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Mami Classic 4 - Familienroman Ich hatte einmal einen Sohn ... von Myrenburg, Myra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.04.2019
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
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Mami Classic 4 - Familienroman

Seit über 40 Jahren ist Mami die erfolgreichste Mutter-Kind-Reihe auf dem deutschen Markt! Buchstäblich ein Qualitätssiegel der besonderen Art, denn diese wirklich einzigartige Romanreihe ist generell der Maßstab und einer der wichtigsten Wegbereiter für den modernen Familienroman geworden. Weit über 2.600 erschienene Mami-Romane zeugen von der Popularität dieser Reihe.

Wie immer im November packte Uta von Scheer ihre Koffer, ungeachtet der schweren Erkrankung des Hausherrn und der damit verbundenen gedämpften Stimmung im Haus Bergfried, ungeachtet auch der Tatsache, daß sie diese Koffer erst vor drei Monaten ausgepackt hatte. 'Du willst doch nicht fort?' erkundigte sich Fräulein Paula, die vor zwanzig Jahren als Kinderfrau ins Haus gekommen und geblieben war, weil sie inzwischen zur Familie gehörte. 'Aber ja, sicher', erwiderte Uta unbekümmert, knüllte einen blitzblauen Badeanzug zusammen und stopfte eine Ecke des prallgefüllten Koffers damit aus. 'Das ist nicht dein Ernst!' stieß Fräulein Paula entsetzt hervor. Uta klappte den Kofferdeckel zu und richtete sich auf. Seit Jahren schon überragte sie ihre Kinderfrau um Kopfeslänge. 'Aber Paula! Um diese Zeit fahre ich immer weg!' Das stimmte. Leider, wie Fräulein Paula im stillen hinzuzufügen pflegte. Zu lange schon war Uta ihrer Obhut entwachsen, als daß Kritik noch gefruchtet hätte. Vier Jahre in einem Schweizer Elite-Internat hatten aus dem fügsamen, liebenswerten kleinen Mädchen eine anspruchsvolle junge Rebellin gemacht, der nichts mehr heilig war. Vor drei Jahren, nach bestandenem Abitur, hatte Uta mit ihrer Clique beschlossen, den Winter in Goa zu verbringen, an der indischen Malabarküste. Daraus war zu Fräulein Paulas Leidwesen eine Gewohnheit geworden. Von der letzten Goa-Reise war Uta nicht wie sonst im Mai, sondern erst im August zurückgekommen. Wie konnte sie dann jetzt schon wieder ihre Koffer packen? Wie konnte sie überhaupt an eine solche Reise denken, da ihr Vater gerade aus der Klinik entlassen worden war, und keineswegs geheilt!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 30.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740947880
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 275 kBytes
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Mami Classic 4 - Familienroman

Wie immer im November packte Uta von Scheer ihre Koffer, ungeachtet der schweren Erkrankung des Hausherrn und der damit verbundenen gedämpften Stimmung im Haus Bergfried, ungeachtet auch der Tatsache, daß sie diese Koffer erst vor drei Monaten ausgepackt hatte.

»Du willst doch nicht fort?« erkundigte sich Fräulein Paula, die vor zwanzig Jahren als Kinderfrau ins Haus gekommen und geblieben war, weil sie inzwischen zur Familie gehörte.

»Aber ja, sicher«, erwiderte Uta unbekümmert, knüllte einen blitzblauen Badeanzug zusammen und stopfte eine Ecke des prallgefüllten Koffers damit aus.

»Das ist nicht dein Ernst!« stieß Fräulein Paula entsetzt hervor.

Uta klappte den Kofferdeckel zu und richtete sich auf. Seit Jahren schon überragte sie ihre Kinderfrau um Kopfeslänge.

»Aber Paula! Um diese Zeit fahre ich immer weg!«

Das stimmte. Leider, wie Fräulein Paula im stillen hinzuzufügen pflegte. Zu lange schon war Uta ihrer Obhut entwachsen, als daß Kritik noch gefruchtet hätte. Vier Jahre in einem Schweizer Elite-Internat hatten aus dem fügsamen, liebenswerten kleinen Mädchen eine anspruchsvolle junge Rebellin gemacht, der nichts mehr heilig war.

Vor drei Jahren, nach bestandenem Abitur, hatte Uta mit ihrer Clique beschlossen, den Winter in Goa zu verbringen, an der indischen Malabarküste. Daraus war zu Fräulein Paulas Leidwesen eine Gewohnheit geworden. Von der letzten Goa-Reise war Uta nicht wie sonst im Mai, sondern erst im August zurückgekommen. Wie konnte sie dann jetzt schon wieder ihre Koffer packen? Wie konnte sie überhaupt an eine solche Reise denken, da ihr Vater gerade aus der Klinik entlassen worden war, und keineswegs geheilt!

Fräulein Paula verstand es nicht. Sie war zutiefst bestürzt darüber, und ausnahmsweise machte sie keinen Hehl aus ihren Gefühlen. Sie senkte den Kopf, dessen einstmals leuchtende Pracht nur noch in blassem Weißgold schimmerte, faßte nach Utas Hand und raunte in beschwörendem Ton: »Denk an deinen Vater!«

»Aber das tue ich ja«, erwiderte Uta leichthin, »er hat nichts dagegen, daß ich nach Goa fliege! Wir haben schon neulich in der Klinik darüber gesprochen. Da ich zur Krankenpflege überhaupt nicht tauge und mich im Winter hier kein bißchen wohl fühle, hat er mir sogar zugeredet, mich wieder in sonnige Gefilde abzusetzen - Vanessa fliegt ja auch, und die andern sind sogar schon unterwegs.«

»Die andern sind auch nicht erst im August zurückgekommen«, wandte Fräulein Paula mit bebender Stimme ein, »du warst schließlich nur knappe drei Monate zu Hause - und was hast du schon groß getan! Nichts! Du nimmst dir gar nicht erst vor, etwas zu tun, weil es sich für die kurze Zeit nicht lohnt!«

Uta lächelte scheinbar belustigt von oben herab.

»Genau! Es lohnt sich wirklich nicht, irgendein Programm aufzustellen, solange ich die kalte Jahreszeit in Goa verbringe! Gott sei Dank sind Vater und Mutter derselben Meinung.«

Fräulein Paula ließ die sanft gebräunte schmale Hand los, umfaßte Uta mit einem langen Blick und wandte sich ab, stumm, enttäuscht bis in die Tiefen ihres Herzens. Hier gab es nichts mehr zu sagen.

Einen Menschen, der nur an sich selbst dachte, konnte man mit Worten nicht mehr erreichen.

Sie hörte Utas rasche Schritte hinter sich, als sie über das ehrwürdige Parkett der Zimmerflucht hinaus in den Korridor ging.

»Warte, Paula! Sei doch nicht so! Du weißt doch genau, daß ich in dem Moment zurückkomme, wenn es Vater wieder schlechtergeht!«

»Woher soll ich das wissen?«

»Weil ich es dir sage, hier und jetzt! Großes Ehrenwort!« Uta hob die Hand zum Schwur, und Fräulein Paula mußte wider Willen lächeln. Aber ein erlösendes Wort kam nicht über ihre Lippen, eine versöhnliche Geste blieb aus. Abweisend, den Kopf gesenkt, setzte sie ihren Weg in die Küchenräume fort.

Uta sah ihr nach, biß sich auf die Lippen und stürmte in langen Sätzen die breite, geschwungene Treppe h

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