer Bedrängnis.

Sie warf die Decke zurück, tappte auf bloßen Füßen zum Fenster und sah in die Dunkelheit hinaus. Der Himmel war schwarz und ohne Sterne. Im Garten bewegten sich die Blätter der Bäume im Wind. Es war wie ein Raunen, ein Wispern in der Stille.

Aber Antwort gaben sie nicht.

Hinter ihr bewegte sich ihr Mann in seinem Bett. Beate hielt den Atem an. Sie wollte nicht, daß er aufwachte.

Da kam seine schlaftrunkene Stimme: "Was ist - warum stehst du da am Fenster?"

"Es ist nichts", sagte Beate rasch und leise. "Schlaf weiter."

Rolf drehte sich auf die andere Seite. "Du warst den ganzen Tag schon so unruhig", murmelte er noch und zog die leichte Decke hoch.

Sie verharrte unbeweglich, bis seine ruhigen Atemzüge ihr zeigten, daß er wieder eingeschlafen war.

In den anderen Zimmern schliefen die Kinder, Silke und Lukas, jedes hatte ein Zimmer für sich. Sie wußten nichts von den Nöten ihrer Mutter. So wenig, wie Rolf etwas davon wissen durfte. Beate legte sich wieder nieder. Den verhängnisvollen Brief hatte sie in ihrer Nachttischschublade versteckt. War es nicht, als sende er Signale aus?

Hinter geschlossenen Lidern sah sie die Worte vor sich, die auf dem Blatt mit einer jungen, noch unfertigen Schrift geschrieben standen. Ohne Anrede. Er mochte lange überlegt haben, wie er sie anreden sollte und schließlich darauf verzichtet haben.

Mir ist der Brief vom Jugendamt ausgehändigt worden. Ich möchte Dich kennenlernen. Wenn Du es auch willst, rufe mich über mein Handy an.

Es folgte die Nummer, darunter sein Name: Stefan.

Vielleicht, dachte Beate, während ihre Gedanken nun doch verschwammen, ja, vielleicht würde sie ihn anrufen, irgendwann, wenn sie sich über manches klargeworden war...

Als um halb sieben der Wecker schrillte, kam sie wie von weither aus einem bleiernen, dumpfen Schlaf. Der Kopf war ihr schwer, sie schüttelte ihn, als sie sich aufsetzte, fuhr sich mit beiden Händen über das Gesicht.

"Du hast wohl schlecht geschlafen, Beate", sagte Rolf, sich unter seiner Decke dehnend. Sekunden später sprang er auf und ging als erster ins Bad.

Der geschäftige Alltag begann.

Beate weckte die Kinder. Ihre 'Große' - Silke war dreizehn - fand immer schlecht aus dem Bett. Lukas dagegen spazierte umher und verkündete, daß er heute wohl keine Lust haben würde, in den Kindergarten zu gehen.

"Meinste, ich hätte Lust, in die Schule zu gehen und eine blöde Englischarbeit zu schreiben?" murrte seine Schwester und verschränkte die Arme unter dem Kopf.

Aber als sie endlich, frisch gewaschen und gekämmt, alle um den gedeckten Frühstückstisch saßen, hob sich die Stimmung, nicht zuletzt dank dem munteren Zureden der Mutter.

"Seht nur, wie schön die Sonne scheint! Da geht Anne sicherlich mit euch auf den Waldspielplatz, Lukas, und ihr werdet eine Menge Spaß haben."

"Na ja", machte das rundwangige Bürschlein gedehnt, "vielleicht überleg' ich mir's doch."

"Du wirst sowieso nicht gefragt, mein Sohn", sagte Rolf Sailer amüsiert. Wenig später verfrachtete er ihn in sein Auto, um ihn am Kindergarten abzuliefern, bevor er zu seinem Büro im Finanzamt fuhr.

"Packst du mir das Geburtstagsgeschenk für Patricia noch hübsch ein, Mama?" bat Silke, als sie ihre Schultasche schulterte. "Um halb drei bin ich eingeladen."

"Mach' ich", nickte ihre Mutter. "Und toi-toi-toi für die Englischarbeit."

"Hm, wird schon hinhauen", sagte das Mädchen lässig. Noch ein "tschüs", und Beate sah ihrer Tochter nach, wie sie auf langen, noch ein bißchen staksigen Beinen in hellblauen Jeans

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