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Mami Classic 29 - Familienroman Dem Vater eine Last von Myrenburg, Myra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2019
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
eBook (ePUB)
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Mami Classic 29 - Familienroman

Seit über 40 Jahren ist Mami die erfolgreichste Mutter-Kind-Reihe auf dem deutschen Markt! Buchstäblich ein Qualitätssiegel der besonderen Art, denn diese wirklich einzigartige Romanreihe ist generell der Maßstab und einer der wichtigsten Wegbereiter für den modernen Familienroman geworden. Weit über 2.600 erschienene Mami-Romane zeugen von der Popularität dieser Reihe. 'Bitte, helfen Sie mir. Ich bekomme Scotty nicht aus dem Wagen', erklärte Eva Sander aufgeregt. Sie war einundzwanzig Jahre alt und eine auffallend zierliche Person. Alles an ihr wirkte zerbrechlich, fast durchsichtig. Und doch steckte eine ungeheure Energie in ihr. Dr. von Lehn berührte den schönen Schäferhund auf dem Rücksitz ihres Wagens und stellte fest, daß es stocksteif war. Rasch zog er eine Spritze aus der Tasche seines weißen Kittels. 'Was ist das? Was hat Scotty?' fragte Eva ängstlich. 'Er war doch noch am Morgen ganz munter.''Er wurde vergiftet', antwortete der Tierarzt, ohne aufzusehen. 'Ich gebe ihm ein Brechmittel. Außerdem injiziere ich ein Schlafmittel, um die Krämpfe zu stoppen.''Vergiftet? Aber wer vergiftet denn einen Blindenhund? Scotty gehört meinem Freund.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 10.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740958558
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 309 kBytes
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Mami Classic 29 - Familienroman

Sie standen vor der gläsernen Eckfassade und blickten auf zu dem Schriftzug, der sich in schwungvollen Lettern über die breite Schaufensterfront zog: Brautmoden - Adele Bleibtreu

"Müssen wir da hinein?" fragte Wolfgang beklommen.

"Wir müssen", erwiderte Constanze fest, "Tante Adele würde es uns nie verzeihen, wenn wir mein Brautkleid woanders kaufen als bei ihr. Aber das weißt du doch, Schatz!"

Er trat einen Schritt zurück und musterte mit gerunzelten Brauen die wogende Pracht aus Tüll und Taft und Seide, die seltsame Grazie der Schaufensterpuppen, ihre anmutig geneigten Köpfe, ihre schmalen Finger, die zierliche Sträuße hielten.

"Bombastisch", murmelte Wolfgang, "und völlig unnatürlich!"

Constanze merkte, wie er sich versteifte.

Sie schüttelte seinen Arm. Ihre Stimme klang ungeduldig. "Du bist seit Jahren an diesem Schaufenster vorbeigegangen, ohne daß dir irgend etwas aufgefallen wäre!"

Er schien nicht zuzuhören.

"Und der Name", stieß er schaudernd hervor, "paßt genau zu den Auslagen! Bleibtreu! Hat sie sich den ausgedacht?"

Constanze stieß ihn unsanft mit dem Ellenbogen an.

"Wolfgang!"

"Ja?" Er schien aus einem Traum zu erwachen.

"Entspann dich!"

Er räusperte sich. "Entschuldige bitte."

"Hör mal", Constanze senkte die Stimme und blickte verstohlen durch die gläserne Eingangstür, hinter der sich ein Schatten bewegte, "wenn dir das alles so horrormäßig vorkommt, brauchst du nicht mitzukommen. Mein Brautkleid kann ich mir auch allein aussuchen. Aber was ist mit deinem Anzug?"

"Muß ich ihn unbedingt in diesem Tempel kaufen? Kann ich nicht zu einem stinknormalen Herrenausstatter gehen?"

"Doch, natürlich, vorausgesetzt, du kaufst dir keine Jeans mit kariertem Westchen -"

"Warum eigentlich nicht?"

"Weil ich mir eine Traumhochzeit wünsche, Schatz. Das ist doch nichts Neues! Darüber reden wir seit zwei Jahren! Mit großer Aufmachung, langem Kleid und Schleier, Kutsche und weißen Pferden und allem Drum und Dran. Wenn schon, denn schon. Das soll der schönste Tag in meinem Leben werden."

Wolfgang senkte das Kinn auf die Brust. Er kämpfte mit sich. Man sah es ihm an.

"Irgendwie", murmelte er, "ist das doch furchtbar kitschig."

"Klar!"

"Und du willst es trotzdem?"

"Ich habe es immer gewollt. Und du hast es immer gewußt. Ich kann gar nicht verstehen, warum es dir jetzt plötzlich so gegen den Strich geht!"

Sekundenlang stand er regungslos und starrte auf seine Schuhspitzen. Hinter der Glastür wurden ganz deutlich die Umrisse von Adele Bleibtreu sichtbar.

"Wir können hier nicht länger herumstehen und diskutieren", raunte Constanze, "entweder du gehst mit hinein oder..."

In diesem Moment öffnete sich die Tür, und mit einer großartigen Handbewegung bat Adele Bleibtreu das junge Paar einzutreten.

"Hereinspaziert, hereinspaziert! Ein Täßchen Kaffee im Salon wartet schon! Auch ein Cognac, wenn er gefällig ist!"

Noch nie war Constanze der Singsang ihrer Tante so an die Nerven gegangen wie heute. Noch nie war ihr die massige Erscheinung in schwarzer Seide so gewöhnlich erschienen, das stattliche Doppelkinn, die scharfen, in Fettpölsterchen gebetteten Luchsaugen, die rostfarbene Puderschicht, das süße Blumenparfum.

Und noch nie war ihr die Ähnlichkeit zwischen Tante Adele und Cousine Claudia so aufgefallen, fast schon grotesk.

Dabei war Tante Adele mindestens sechzig und Claudia höchstens fünfunddreißig.

Sie hatten beide das gleiche ausladende, um sich greifende Wesen, mit dem sie sich der Kundschaft bemächtigten, und die gleichen künstlich hochgeschraubten Stimmen.

Der einzige Unterschied, den Constanze zwischen ihnen feststellen konnte, lag in der Anrede, die sie ihrem Verlobten zukommen ließen.

Tante Adele sagte Herr Winter.

Claudia sagte Wolfgang, ohne ihn jedoch zu duzen.

Entweder hatte si

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