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Medici - Der Niedergang einer Familie Historischer Roman. Die Medici-Reihe 4 von Strukul, Matteo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.05.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Medici - Der Niedergang einer Familie

Der französische Hof im Jahr 1600: Als Heinrich IV. Maria de' Medici zur Frau nimmt, hat er nicht mit der Rache seiner Mätresse Henriette d'Entragues gerechnet. Henriette besitzt ein schriftliches Eheversprechen ihres Geliebten, mit dem sie den König nun erpresst. Eine noch größere Gefahr stellt aber eine Gruppe von adeligen Verschwörern dar, die den König stürzen wollen. Als Heinrich IV. tatsächlich das Opfer eines tödlichen Komplotts wird, beginnt der Siegeszug des geschickt agierenden Kardinals Richelieu. Die machtbewusste Maria de' Medici gehört zu seinen größten Unterstützern - und begibt sich damit in eine verhängnisvolle Abhängigkeit ... Matteo Strukul wurde 1973 in Padua geboren. Er hat Jura studiert und in Europäischem Recht promoviert. Er gehört zu den neuen Stimmen der italienischen Literatur und hat sich bisher vor allem als Autor von Thrillern einen Namen gemacht, die für die wichtigen italienischen Literaturpreise nominiert wurden. Strukul lebt mit seiner Frau Silvia abwechselnd in Padua, Berlin und Transsilvanien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 20.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641238162
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: I Medici. Decadenza di una Famiglia (4)
    Größe: 1557 kBytes
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Medici - Der Niedergang einer Familie

6

Das Treffen mit der Königin

N ach Einbruch der Dunkelheit wollte Maria den Spion treffen, von dem Leonora Galigai gesprochen hatte. Auf Anraten der Freundin hatte sie die Kutsche genommen, um zum vereinbarten Treffpunkt zu fahren, einem kleinen Haus in der Rue de Vaugirard. Sie hatte einen Wagen ohne Wappen gewählt, um kein Aufsehen zu erregen. Begleitet wurde sie von ein paar Wachen, die wie normale Edelleute gekleidet waren.

Leonora Galigai erwartete sie dort. Die Königin hatte das Gefühl, es sei nicht das erste Mal, dass Leonora diese Hütte für ihre heimlichen Treffen nutzte. Doch sie wollte nicht danach fragen. Am Hof gingen jedenfalls Gerüchte um, die diesen Verdacht bestätigten.

Seit ein paar Tagen war es für einige der angesehensten Adligen kein Geheimnis mehr, dass Monsieur de Montreval auf ihr Geheiß ins Jenseits befördert worden war. Die königlichen Wachen hatten ihn bäuchlings am Boden der Markthallen vorgefunden. Eine rasche Bestandsaufnahme hatte ergeben, dass der Edelmann von zwei Dolchstichen niedergestreckt worden war.

Natürlich konnte niemand beweisen, dass Leonora dahintersteckte, doch die Tatsache, dass Montreval die Galigai wenige Wochen zuvor beleidigt hatte, ließ in vielen den Verdacht aufkommen, dass das Geschehene ein Racheakt der Dame d'atours sei. Sicher, es hätte auch ihr Galan, Concino Concini, der Florentiner Edelmann mit dem bekanntermaßen feurigen Temperament sein können, doch die Art des Vorgehens sah nicht nach ihm aus. Je länger sie darüber nachdachte, desto mehr war Maria überzeugt, dass es Leonora gewesen sein musste, die diesen Mord in Auftrag gegeben hatte.

Maria kannte Leonora und wusste, dass sie von einem eisernen Willen und außergewöhnlicher Aggressivität angetrieben wurde. Diese Charakterzüge erschreckten sie. Doch sie wusste ebenso, dass sie im Louvre in einem Schlangennest lebte, dass der gesamte französische Adel gegen sie eingenommen war. Weil sie Italienerin war, schlimmer noch, aus Florenz stammte, weil sie schön und anziehend war und nicht von Blutadel, wie es von einer Königin verlangt wurde. Maria war die Cousine jener Caterina de' Medici, die bis vor zehn Jahren die verhassteste Königin der französischen Geschichte gewesen war. Und nun schien sie ihren Platz einzunehmen.

Daher war es letzten Endes gar nicht so seltsam, mit unbedingter und unnachgiebiger Entschlossenheit für die eigene Sicherheit zu sorgen, indem sie den laut Leonora besten Spion am Platze auf ihre Seite brachte. Maria vertraute der Freundin, auch wenn es ein nicht unerhebliches Risiko darstellte, einen solchen Mann anzuheuern, damit Heinrich wieder in Besitz dieses dummen Versprechens käme, das er vor langer Zeit Henriette d'Entragues gegeben hatte.

Seit sie nach Paris gekommen war, war ihr bewusst, dass sie Schwierigkeiten am besten dadurch vermeiden konnte, dass sie vertrauenswürdige Freunde um sich scharte und dem Ehemann trotz seiner Laster treu zur Seite stand, ohne allzu eifersüchtig zu sein oder sich zu beklagen. Heinrich war kein kleiner Junge mehr, und mit der Zeit würde er sich sicher bändigen lassen. Seine erotischen Leidenschaften würden mit zunehmendem Alter nachlassen, und dann wäre sie die einzige Frau in seinem Leben, sie, seine Gemahlin und Königin.

Kurz und gut, sie konnte die Zeit für sich arbeiten lassen, ohne unnütze Intrigen anzuzetteln. Sie war schön und wusste, wie sie ihm Vergnügen bereiten konnte. Und doch ließ sich nicht leugnen, dass dieses schriftliche Versprechen - schlimmer noch, dieses offizielle, unter den Augen von Zeugen verfasste Dokument - kein geringfügiges Problem darstellte. Es war etwas, das über dumpfen Neid und sinnlose Komplotte bei Hofe hinausging.

Es war kein Geheimnis, dass nicht allein Henriette, sondern ihre ganze Familie und sogar ein Teil des Adels außerordentlich daran interessiert waren, dass der König sie zurückweisen und Henriette zur Frau nehmen

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