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Medici - Die Macht des Geldes Historischer Roman. Die Medici-Reihe 1 von Strukul, Matteo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2017
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Medici - Die Macht des Geldes

Morde, Intrigen, Verschwörungen: die Medici und ihr blutiger Weg zur Macht. Florenz im Februar 1429: Als der Bankier Giovanni de' Medici stirbt, hinterlässt er ein enormes Vermögen und ein hervorragend funktionierendes Netzwerk. Seine Söhne Cosimo und Lorenzo sollen gemeinsam die Leitung von Familie und Geschäft übernehmen. 'Politisch nüchtern, im eigenen Leben maßvoll zurückhaltend, aber entschlossen im Handeln' - das sind die fundamentalen Verhaltensregeln, die Giovanni seinen Söhnen sterbend aufträgt. Doch so einfach lässt sich sein letzter Wunsch nicht erfüllen, denn Giovanni hatte mächtige Feinde. Vor allem der verschlagene und blutrünstige Rinaldo degli Albizzi kennt nur ein Ziel: die Vorherrschaft in Florenz zu übernehmen. Und dafür ist ihm jedes Mittel recht ... Matteo Strukul wurde 1973 in Padua geboren. Er hat Jura studiert und in Europäischem Recht promoviert. Er gehört zu den neuen Stimmen der italienischen Literatur und hat sich bisher vor allem als Autor von Thrillern einen Namen gemacht, die für die wichtigen italienischen Literaturpreise nominiert wurden. Strukul lebt mit seiner Frau Silvia abwechselnd in Padua, Berlin und Transsilvanien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 01.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641210021
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: I Medici. Una dinastia al potere
    Größe: 1685 kBytes
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Medici - Die Macht des Geldes

4

Der letzte Wille

I n den folgenden Tagen war die Totenwache abgehalten worden.

Alle Vertreter der großen Familien von Florenz waren gekommen, um Giovanni die Ehre zu erweisen. Sogar jene, die ihn im Leben als ihren ärgsten Feind angesehen hatten, darunter auch die Albizzi, die sich seit jeher als die Herren von Florenz aufspielten. Sie hatten Rinaldo geschickt, der mit dem für ihn typischen Blick voller Verachtung und Arroganz erschienen war, aber diesen Besuch doch nicht hatte vermeiden können. Zwei Tage lang hatte im Palazzo Medici ein ständiges Kommen und Gehen der besseren Gesellschaft geherrscht.

Nun, da alles vorüber war und das Begräbnis zwar würdig, aber maßvoll begangen worden war, hatten sich Cosimo, Lorenzo und ihre Ehefrauen in einem der großen Säle des Palazzos eingefunden, um Giovannis letzten Willen zu vernehmen.

Ilarione de' Bardi, der Vertraute der Familie, welchem Giovanni uneingeschränktes Vertrauen entgegengebracht hatte, hatte soeben die Siegel erbrochen und war im Begriff, seinen letzten Willen zu verlesen. Lorenzo hatte eine verdrießliche Miene aufgesetzt und schien tief in düstere Gedanken versunken. Cosimo vermutete, dass er mit seinen Nachforschungen vorankam, und beschloss, bald mit ihm darüber zu sprechen und die Fortschritte zu erörtern. Unterdessen hatte Ilarione mit der Eröffnung begonnen.

"Meine Söhne und einzige Erben: Ich habe es nicht für nötig erachtet, ein Testament zu verfassen, da ich euch schon vor vielen Jahren in die Führung der Medici-Bank berufen habe und euch in allen Belangen der Leitung und des allgemeinen Tagesgeschäftes an meiner Seite hatte. Ich weiß genau, dass mir die Lebenszeit vergönnt war, die Gott mir in seiner Güte am Tag meiner Geburt zugedacht hat, und ich gehe wohl nicht fehl in der Annahme, sagen zu können, dass ich zufrieden sterben werde, weil ich weiß, dass ich euch vermögend und bei guter Gesundheit zurücklasse. Ihr werdet gewiss in der Lage sein, in Florenz ein Leben in Ehren und angemessenen Würden zu führen und Trost in zahlreichen Freundschaften zu finden. Ich bin sicher, sagen zu können, dass der Tod mich nicht schwer ankommen wird, im klaren und deutlichen Bewusstsein, dass ich niemandem je Leid zugefügt habe, vielmehr, soweit es mir möglich war, jenen Gutes getan habe, die bedürftig waren. Aus ebenjenem Grunde ermahne ich euch, dasselbe zu tun. Wenn ihr in Sicherheit leben und respektiert werden wollt, rate ich euch, die Gesetze zu achten und nichts von dem zu nehmen, was anderen zusteht. Wenn ihr das beachtet, werdet ihr keinerlei Neid auf euch ziehen und Gefahr von euch fernhalten. Ich sage euch dies, damit ihr immer daran denkt, dass eure Freiheit dort endet, wo die der anderen beginnt, und weil das, was man jemandem antut, weniger Hass schürt als das, was man ihm nimmt. Achtet daher auf das, was ihr tut, denn auf diese Weise werdet ihr viel mehr haben als jene, die gierig sind und die Güter anderer begehren; diese werden am Ende die ihrigen verlieren und zu guter Letzt in Elend und Kummer versunken ihr Dasein fristen. Indem ich diese wenigen Regeln des gesunden Menschenverstandes befolgt habe, ist es mir gelungen, da bin ich sicher - allen Feinden, Niederlagen und Enttäuschungen zum Trotz, die jeden von uns im Leben einmal treffen -, in dieser Stadt meinen guten Ruf zu wahren und, soweit möglich, sogar zu mehren. Ich hege keinen Zweifel daran, dass auch ihr den euren wahren und mehren werdet, wenn ihr diese meine wenigen und einfachen Ratschläge befolgt. Wenn ihr aber meint, euch anders verhalten zu müssen, dann werde ich euch mit ebenso großer Sicherheit voraussagen, dass dies nur zu einem einzigen Ende führen kann, und zwar jenem, das all die genommen haben, die sich selbst ruiniert und ihre Familien in unsagbares Verderben gestürzt haben. Meine Söhne, ich segne euch."

Hier machte Ilarione eine Pause. Piccarda war längst wieder in Tränen ausgebrochen, stille

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